Lebensaufgabe: auf mich hören!

Entdecken meiner Berufung und Lebensaufgabe: auf mich hören! So lautet ein wichtiges Prinzip. Wenn ich danach handle, vermeide ich den ersten der  drei Kardinalfehler: das Hören auf andere.  Was bedeutet dies ganz praktisch?

Wenn ich mir intensive Gedanken zu meiner Berufung und meiner Lebensaufgabe mache, bin ich vielleicht versucht, nicht bei mir selbst zu bleiben. Dann mag es sein, dass ich andere Menschen, meine Partnerin bzw. meinen Partner, enge Freunde oder gute Bekannte frage, wie sie mich sehen, wie sie mich einschätzen, was sie in mir sehen. Schneller voran zu kommen, Sichtweisen anderer mit einzubeziehen, sind gut gemeinte Motive.

Die Kehrseite der Medaille ist: meine Schau nach innen, meine intensive Beschäftigung mit mir selbst, kann gestört werden, kann mich ablenken. Niemand kennt mich so, wie ich mich selbst kenne. Das Bild eines Eisbergs (Fotomontage) veranschaulicht die Gefahr. Lebensaufgabe: auf mich hörenDer über Wasser sichtbare Teil eines Eisbergs macht nur etwa ein Siebtel seines Volumens aus. Ganz ähnlich verhält es sich mit mir als Person.

Für andere Menschen, auch für mir nahestehende Menschen, ist nur ein kleiner Teil meiner Persönlichkeit sichtbar. Und manchmal bekommen andere Menschen sogar nur eine Fassade zu sehen. Je nachdem, mit wem ich mich gerade unterhalte, wem ich mich präsentiere, in welcher Situation ich mich gerade befinde, welche Absichten ich hege, kann es vorkommen, dass ich nicht authentisch bin, dass meine wirkliche Persönlichkeit nicht sichtbar ist. Ich versuche dann, einen bestimmten Eindruck zu erwecken, wenn nicht sogar andere Menschen bewusst in die Irre zu führen.

Was sich unterhalb der Wasserlinie befindet, kenne im Wesentlichen nur ich. Die Tiefen meiner Geschichte, die Erinnerungen meiner Seele, meine heimlichen Verletzungen, meine innersten Wünsche, Sehnsüchte und Absichten, meine Siege, aber auch meine nicht verwundenen Niederlagen, und vieles mehr, all dies kenne nur ich selbst – und Personen, denen ich etwas offenbart habe. Dieser weitaus größere Teil meiner Persönlichkeit, den ich oft verberge, gehört auch zu mir. Ich bin der gesamte Eisberg.

Die bildliche Vorstellung, dass sich im täglichen Leben immer wieder „menschliche Eisberge“ begegnen, mit einem kleinen sichtbaren, jedoch einem sehr viel größeren unsichtbaren „Teil“, ist sehr hilfreich. Sie veranschaulicht, warum es ein Kardinalfehler ist, auf andere Menschen zu hören.

Gelänge es mir, mich zu offenbaren, mich so mitzuteilen, damit mein Gesprächspartner ein wahrheitsgetreues Bild meiner gesamten Persönlichkeit erhält? Möglicherweise bin ich nicht ganz ehrlich und leite meinen Gesprächspartner dadurch in die Irre. Vielleicht werde ich sogar auch von meinem Gesprächspartner in die Irre geleitet. Schließlich könnte es sein, dass mein Gesprächspartner insgeheim eigene Interessen verfolgt und mich in eine bestimmte Richtung lenken will.

Die Klärung meiner Berufung und Lebensaufgabe muss ich deshalb ganz alleine „durchkämpfen“. Erst wenn ich sicher bin, wenn ich für mich selbst Gewissheit habe, kann ich mich entschließen, eine „zweite Meinung“ einzuholen. Sie kann mir als zusätzliche Sicherheit dienen, dass ich auf dem richtigen Weg bin, oder aber mich dazu führen, nochmals in mich zu gehen.

Ich bin Dieter Jenz, Begleiter, Berater und Coach mit Leidenschaft. Über viele Jahre hinweg habe ich einen reichen Schatz an Kompetenz und Erfahrung erworben. Meine Themen sind die "4L": Lebensaufgabe, Lebensplanung, Lebensnavigation und Lebensqualität.

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