Entspannung - Foto: Greta Aarday Unsplash

Stress abbauen und Energie tanken – Eine kleine Anleitung

Stress abbauen und Energie tanken – es funktioniert, mitten im Alltag! Lesen Sie hier, wie Sie wirkungsvoll Stress abbauen und Energie tanken.

Der Arbeitsalltag war für Angela (nicht ihr richtiger Name) wirklich nicht leicht. Schleichend übernahm sie im Lauf der Zeit immer mehr Aufgaben. Wenn beispielsweise eine Kollegin oder ein Kollege in Urlaub oder krank war übernahm sie bereitwillig die Vertretung. So kam es, dass sie zu Spitzenzeiten zwei oder sogar drei Kolleginnen bzw. Kollegen vertrat. Ihre Hilfsbereitschaft und Bereitwilligkeit wurden gewissermaßen schamlos ausgenutzt, denn es wäre ja möglich gewesen, Urlaube mit weniger Überschneidungen zu planen. Die Arbeit an sich machte ihr Spaß, und wahrscheinlich war dies der Grund, weshalb sie so lange durchhielt.

Gestresst - Quelle: Foter
Gestresst – Quelle: Foter

Angela ist eine sehr verantwortungsbewusste Person, der sehr viel an einem guten Arbeitsklima liegt. Deshalb wollte sie nicht „nein“ sagen. Ein Konflikt mit ihrer Vorgesetzten, deren Unterstützung sie vermisste, verschärfte ihre Situation. Die Stresssituationen im Arbeitsumfeld nahmen immer mehr zu. Und auch im familiären Umfeld kam es zu mit Stress verbundenen Konfliktsituationen.

Angela litt unter erheblichen Schlafstörungen und kam kaum mehr zur Ruhe. Schließlich wurde klar, dass es so nicht mehr weitergehen konnte. Sie suchte sich professionelle Hilfe. Die Ärztin diagnostizierte eine Depression. Einige Wochen in einer Klinik mit einer Abteilung für Psychotherapie und Psychosomatik folgten. Dort lernte Angela vieles über sich selbst und darüber, wie sie ihre seelische Widerstandskraft (Resilienz) stärken konnte.

Heute steht Angela wieder voll im Berufsleben. Mittlerweile hat sie gelernt, „nein“ zu sagen und sie sagt auch „nein“. Und siehe da: Angela ist heute nicht weniger geschätzt als zu der Zeit als sie es allen recht machen wollte.

Stressbedingte Krankschreibungen nehmen zu

Seit dem Jahr 2000 verzeichnen die Krankenkassen eine Zunahme stressbedingter Krankschreibungen. Aus der TK-Stressstudie 2016 (Studie der Techniker Krankenkasse) geht hervor, dass im Beobachtungszeitraum von den gut 15 Fehltagen pro Kopf und Jahr 2,5 Tage auf psychische Beschwerden wie Depressionen, Angst- und Belastungsstörungen entfallen. Rund 60 % der Menschen in Deutschland fühlen sich beruflich oder privat gestresst. Etwa 23 % der Menschen sind nach eigenen Angaben häufig gestresst.

Bei Angela war der kritische Punkt schon überschritten. Ihre Depression war bereits zu ausgeprägt als dass diese durch Gespräche mit nahen Bezugspersonen hätte überwunden werden können. Bei einer leichten depressiven Episode (F32.0 gemäß ICD-10 bzw. 6A70.0 gemäß ICD-11, der internationalen Klassifikation von Erkrankungen (ICD)) können Gespräche mit nahestehenden Bezugspersonen (z. B. Freundinnen, Freunde) durchaus helfen, die Depression zu überwinden.

Hätte Angela ihre Situation selbst besser einschätzen können, hätte sie ihrer Depression vielleicht wirksam vorbeugen können. Natürlich hätten auch Hinweise auf eine Depression aus ihrer Familie oder ihrem Freundeskreis kommen können, ihr die Wahrnehmung anderer zu ihrer Person spiegeln können. Allerdings ist es für Angehörige und Freunde nicht immer leicht, Anzeichen einer Depression zu erkennen. Und der dann oft erteilte Ratschlag „Jetzt reiß‘ dich halt mal zusammen!“ ist für einen Menschen in einer depressiven Episode alles andere als hilfreich.

Stress führt natürlich nicht zwangsläufig in eine depressive Episode. Die Wahrscheinlichkeit, dass eine depressive Episode durch wiederholte und über einen längeren Zeitraum hinweg auftretende Stresssituationen ausgelöst wird, ist allerdings erhöht. Die Frage liegt also nahe: „Was kann getan werden, um einer Depression vorzubeugen?“

Nachhaltigkeit ist gefragt

An Tipps und vermeintlichen Tricks herrscht wahrlich kein Mangel. Der vordergründig schnelle aber kurzlebige Erfolg nützt jedoch nicht wirklich viel. Vielmehr kommt es auf Nachhaltigkeit an! Die Aktivitäten zum Stressabbau und Energietanken müssen sich auf natürliche Weise und vor allem leicht in den Tagesablauf integrieren lassen. Und sie sollten keine Überwindung kosten. Alles was Überwindung kostet wird schließlich nicht lange durchgehalten.

Und was genügt diesen Anforderungen und führt garantiert zum Ziel? Dies sind die Top drei, um wirksam Stress abbauen und Energie tanken zu können:

  1. Soziales Netzwerk stärken und sich Zeit für das Gespräch mit nahen Bezugspersonen in der Familie und/oder im Freundeskreis nehmen
  2. Hobbies pflegen und Aktivitäten nachgehen, die Freude bereiten
  3. In Kontakt mit der Natur leben und auf gesunde Ernährung achten

Wird mit weiteren Artikeln fortgesetzt.

Dieter Jenz
Ich bin Dieter Jenz, Begleiter, Berater und Coach mit Leidenschaft. Über viele Jahre hinweg habe ich einen reichen Schatz an Kompetenz und Erfahrung erworben. Meine Themen sind die "4L": Lebensaufgabe, Lebensplanung, Lebensnavigation und Lebensqualität.