Kraftgedanken – die Perspektive ändert sich

Sich bewusst Kraftgedanken zuwenden und erleben, dass sich die Perspektive auf ein Problem ändert. Erleben, dass das Leuchten am Horizont gesehen wird. Wer wünscht sich das nicht?

Wenn wir unterwegs sind, nehmen wir sie manchmal bewusst wahr: die andere Perspektive. In den Bergen erging es mir beispielsweise einmal so. Beim Aufstieg sah ich die hohe, steile Felswand von der Seite. „Nichts besonderes“, dachte ich, und ging weiter aufwärts. Beim Abstieg wanderte ich frontal auf sie zu und nahm sie in ihrer ganzen majestätischen Erscheinung wahr. Mir bot sich ein völlig anderes Bild.

Rubinsche Vase
Rubinsche Vase – Erkenne ich die Vase? Oder die Gesichter? Oder beides?

Was so banal und selbstverständlich klingt, lässt sich auch auf das alltägliche Leben übertragen. Wenn wir Dinge bewusst von verschiedenen Seiten, aus verschiedenen Perspektiven, wahrnehmen, erfassen wir mehr. Wir bekommen einen umfassenderen Eindruck, bis hin zu einem Gesamtbild. Wir sehen wesentlich klarer und können besser bewerten und urteilen.

Leider begrenzen wir uns manchmal selbst auf nur eine Perspektive. Angenommen, wir stehen plötzlich vor einem Problem. Es mag beispielsweise eine unvorhergesehene Kündigung, ein Unfall oder eine gescheiterte Beziehung sein. Dann erhält das Problem die gesamte Aufmerksamkeit. Vielleicht wirkt es übermächtig. Nur das Problem wird gesehen. Der eigentliche Sachverhalt tritt in den Hintergrund. Mögliche Konsequenzen werden vor Augen gemalt. Das Problem kann auf einmal zu wachsen beginnen.

Was ist wirklich passiert? – diese Frage wird zunächst vielleicht überhaupt nicht gestellt. Nur die eine Perspektive, die Problemperspektive mit den möglichen Folgen des Problems, wird wahrgenommen.

Wie ist es möglich, sich von der verengten Sicht, der einen Perspektive zu lösen? Sehr hilfreich kann es sein, sich etwas Zeit zu nehmen und sich ganz auf das Hier und Jetzt einzulassen. Die Gefühle und Gedanken werden achtsam beobachtend wahrgenommen. Wut, Verzweiflung, Angst, und alles was an Gefühlen und Gedanken aufsteigt, wird wahrgenommen und nicht verdrängt. Sie werden aber nicht bewertet, nur beobachtet und beachtet. Gefühle und Gedanken schwimmen, bildlich gesprochen, in einem Fluss vorbei. Durch die Beobachterposition entsteht eine Distanz. So wird Raum dafür geschaffen, sich von der Verengung zu lösen.

Der geschaffene Raum lässt sich mit Gedanken füllen, die den Zugang zur eigenen Lebenskraft wieder eröffnen. Solche Kraftgedanken bereiten auch den Weg, der Problemperspektive eine oder mehrere Lösungsperspektiven entgegenzustellen.

Ich bin Dieter Jenz, Begleiter, Berater und Coach mit Leidenschaft. Über viele Jahre hinweg habe ich einen reichen Schatz an Kompetenz und Erfahrung erworben. Meine Themen sind die "4L": Lebensaufgabe, Lebensplanung, Lebensnavigation und Lebensqualität.

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