Alle Beiträge von Dieter Jenz

Ich bin Dieter Jenz, Begleiter, Berater und Coach mit Leidenschaft. Über viele Jahre hinweg habe ich einen reichen Schatz an Kompetenz und Erfahrung erworben. Meine Themen sind die "4L": Lebensaufgabe, Lebensplanung, Lebensnavigation und Lebensqualität.

In jedermann ist etwas Kostbares …

„In jedermann ist etwas Kostbares, das in keinem anderen ist.“ Martin Buber

In jedermann ist etwas Kostbares, M. Buber - Gestaltung: privat
Gestaltung: privat

Martin Buber (1878-1965 war ein österreichisch-israelischer jüdischer Religionsphilosoph, Pädagoge und Schriftsteller. Sein besonderes Anliegen war es, dem Dialog zum Durchbruch zu verhelfen, sowohl in persönlichen zwischenmenschlichen Beziehungen als auch im politischen, sozialen und religiösen Bereich. Seinen Ausdruck fand dies vor allem im Bemühen um den Dialog mit dem Christentum, den Dialog zwischen den Generationen und der Verständigung zwischen Israelis und Arabern. Er ist Autor zahlreicher Bücher.

Jeder ist kostbar und unersetzlich

Wenn ein Mensch geboren wird, dann bedeutet das, dass die Welt um etwas Kostbares bereichert wird. Ein Individuum kommt zur Welt, das anderen Menschen etwas geben kann. Vielleicht entwickelt sich der neue Erdenbürger zu einem Wissenschaftler, der die Forschung voranbringt und wesentlich dazu beiträgt, endlich das langersehnte neue Medikament gegen eine bisher unheilbare Krankheit zu entwickeln. Vielleicht verläuft aber sein Leben auch ganz unscheinbar mit einem engen Radius. Aber dafür denken andere Menschen bei ihm zuerst an seine menschliche Wärme und Zuneigung. Und dadurch macht er anderen Menschen ihre Bürde leichter.

„In jedermann ist etwas Kostbares, das in keinem anderen ist.“ Mit anderen Worten: Jeder Mensch ist im Grunde unersetzlich. Er mag in seinen Funktionen (z. B. in seinem Beruf als Fliesenleger) ersetzbar sein und ist es auch. Aber als Mensch ist er nicht ersetzbar.

Wie kann das Kostbare entdeckt werden? Oft ergibt sich das einfach. Das Kostbare wird bewusst und kommt von selbst zum Vorschein. Und andere Menschen entdecken es auch. Dann geht es darum, das Kostbare zu entfalten und zur vollen Wirkung kommen zu lassen. Dieser Schritt muss bewusst gegangen werden, aber viele Menschen machen ihn leider nicht. Das Kostbare kann deshalb nicht aufblühen und bleibt vielleicht sogar im Verborgenen.

Wenn jemand stirbt, bedeutet dies auch, dass der Welt etwas Kostbares und Unersetzliches verloren geht. Ein Mensch verlässt diese Welt, aber er hat hoffentlich seine Kostbarkeit nicht im Verborgenen bleiben lassen.

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Wer nie scheitert entwickelt sich nicht …

„Wer nie scheitert entwickelt sich nicht und kann auch nicht glücklich werden, denn ihm fehlt die Erfahrung der eigenen Stärke.“ Martin Seligman

Wer nie scheitert entwickelt sich nicht, M. Seligman - Gestaltung: privat
Gestaltung: privat

Martin Seligman (geb. 1942) ist Professor an der PENN University in Philadelphia und Direktor des Positive Psychology Centers. Seine Forschungsschwerpunkte sind Depression, Optimismus, Positive Psychologie. Weltbekannt wurde er vor allem mit seiner Theorie der Erlernten Hilflosigkeit und mit seinen Beiträgen auf dem Gebiet der positiven Psychologie, wo ihm eine Pionierfunktion zukommt. Seligmans Forschungen brachten andererseits auch entscheidende Fortschritte für die Behandlung der Depression.

Scheitern ist nicht das Ende

Wer scheitert schon gerne? Scheitern gilt vielen Menschen als etwas (ganz) Schlimmes. Möchte nicht eigentlich gerne jeder jeden Tag glücklich sein und unbeschwert und in Freuden leben? Aber die Welt sieht anders aus. Jeden Tag scheitern unzählige Menschen an irgendetwas. Aber das Scheitern bringt auch eine andere Seite zum Vorschein.

Wer in seinem Leben nie scheitert, der wird sich als Person sehr wahrscheinlich nicht entwickeln können. Wie sollte er beispielsweise den Wert von Freundschaft, von Beziehung, schätzen lernen, wenn er nie in eine Krise gerät und nie erfährt, wie andere Menschen einem Halt und Zuversicht geben können? Wie sollte er die Erfahrung machen, an einer Herausforderung zu wachsen und einen Weg aus einer Krise zu finden, sich vielleicht buchstäblich „aus der Scheiße herauskämpfen“?

Wie sollte jemand glücklich sein, der nie die Erfahrung macht, etwas gemeistert zu haben? Und wie sollte jemand eigene Stärke erfahren können, wenn er im Leben nie durch Probleme und Krisen gefordert wird und diese bewältigt?

Scheitern gehört zum Leben dazu. Wenn man aber gerade in einer Krise steckt oder vor einem großen Problem steht, können die Krise oder das Problem die Gedanken völlig gefangen nehmen. Vielleicht bleibt aber trotzdem noch Raum, sich selbst Mut zuzusprechen, beispielsweise so: „So schlimm das Ganze jetzt ist, aber das ist nicht das Ende. Ich werde mich dadurch weiterentwickeln, an Stärke gewinnen und eigene Stärke erfahren. Und ich werde Glückserfahrungen machen.“.

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Niemand ist nutzlos in dieser Welt …

„Niemand ist nutzlos in dieser Welt, der einem anderen die Bürde leichter macht.“ Charles Dickens

Niemand ist nutzlos in dieser Welt, C. Dickens - Gestaltung: privat
Gestaltung: privat

Charles Dickens (1812-1870) war ein englischer Schriftsteller und Verleger. Er gilt als einer der bedeutendsten Vertreter der realistischen Literatur des 19. Jahrhunderts. Internationale Anerkennung und Bedeutung als Schriftsteller gewann er vor allem mit den Hauptwerken „Oliver Twist“ und „David Copperfield“, in denen sich zahlreiche autobiografische Elemente wiederfinden.

Niemand ist nutzlos

Erstaunlich viele Menschen schreiben sich selbst eine geringe Wertigkeit zu. Wir neigen dazu, uns mit anderen zu vergleichen und im Wettbewerb mit anderen ziehen wir dann vermeintlich den Kürzeren. In irgendeinem Bereich ist immer jemand anderes besser oder erfolgreicher als wir. Dann ist der Weg nicht weit, sich in der Selbstwahrnehmung als weniger wert oder sogar als nutzlos zu fühlen.

Die Selbstwahrnehmung ist oft verzerrt. Manchmal verlieren wir auch das Maß und gehen mit uns zu sehr ins Gericht. Um wieder eine bessere Balance zu finden, können wir den Blick darauf lenken, was wir für andere Menschen sein können und auch sind.

Jeder Mensch kann positive Spuren im Leben eines anderen hinterlassen. Schon daraus ergibt sich als Konsequenz, dass niemand nutzlos ist oder überhaupt sein kann, der positive Lebensspuren hinterlässt. Es sind nicht die großartigen Leistungen, auf die es ankommt. Es können auch die kleinen Zeichen der Aufmerksamkeit, der Beachtung oder auch Wertschätzung sein. Aber diese Zeichen sind wichtig und zählen.

Wir können einem anderen Menschen seine Bürde nicht abnehmen, aber wir können sie leichter machen. Bürden gibt es viele. Manche sind von anderen auferlegt und manche von einem selbst. Menschen leiden unter ihren Bürden, auch wenn sie es verbergen oder überspielen. Ein Zeichen der Aufmerksamkeit und Anteilnahme kann sich unauslöschlich im Gedächtnis einprägen und viele Jahre lang nachwirken, so wie bei Frank (Name geändert).

Frank steckte finanziell in Schwierigkeiten. Bernd (Name geändert) wusste davon. An einem grauen Novembermorgen stand Bernd unangemeldet vor Franks Tür und brachte ihm einen Räucheraal vorbei. Bernd war bekannt, dass Frank gerne Fisch isst. Nach einem kurzen Gespräch verabschiedete sich Bernd gleich wieder.

Von dieser Aufmerksamkeit war Frank sehr berührt. Heute, über ein Jahrzehnt später, sind die finanziellen Probleme längst Vergangenheit, aber an Bernds Besuch in der für ihn schwierigen Zeit kann sich Frank noch heute so erinnern, als wäre es gestern gewesen. Bernd hatte Franks Bürde etwas leichter gemacht.

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Wahre Liebe ist die uneigennützige Aufgabe …

„Wahre Liebe ist die uneigennützige Aufgabe, Raum zu schaffen, damit der andere sein kann, wer er ist.“ Jorge Bucay

Wahre Liebe ist die uneigennützige Aufgabe, J. Bucay - Gestaltung: privat
Gestaltung: privat

Jorge Bucay (geb. 1949) ist ein argentinischer Psychiater, Gestalttherapeut und Autor. Mit dem Titel „Komm, ich erzähl dir eine Geschichte“ gelang ihm der internationale Durchbruch als Autor. Bucays Bücher wurden in mehr als dreißig Sprachen übersetzt und haben sich weltweit über zehn Millionen Mal verkauft. Neben Paulo Coelho ist er einer der meistgelesenen Autoren Lateinamerikas.

Wahre Liebe gibt frei

Wohl kaum ein Begriff ist mit so vielen Bedeutungen besetzt wie der Begriff „Liebe“. Die Sozialpsychologie beschäftigt sich mit einem breiten Spektrum an Liebesausprägungen. So unterscheidet beispielsweise der kanadische Soziologe John Alan Lee hinsichtlich der zwischenmenschlichen Liebe mehrere sogenannte Liebesstile: spielerisch, romantisch, freundschaftlich, besitzergreifend, pragmatisch und altruistisch. Diese Liebesstile können natürlich in Kombination miteinander vorkommen und der Blick in die Welt bestätigt, dass dies auch so ist.

Was aber ist wahre Liebe? Das ist die große Frage. Die besitzergreifende Liebe, als Beispiel, kann es jedenfalls nicht sein, denn sie reduziert den anderen auf ein Objekt (beispielsweise ein Sexualobjekt), das man besitzen möchte. Der andere wird gewissermaßen auf ein Bild festgelegt, dem sie/er zu entsprechen hat. Was aber geschieht, wenn sich der andere weiterentwickelt und verändert? Ist sie/er dann weiterhin liebenswert und wird sie/er weiterhin geliebt?

Einengende Liebe provoziert immer wieder den Impuls, aus der Enge – vielleicht ist sie schon zum Gefängnis geworden – auszubrechen. Kann eine romantische Liebe dauerhaft bestehen, wenn sie besitzergreifend ist? Die Leidenschaft ist verbindendes Element, aber reicht das für eine langlebige und erfüllende Beziehung?

Die raumgewährende Liebe lässt dem anderen Spielraum, sich weiterzuentwickeln. Sie fordert nicht und setzt nicht unter Druck. Sie lässt den anderen sein, wie sie/er ist. Sie akzeptiert den anderen als ein Gegenüber auf Augenhöhe und hat das Wohl des anderen im Blick. Und obwohl sie den anderen freigibt, ist die Wahrscheinlichkeit gering, dass der andere die Freiheit missbraucht. Im Gegenteil: die Bindung wird sogar enger.

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Das Vergleichen ist das Ende des Glücks …

„Das Vergleichen ist das Ende des Glücks und der Anfang der Unzufriedenheit.“ Søren Kierkegaard

Das Vergleichen ist das Ende des Glücks, S. Kierkegaard - Gestaltung: privat
Gestaltung: privat

Søren Aabye Kierkegaard (1813-1855) war ein dänischer Philosoph, Essayist, Theologe und Schriftsteller. Er gilt auch als richtungweisender Vertreter der Existenzphilosophie, einer philosophischen Richtung, die im Zentrum ihres Denkens die Existenz des Menschen im weitesten Sinne hat.

Vergleichen ist das Ende des Glücks!

Es gibt ein todsicher wirkendes Rezept, sich selbst unzufrieden und unglücklich zu machen: das Vergleichen mit anderen Menschen. Es gibt immer jemand, der mehr Geld auf dem Bankkonto hat, der mehr Immobilien besitzt, der weiter in der Welt herumgekommen ist, der ein schnelleres Auto fährt, der mit einer besseren Figur gesegnet ist, der den attraktiveren Partner oder die attraktivere Partnerin hat und so weiter und so fort. Beim Vergleichen kann man nur verlieren. Hundertprozentig wird immer jemand anderes in irgendeiner Kategorie besser abschneiden.

Wenn Vergleichen todsicher unglücklich macht, wer wäre dann so dumm, dieses Rezept anzuwenden? Wenn das Verglichen bewusst geschähe, dann würden wahrscheinlich sehr viel weniger Menschen in die Sich-Vergleichen-Falle tappen. Aber das Vergleichen geschieht meist unbewusst und unwillkürlich.

Meist ist das Vergleichen auf ein bestimmtes Merkmal gerichtet, beispielsweise auf das Einkommen oder den beruflichen Erfolg. Wenn man den ganzen Menschen betrachten würde, dann würden auch unschöne Seiten und Defizite auffallen. Angenommen, man könnte hinter die Mauern blicken. Dann würde vielleicht erkennbar, dass der erfolgreiche Manager möglicherweise sehr viel Geld verdient, sich aber zu Hause gegenüber seiner Familie wie ein Schwein aufführt. Möchte man sich dann immer noch mit dieser Person vergleichen?

Das Gegenmittel

Gibt es ein Gegenmittel gegen das Vergleichen? Ja, das gibt es! Wenn bewusst wird, dass man mal wieder in die Sich-Vergleichen-Falle getappt ist, dann nimmt man es einfach zur Kenntnis und ruft sich selbst ein „Stopp!“ zu. So können wir mit dem Vergleichen bewusst aufhören und wieder selbst zu uns zurückkehren.

Dann können wir uns wieder auf uns selbst besinnen und auf unsere Einzigartigkeit. Jeder Mensch ist einzigartig und deshalb anders als alle anderen Menschen. Etwas Einzigartiges lässt sich nicht vergleichen. Deshalb verbietet sich auch der Gedanke: „Ich bin schlechter als die anderen“ oder „Ich bin besser als die anderen“. Ich bin ich, und ich bin so wie ich bin.

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Du glaubst, es hat doch keinen Sinn …

„Du glaubst, es hat doch keinen Sinn, und fragst dich, wozu du da bist. Doch dein Leben hat schon seinen Sinn, wenn auch nur einer sagt: Gut, dass du da bist!“ Petrus Ceelen

Du glaubst, es hat doch keinen Sinn, P. Ceelen - Gestaltung: privat
Gestaltung: privat

Petrus Ceelen (geb. 1943) ist ein belgischer Theologe, Schriftsteller und Aphoristiker. Viele Jahre war er als Seelsorger in Süddeutschland tätig, zunächst als Gefängnisseelsorger und anschließend als Seelsorger für HIV-Infizierte und AIDS-Kranke.

Die Sinnfrage – eine Frage der Perspektive?

Wohl jeder stellt sich im Lauf des Lebens mindestens einmal die Sinnfrage: „Was ist der Sinn meines Lebens?“ Viele Menschen vermögen den Sinn ihres Lebens nicht zu erkennen oder haben nur eine sehr unklare Vorstellung.

Die Frage lässt sich aus zwei Perspektiven betrachten: zunächst aus der Perspektive des Fragenden. Dann wird die Frage mehr Ich-bezogen gestellt: „Was bringt mir das Leben?“, „Was habe ich vom Leben?“ oder „Wofür lohnt ich das Leben?“. So oder ähnlich mag die Frage lauten.

Aus der anderen Perspektive betrachtet, kann die Frage in etwa so lauten: „Welchen Sinn hat mein Leben aus Sicht meiner Mitmenschen?“ Das Leben hat in jedem Fall dann einen Sinn, wenn das Leben eines oder mehrerer Mitmenschen dadurch bereichert wird. Dann ist es ein „Gewinn“ für andere.

Um jemand bereichern zu können, muss man natürlich etwas geben können. Dazu ist jeder Mensch in der Lage. Es reicht schon, wenn man anderen Menschen zugewandt und freundlich begegnet. Vielleicht kann man einem anderen Menschen ein freundliches Lächeln schenken, und vielleicht ist gerade dieses freundliche Lächeln die einzige Aufmerksamkeit, die dieser Mensch an diesem Tag erfährt. So wäre man schon alleine dadurch für einen anderen Menschen wertvoll.

Aus dieser anderen Perspektive betrachtet stellt sich die Frage nach dem Lebenssinn eigentlich nicht mehr. Das Leben kann zu jedem Zeitpunkt aus Sicht anderer Menschen mit Sinn erfüllt werden, indem Begegnungen bereichert werden. Jeder kann etwas geben! Dazu sind keinerlei materielle Investitionen erforderlich. Aufgeschlossenheit, Zuneigung, Freundlichkeit und auch etwas Zeit genügen.

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Du kennst dich aus mit Dow Jones und Dax …

„Du kennst dich aus mit Dow Jones und Dax. Weißt du eigentlich, wie hoch du selbst im Kurs stehst? Vielleicht bist du viel viel mehr wert, als du glaubst.“ Petrus Ceelen

Du kennst dich aus mit Dow Jones und Dax, P. Ceelen - Gestaltung: privat
Gestaltung: privat

Petrus Ceelen (geb. 1943) ist ein belgischer Theologe, Schriftsteller und Aphoristiker. Viele Jahre war er als Seelsorger in Süddeutschland tätig, zunächst als Gefängnisseelsorger und anschließend als Seelsorger für HIV-Infizierte und AIDS-Kranke.

Wie hoch stehe ich im Kurs?

Viele Menschen, die sich für das Wirtschaftsgeschehen interessieren, kennen die wichtigen Börsenindizes, darunter insbesondere Dow Jones und Dax. Ein Börsenindex spiegelt die Wertentwicklung einer Anzahl von Aktien wider, die in diesem Index enthalten sind. So misst beispielsweise der deutsche Aktienindex (DAX) die Wertentwicklung der 30 größten und liquidesten Unternehmen des deutschen Aktienmarktes.

Und wie hoch steht man selbst im Kurs? Viele Menschen stellen sich diese Frage und messen sie etwa an ihrem Vermögen, an ihrer gesellschaftlichen Bedeutung, an ihrem bisherigen beruflichen Karrierefortschritt und an manch weiteren Kriterien.

Diese Wertentwicklungen sind naturgemäß Schwankungen unterworfen. Die Indexkurve mag sich vielleicht sogar rasant in Richtung Null entwickeln. Ein Vermögen kann sehr schnell schrumpfen oder sich sogar ganz plötzlich in Luft auflösen. Eine berufliche Karriere geht irgendwann zu Ende. Wertentwicklungen, die von externen Faktoren abhängig sind, sind stets volatil.

Gängige Wertmaßstäbe sagen so gut wie nichts über den Menschen selbst aus. Ist etwa die gesellschaftliche Bedeutung nur deshalb hoch, weil eine beruflich bedeutende Position erreicht wurde? Wäre sie auch hoch, wenn die betreffende Person einen wenig angesehenen Beruf hätte und sich gerade so über der Armutsgrenze hielte?

Und wie sieht es in der Schau nach innen aus? Viele Menschen nehmen sich selbst nicht als wertvoll wahr und sind sich ihrer Würde nicht bewusst. Dabei hat jeder Mensch Würde, die nicht zu übertreffen ist, und darf, ja muss sich seiner Würde bewusst sein. Folglich steht jeder Mensch hoch im Kurs.

Wie wäre es mit einem imaginären Index, der positive Wirkungen und Einflüsse eines Menschen auf andere misst? Diesen Kurs könnte jeder Mensch völlig selbst bestimmen. Eine Messgröße, dass der Kurs hoch ist, wäre dann beispielsweise, wenn man zu hören bekommt: „Gut, dass du da bist!“.

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Wir werden ständig manipuliert …

„Wir werden ständig manipuliert, um zu verlernen, Gestalter unseres eigenen Lebens zu sein, uns wertschätzend zu begegnen, und damit für uns selbst und für andere die Basis für persönliche Erfüllung zu schaffen.“ Nicole Bauer

Wir werden ständig manipuliert, N. Bauer - Gestaltung: privat
Gestaltung: privat

Nicole Bauer (geb. 1978) ist eine deutsche Juristin und Ausdauersportlerin. Als Teammitglied im „XXL Co-Creative Team“ gewann sie 2016 als einzige Frau im 4-Person-Mixed das „Race across America“.

Gestalter des eigenen Lebens sein

In dem Buch „Wie Träume wahr werden“*, dessen Co-Autorin sie ist, resümiert Nicole Bauer gegen Ende des sehr lesenswerten Buchs die Zeit vor, während und nach dem Race Across America, Dieses Radrennen, kurz RAAM, führt über fast 5000 km und 50000 Höhenmeter von der amerikanischen Westküste bis zur Ostküste. Es gilt als inoffizielle Weltmeisterschaft des Radsports.

Sie setzt sich mit Bedenken und Einwänden anderer Menschen auseinander, die zum Ziel hatten, sie in eine ihr „widerstrebende Mittelmäßigkeit zurückzudrücken“. Sie gab diesen Bedenken und Einwänden jedoch nicht nach und stellte sich der selbst gewählten Herausforderung.

Wir werden ständig mehr oder weniger subtil beeinflusst, Macht über uns abzugeben und anderen die Gestaltung unseres Lebens zu überlassen. Aber so wie jede Medaille zwei Seiten hat, haben wir die Möglichkeit, uns entweder manipulieren zu lassen oder dem Manipulationsversuch zu widerstehen.

Das eigene Leben aktiv zu gestalten mag viel Energie einfordern. Es ist, bildlich gesprochen, immer leichter, den Kopf in das weiche Kissen zurücksinken zu lassen als aufzustehen und etwas in Angriff zu nehmen. Aber es lohnt sich ungemein, das eigene Leben aktiv zu gestalten.

Was wäre geschehen, wenn das „XXL Co-Creative Team“ nicht als Sieger durchs Ziel gefahren wäre? Dann hätte es für die Teammitglieder natürlich nicht die begehrte Siegerplakette gegeben. Aber eines wäre in jedem Fall geblieben: die durch nichts zu ersetzende Erfahrung, zusammen mit anderen Menschen eine unwahrscheinlich intensive und bereichernde Zeit erlebt zu haben.

Wenn wir uns mit anderen Menschen auf den Weg machen, ein gemeinsames Anliegen zu verfolgen, gewinnen wir in jedem Fall. Wir machen die Erfahrung, „Gestalter unseres eigenen Lebens zu sein, uns wertschätzend zu begegnen, und damit für uns selbst und für andere die Basis für persönliche Erfüllung zu schaffen.“

*„Wie Träume wahr werden“, Gerald Hüther, Sven Ole Müller, Nicole Bauer, Wilhelm Goldmann Verlag, 2018

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Alles ist miteinander verbunden …

„Alles ist miteinander verbunden, und hat einen Sinn. Obwohl dieser Sinn meist verborgen bleibt, wissen wir, dass wir unserer wahren Mission auf Erden nah sind, wenn unser Tun von der Energie der Begeisterung durchdrungen ist.“ Paolo Coelho

Alles ist miteinander verbunden, P. Coelho - Gestaltung: privat
Gestaltung: privat

Paulo Coelho de Souza (geb. 1947) ist ein brasilianischer Schriftsteller und Bestsellerautor. Seine Bücher verkauften sich bisher weit über 200 Millionen Mal.

Nachdem ihn Angang der 1970er Jahre eine zweijährige Reise durch mehrere Kontinente führte, schrieb er, wieder in Brasilien, Theaterstücke und verfasste provokative Songtexte. Mehrere Gefängnisaufenthalte unter der in den siebziger Jahren herrschenden Militärdiktatur waren die Folge. Coelho war Zeit seines Lebens politisch engagiert und setzte sich für mehr Freiheit und Selbstbestimmung ein.

Sein Engagement für die weniger privilegierten Menschen brachte ihm ebenso hochrangige Auszeichnungen ein wie sein literarisches Werk. So wurde er unter anderem 1996 zum UNESCO-Sonderbotschafter und 2007 zum UN-Friedensbotschafter ernannt.

Sich selbst begeistern

Manchmal gleicht das Leben einem Blindflug. Es passieren Dinge, die keinen Sinn zu machen scheinen. In der aktuellen Sicht passt einfach nichts zusammen. Aber im Rückblick, manchmal erst Jahre später, ist nicht selten erkennbar, dass doch alles irgendwie einen Sinn hatte. Vielleicht sind wir an und in Schwierigkeiten gewachsen und sie haben uns weitergebracht. Sie haben uns vielleicht von etwas Schlimmerem abgehalten. Wir hätten uns nicht so entwickeln können, wenn sie uns erspart geblieben wären.

Wie sind Ereignisse und Wege im Leben miteinander verbunden? Eine offene Frage. Vielleicht war aber ein Ereignis der Auslöser dafür, sich selbst nach der Mission im Leben zu fragen. Andere Begriffe für „Mission“ sind „Lebensaufgabe“ und „Lebensanliegen“ (ein Anliegen, welches sich durch das ganze Leben zieht und weit über Erfolg hinausgreift).

Was begeistert noch im Leben? Die persönliche Mission hat etwas mit Sehnsüchten und Träumen zu tun. Sehnsüchte und Träume bringen Begeisterung hervor, auch wenn sie noch lange nicht erfüllt sind. Diese Art von Begeisterung ist kein Strohfeuer, sondern entfacht sich immer wieder neu. Sie setzt Lebensenergie frei. Sie braucht kein Entzünden von außen, durch andere Menschen, sondern der Funke kommt immer wieder von innen.

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