Reinkarnationserfahrungen – Sind sie möglich?

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Durchaus nicht selten wird über Reinkarnationserfahrungen berichtet. Erlebnisse und Erfahrungen werden geschildert. Doch sind Reinkarnationserfahrungen überhaupt möglich?

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Was geschieht mit mir wenn ich sterbe - Gestaltung: privat

Dieser Beitrag ist Teil der Serie „Was geschieht mit mir wenn ich sterbe?
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Das im Weltbild der Erfahrungsreligionen (Hinduismus, Buddhismus) und der Esoterik verwurzelte Konzept der zyklischen Existenz impliziert mehr oder weniger lange zeitliche Abstände zwischen Inkarnationen. Hinduismus und Esoterik gehen von einer inkarnationsübergreifenden Individualität des Menschen aus. Die „ewige“ Individualität wird von der Esoterik mit dem Begriff „Überseele“ ausgedrückt. Diese manifestiert sich während einer Inkarnation als Persönlichkeit. Mit anderen Worten: Jeder Mensch besitzt eine unzerstörbare Überseele und während eines Erdenlebens, einer Inkarnation, eine Persönlichkeit.

Dem Weltbild der zyklischen Existenz zufolge wird ein Mensch wiederholt wiedergeboren, zumindest so lange bis ein Zustand der „Erlösung“ erreicht ist. Es liegt nahe anzunehmen, dass die Erinnerung an ein früheres Leben, eine frühere Inkarnation, möglich ist. In der Realität stellen Menschen jedoch fest, dass sie keine Erinnerung an eine frühere Existenz haben. Dies wird in der Esoterik-Literatur damit begründet, dass der Mensch vom Ballast früherer Existenzen befreit sein und sich völlig auf die Lernziele der aktuellen Inkarnation konzentrieren können solle.

Reinkarnationstherapie

Das Konzept der Reinkarnationstherapie bricht mit dem Prinzip der „Ballastfreiheit“, indem gezielt eine Rückführung an den Beginn der aktuellen und in frühere Inkarnationen erfolgt. Die Reinkarnationstherapie geht auf den US-amerikanischen Psychiater Denys Kelsey zurück, der seine Erfahrungen im Jahr 1968 in Buchform veröffentlichte. Als deutscher Pionier gilt der Diplompsychologe und Esoteriker Thorwald Dethlefsen (1946-2010). In seit dem Jahr 1968 durchgeführten Experimenten gelang es ihm nach eigenen Angaben mittels Hypnose, Versuchspersonen in ihrem jetzigen Erdenleben bis zum Augenblick ihrer Empfängnis zurückzuführen und sie darüber hinaus auch frühere Inkarnationen wiedererleben zu lassen. Protokolle seiner Experimente veröffentlichte er in seinen Büchern „Das Leben nach dem Leben“ und „Das Erlebnis der Wiedergeburt“.

Die Reinkarnationstherapie gründet auf der Prämisse, dass im Unterbewusstsein alles seit der allerersten Inkarnation Erlebte gespeichert ist. Rückführungen in frühere Inkarnationen können Zusammenhänge verdeutlichen, deren Ursprünge in der mehr oder weniger weit zurückliegenden Vergangenheit liegen. Ziel einer Reinkarnationstherapie ist somit, Problemursachen aufzudecken, Probleme zu bearbeiten und eine positive Veränderung für dieses Leben, die aktuelle Inkarnation, zu erreichen. Ein Stillen der Neugierde, wie frühere Inkarnationen wohl verlaufen sein mögen, welche Begegnungen es gab oder bei welchen Ereignissen man Zeitzeuge war, steht völlig im Hintergrund.

Die Entwicklung einer neuen Methode machte die Hypnose der Versuchspersonen überflüssig. Nach etwa zwei bis drei Sitzungen erlebt eine Person nach Dethleffsens Angaben eine Zeitregression, die ihn seine eigene Geburt noch einmal bewusst durchleben lässt. Im Verlauf weiterer Sitzungen wird eine Person zum Augenblick der Zeugung zurückgeführt. Erst nach ausgiebiger Betrachtung vorgeburtlicher Erfahrungen und des Geburtsprozesses selbst wird eine Person in frühere Inkarnationen geführt. Nach einem Überblick über einige frühere Inkarnationen schälen sich eines oder mehrere sogenannte Symptome (z. B. Angst) heraus, die dann durch die vergangenen Inkarnationen hindurch nachverfolgt werden. Wie Dethleffsen in seinem Buch „Schicksal als Chance“ erwähnt (S. 227), gelten Erinnerungen an etwa 12 000 Jahre zurückliegende Inkarnationen keineswegs als besonders alt.

Im Verlauf der Nachverfolgung eines Symptoms entwickelt sich eine Symptomkette, da ein Symptom in mehreren Inkarnationen auftritt. Wenn das erstmalige Auftreten eines Symptoms ermittelt wurde, kann die betreffende Person gezielt zu jener Situation zurückgeführt werden, in der sie selbst den Grund, die „karmische Schuld“, für die sich über Inkarnationen hinweg ziehende Leidenskette legte. Wenn eine Person ihre karmische Schuld anerkennt, übernimmt sie damit auch die Verantwortung für ihr Schicksal.

Eine Reinkarnationstherapie verhilft einer Person zu einem individuellem Wiedererleben der Anfänge der aktuellen Inkarnation und einer Reihe früherer Inkarnationen. Eine Überprüfung des Geschilderten auf Plausibilität erfolgt nicht.

Erinnerungen an frühere Inkarnationen

In der Literatur findet sich durchaus zahlreiche Schilderungen von Erinnerungen an frühere Inkarnationen. Allerdings leiden anekdotische Schilderungen unter dem Makel mangelnder Überprüfbarkeit, je weiter Reinkarnationserfahrungen in die Vergangenheit zurückreichen. Es lässt sich beispielsweise kaum überprüfen, welche Personen im Jahr 100 n. Chr. in Rom in einer bestimmten Straße lebten. Berichte zu Reinkarnationserfahrungen könnten, wie auch einige der im Zusammenhang mit zuvor dargestellten Phänomenen geschilderten Erlebnisse bzw. Erfahrungen, frei erfunden sein.

Ernst zu nehmen sind Schilderungen früherer Inkarnationen erst dann, wenn sich ein Sachverhalt objektiv von Dritten überprüfen lässt. Dies wäre dann der Fall, wenn der Erzählende Dinge berichtet, die er selbst unmöglich wissen kann. Ein Beispiel wäre die Darlegung von Nachbarschaftsverhältnissen in einem bestimmten in der Vergangenheit liegenden Jahr in einer Stadt, in der der Erzählende in einer vorhergehenden Inkarnation gewohnt haben will. Als Bedingung gilt, dass sich der Erzählende die Informationen nicht aus irgendwelchen Quellen beschafft haben kann. Zusätzlich würde die Darlegung erhärtet, wenn der Erzählende in seinem jetzigen Leben noch nie in dieser Stadt war. Wenn sich der Sachverhalt objektiv bestätigen lässt, ist damit die Reinkarnationserfahrung validiert.

Erinnerungen von Kindern

Von Kindern berichtete Reinkarnationserfahrungen stehen oft in einem Zusammenhang mit einer Nahtoderfahrung. In ihrem Buch „Wir waren im Himmel“ gibt P.M.H. Atwater einige Schilderungen wieder. Stellvertretend seien die Folgenden kurz skizziert.

Von einem Kind namens Dial ist zu lesen (S. 76): „Sie hat ein Muttermal auf ihrer rechten Schulter, das zu ihrer Erinnerung passt, dort während eines früheren Lebens eine Schussverletzung bekommen zu haben, und es tut ihr von Zeit zu Zeit noch immer weh.“

Die Schilderung einer Mutter (Nila) gibt ein Gespräch mit ihrem Sohn wieder (S. 84): „… bekam er einen abwesenden Ausdruck in den Augen, während wir am Esstisch saßen. Dann sagte er zu mir: »Du bist netter als meine letzte MummyIch bat ihn, sie zu beschreiben, und er sagte, dass sie langes rotes Haar gehabt habe und schnell wütend geworden sei. Er beschrieb ein ziemlich prachtvolles doppelstöckiges Steinhaus; außerdem seine Mutter mit einem Baby in ihren Armen, die sich von meinem Sohn und seinem Vater aus seinem früheren Leben verabschiedete. Sie fuhren aus geschäftlichen Gründen fort, aber ertranken auf einem Schiff, das versank. Er sprach immer bestimmte Worte mit einem schottischen Akzent aus, als er noch klein war, und er wollte mich immer herumkommandieren, als ob ich eine Bedienstete wäre. Das schien ganz natürlich für ihn zu sein.

Auch die Schilderung von Marcela bezieht sich auf eine frühere Inkarnation (S.85 f.): „Während meiner Kindheit habe ich alles Mittelalterliche und Britische geliebt, sehr zum Erstaunen meiner Mutter. Ich lechzte danach zu lernen, doch ich bevorzugte England weiterhin, vor allem die Edwardische Epoche, die Regierungszeit Edwards VII. von 1901 bis 1914. Ich beobachtete, wie ich im Wasser starb, nachdem die ‚Titanic‘ gesunken war [dies geschah 1912, Anm. des Autors]. Ich schien ein Mann Ende vierzig, Anfang fünfzig zu sein. Demnach wäre ich etwa 1870 geboren worden. Ich fühle mich zu Natur-, Weltraum- und Geschichtsdokumentationen hingezogen, zu reinen Sachthemen. Fiktionales erscheint mir absurd. Ein weiteres Kindheitserlebnis, das ich hatte, war der Anblick der Schwarz-Weiß-Zeichnung eines Kindes von einem Ozeantanker, der bei Nacht in der stürmischen See hin- und hergeworfen wurde. Ich erinnere mich noch sehr genau. Selbst heute noch, an das Gefühl tiefster Angst, das in mir aufstieg, als ich dieses Bild sah. Ich glaube, dass ich selbst heute nicht dasselbe Buch auf dieser Seite würde aufschlagen wollen! Es erinnert mich an die ‚Titanic‘“.

Vordergründig kann davon ausgegangen werden, dass Kinder keine Reinkarnationserfahrungen erfinden, insbesondere dann nicht, wenn sie das Konzept der Reinkarnation noch nicht kennen bzw. davon erfahren haben. Sind diese Bedingungen jedoch nicht erfüllt, ist nicht auszuschließen, dass Schilderungen frei erfunden sind oder verfälscht oder „angereichert“ wurden.

Bei den genannten anekdotischen Schilderungen ist das jeweilige Lebensalter der Kinder zum Zeitpunkt ihrer Schilderung nicht angegeben. Die Schilderungen wurden auch nicht überprüft. Da sie wenig konkret sind – u. a. fehlen konkrete Namens-, Orts- und Datumsangaben – ist eine Überprüfung auch kaum möglich.

Erinnerungen von Erwachsenen

Im Verhältnis zur Weltbevölkerung sind nur äußerst wenige anekdotische Schilderungen von Reinkarnationserfahrungen bekannt. Dies liegt sicherlich darin begründet, dass das Konzept der Reinkarnation zumindest in der westlichen Hemisphäre sehr kritisch betrachtet wird. Außerdem gilt es als wissenschaftlich nicht fundiert und widerspricht darüber hinaus auch den Aussagen der Offenbarungsreligionen (Judentum, Christentum, Islam).

Ein weiterer wesentlicher Grund für die geringe Zahl an publizierten Schilderungen von Reinkarnationserfahrungen mag darin liegen, dass eine zweite Person, eine Art Therapeut, erforderlich ist, um strukturiert in die Reinkarnationserfahrungen zu führen. Wenn ein bei Menschen häufiger beobachtetes psychisches Phänomen, wie beispielsweise eine Phobie, eine Panikstörung oder eine Zwangsstörung, auftritt, wird naturgemäß eine Behandlung durch psychologisches Fachpersonal ins Auge gefasst. Dass die Symptomatik möglicherweise mit einer früheren Inkarnation in Zusammenhang stehen könnte, liegt bei den meisten Menschen eher außerhalb ihrer Vorstellungskraft. Die Kontaktaufnahme mit einer Art „Reinkarnationstherapeut“ und eine anschließende Reinkarnationstherapie erscheint nur dann überlegenswert, wenn sich die betreffende Person bereits ernsthaft mit dem Thema oder verwandten Themen beschäftigte.

Schließlich stellt die Überprüfbarkeit noch eine weitere Hürde dar. Eine Schilderung einer Reinkarnationserfahrung muss zwingend überprüfbar sein, wenn sie ernst genommen und anerkannt werden soll. Der Erzählende muss folglich, wie zuvor bereits erwähnt, hinreichende Einzelheiten benennen können, die er selbst in seinem jetzigen Leben nicht wissen und auch nicht in Erfahrung gebracht haben kann.

Reinkarnationserfahrung von Bruce Kelly

In seinem Buch „The Reincarnation of James – The Submarine Man” beschreibt der US-amerikanische Hypnotherapeut Rick Brown die Reinkarnationserfahrung von Bruce Kelly, seinerzeit Vertriebsbeauftragter. Eine zusammenfassende deutschsprachige Darstellung wurde von Dieter Hassler veröffentlicht.

Bruce Kelly, 1953 geboren, litt unter Klaustrophobie, Wasserphobie und medizinisch nicht erklärbaren Brustschmerzen. Die Klaustrophobie, die in engen oder geschlossenen Räumen Angst oder gar Panikattacken verursacht, trat insbesondere dann auf, wenn er für seine häufigen berufsbedingten Reisen auch gelegentlich das Flugzeug benutzen musste. Das Schließen der Türen eines Flugzeugs führte regelmäßig zu einer Panikattacke, die erst allmählich wieder abflaute. Auch Wasser verursachte Angstgefühle, beispielsweise beim Baden in der Badewanne. Das Baden in Gewässern vermied er weitgehend. Beim Eintauchen in das Wasser kam es, sobald die Kniehöhe überschritten wurde, zu unregelmäßiger Atmung, Schwindel, Übelkeit, Zittern und Krämpfen. Ihn plagten auch immer wiederkehrende stechende Schmerzen, die in seinem Magen begannen und sich dann in Richtung Brust bewegten. Ärztliche Untersuchungen endeten ohne Befund. Ärzte konnten keine Erklärung für seine Beschwerden finden und bezeichneten die Symptome als idiopathisch, d. h. die Ursache konnte nicht nachgewiesen werden.

Im Jahr 1987 wandte sich Bruce Kelly telefonisch an Rick Brown mit der Bitte um Beantwortung einiger metaphysischer Fragestellungen. Das Gespräch verlagerte sich in Richtung Reinkarnation und Rückführung in frühere Inkarnationen. Bruce Kelly entschied sich dafür, sich in frühere Inkarnationen rückführen zu lassen.

Nach der ersten Sitzung, in der es vornehmlich um Symptombetrachtung und Therapieziele ging, erfolgte in der zweiten Sitzung eine Rückführung. Bruce Kelly wurde gebeten, sich an Zeitpunkt und Ort zu erinnern, an dem die in einem Flugzeug so intensiv gefühlten Ängste erstmals aufgetreten waren.

Aufgrund der Symptomatik lag wohl nahe, eine Verbindung zu einem Flugzeugabsturz in ein Gewässer zu vermuten. Unter Hypnose äußerte Bruce Kelly jedoch, dass er sich in einem U-Boot befinde und sterbe. Er sah sich in ein Abteil eingesperrt, das sich zusehends mit Wasser füllte und aus dem er sich nicht befreien konnte. Mit ihm in demselben Abteil sei Walter Pilgram ertrunken. Das Boot sei gesunken und niemand habe überlebt.

Konkretere Fragen konnte Bruce Kelly durchaus präzise beantworten. Sein Name sei James Johnston gewesen. Er habe auf dem U‑Boot mit dem Namen „Shark“ (Haifisch) und der Bezeichnung SS‑174 Dienst getan. Dieses sei Teil der Asiatischen Flotte und in der Bucht von Manila, Philippinen, stationiert gewesen. Auch die Stelle des Untergangs konnte er lokalisieren.

Rick Brown zufolge war Bruce Kelly in der Lage, zu benennen, wo er sich am Tag des Untergangs in dem U‑Boot befand und was um ihn herum geschah. Das Boot sei am 11. Februar 1942 auf Aufklärungsmission gewesen und sei morgens getaucht gefahren, da in dem Gebiet japanische Schiffe gemeldet worden seien. Ein japanischer Zerstörer habe das U‑Boot entdeckt und gegen 11:30 Uhr mit Wasserbomben angegriffen. Eine Wasserbombe habe das Boot beschädigt, als er in einem langen Gang zu seinem Posten habe gelangen wollen. Das U‑Boot sei durchgeschüttelt worden und die Lichter seien erloschen. Er sei gestürzt, habe wieder aufstehen und im Dunkeln seinen Weg finden wollen. Kurzzeitig habe die Beleuchtung wieder funktioniert, jedoch habe es kurz danach einen Volltreffer durch eine weitere Wasserbombe gegeben. Die Hülle des Bootes sei aufgerissen worden, die Beleuchtung sei sofort wieder ausgefallen und er sei erneut gestürzt. Wasser sei schnell in das Boot eingedrungen. Er habe realisiert, dass er sterbe. Neben ihm sei Walter Pilgram gewesen. Aufgrund des schnell einströmenden Wassers sei ein Entkommen aus dem U- Boot unmöglich geworden. Er sei gestorben, bevor das Boot den Meeresboden erreicht habe.

In der Person von James Johnston ertrank gewissermaßen Bruce Kelly in einem U‑Boot. Flugzeugrümpfe und U‑Boote weisen durch die langgestreckte zylindrische Form eine gewisse Gemeinsamkeit auf. Nach der Rückführung unter Hypnose konnte Bruce Kelly seine Ängste, bildlich gesprochen, im Boot zurücklassen. Klaustrophobie, Wasserphobie und auch die Schmerzen in der Brust verschwanden.

Eine spätere Nachprüfung von Bruce Kellys Angaben in diversen Registern erwies deren Richtigkeit. Unter anderem konnte er mit Robert Miller und Walter Pilgram zwei Besatzungsmitglieder namentlich benennen. Da das Leben von James Johnston noch nicht lange zurücklag und einige seiner Verwandten, Freunde und Bekannten noch am Leben waren, konnten auch diese Bruce Kellys Aussagen bestätigen.

In seinem aktuellen Leben hatte Bruce Kelly keinerlei Bezug zu U‑Booten. Auch wo die Insel Celebes (heute Sulawesi) liegt, in deren Nähe das U‑Boot sank, wusste er bis zu seiner Rückführung nicht. Die indonesische Insel Sulawesi liegt zwischen Borneo und Neuguinea.

Einige Zeit nach den Rückführungen besuchten Bruce Kelly und Rick Brown gemeinsam das U-Boot „USS Pampanito“, das heute als Museumsschiff in Fisherman’s Wharf im Hafen von San Francisco liegt. Dieses U-Boot ist weitgehend baugleich mit dem Boot, auf dem James Johnston Dienst tat. Schon der erste Blick löste bei Bruce Kelly eine körperliche Reaktion aus: er bekam Magenkrämpfe. Doch er betrat das Boot trotzdem und bewegte sich umgehend zu der Stelle, an der er als James Johnston ertrunken war, und zeigte sie Rick Brown. Das damalige Geschehen schien Bruce Kelly in abgemilderter Form erneut zu durchleben. Auch technische Einrichtungen des Bootes konnte er erklären. Bei der Wiedergabe seiner Erinnerungen verwendete er die Ich-Form. In gewisser Weise sprach nicht mehr Bruce Kelly, sondern der umgekommene James Johnston.

Reinkarnationserfahrung der Lehrerin „L. D.“

In ihrem Buch „Under the Inquisition: An Experience Relived” schildert die Regressionstherapeutin Linda Terazi die Reinkarnationserfahrung der US-amerikanischen Lehrerin L. D. Diese, Mutter von zwei Kindern, litt unter Kopfschmerzen und empfand, dass sie Unterstützung bei der Kontrolle ihres Gewichts benötigte.

Im Verlauf von 36 Sitzungen mit Regression schilderte L. D., dass sie im 16. Jahrhundert als „Antonia“ in Deutschland, Holland, England, Spanien und Peru gelebt habe. Wenn dies zutrifft, war sie u. a. Zeitzeugin der Regentschaft von Königin Elizabeth I. und der spanischen Inquisition.

Der erste Hypnotherapeut, dem sich L. D. anvertraute, stammte aus Holland. Er befragte sie zu Einzelheiten holländischer Geschichte in den Jahren um 1580. Als „Antonia“ korrigierte sie den Hypnotherapeuten gelegentlich und nannte konkrete Einzelheiten. In einer Sitzung berichtete sie beispielsweise, dass Don Fernando de Toledo der spanische Gouverneur von Holland gewesen sei als sie dort gelebt habe. Der Hypnotherapeut wandte ein, dass der Herzog von Alva der Gouverneur gewesen sei. Antonia antwortete, dass dies sein Titel gewesen sei, sie jedoch seinen Namen genannt habe. In der Tat wird in den Geschichtsbüchern der Titel häufiger genannt als der Name. Antonia lag somit richtig. L. D. war dies nicht bekannt. Sie hatte hinsichtlich holländischer, spanischer oder auch englischer Geschichte keine Kenntnisse.

Antonia gab auch Hinweise zu ihrer Reise nach Peru und ihrem Aufenthalt in Lima. Die Informationen, die Antonia dazu angab, konnten schließlich nur mithilfe eines Jahrhunderte alten, in der Northwestern University vorhandenen, Buches verifiziert werden. Dieses Buch wurde vor der Recherche nie aus der Bibliothek entnommen. Es bezog sich hauptsächlich auf Quellen aus dem 16. Jahrhundert und war selbst für einen Spanischlehrer schwer verständlich. Das Buch half dabei, Antonias Informationen zu bestätigen, die sie im Hinblick auf den während ihres dortigen Aufenthalts entstandenen Konflikt zwischen dem Inquisitor Juan Ruiz de Prado, ihrem Onkel, und dem Vizekönig von Peru, Villar, angab.

Juan Ruiz de Prado, so habe sie erfahren, sei ihr biologischer Vater gewesen. Während der Name „Villar“ mit einigen Schwierigkeiten in einer englischsprachigen Quelle gefunden wurde, war dies bei den Namen der am Konflikt Beteiligten Inquisitoren (neben de Prado auch der Inquisitor Ulloa) erst Jahre später in einem unbekannten alten spanischen Buch möglich.

Auch eine Beschreibung des Gebäudes in Cuenca, Spanien, in dem das Tribunal der Inquisition untergebracht war, konnte Antonia geben. Dem staatlichen Tourismusbüro zufolge befand es sich in der Calle de San Pedro 58. Dieses Gebäude hatte jedoch nicht die geringste Ähnlichkeit mit dem von Antonia beschriebenen. Bei ihren Recherchen fand Linda Terazi in einem unbekannten spanischen Buch über Cuenca heraus, dass das Tribunal im Dezember 1583 von der angegebenen Adresse in ein altes Schloss über der Stadt verlegt wurde. Dieses Gebäude entsprach vollkommen der Beschreibung Antonias. Im Jahr 1989 wurde im Bischöflichen Archiv von Cuenca mehr über diesen Sachverhalt gefunden. Antonia behauptete, im Mai 1584 in Cuenca angekommen zu sein, fünf Monate nach dem Umzug.

Während der Sitzungen konnte Antonia viele Einzelheiten aus ihrem Leben benennen. Die zur Überprüfung erforderlichen Recherchen nahmen etwa drei Jahre in Anspruch und erwiesen sich als sehr aufwändig. Viele von Antonias Angaben ließen sich nur in spanischsprachigen Quellen, hauptsächlich alten Büchern, überprüfen. L. D., die Lehrerin, hatte jedoch keine spanischen Vorfahren und sprach auch kein Spanisch. Sie konnte sich all dies nicht einfach ausgedacht haben.

Heilung von Schuppenflechte (Psoriasis)

Die Überprüfbarkeit erzählter Fakten aus einer früheren Inkarnation spielt eine wichtige Rolle, wenn die Frage zu beantworten ist, ob es sich bei Reinkarnationserfahrungen um Fiktion oder tatsächlich Erlebtes handelt. Im Hinblick auf die Beantwortung persönlicher Fragen scheint das Kriterium der Überprüfbarkeit jedoch sehr geringe Bedeutung zu haben. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn körperliche Symptome vorliegen, deren Ursache sich durch medizinische Untersuchungen nicht klären lässt (idiopathische Symptome). Einer Person, die sich durch eine Rückführung Aufklärung über die Ursache des bzw. der Symptome erhofft, ist primär an Befreiung oder Heilung gelegen und weniger daran, ob sich die erinnerten Fakten durch externe Quellen verifizieren lassen.

Die Medizinerin und Rückführungstherapeutin Bibiana Bistrich beschrieb in „The International Journal of Regression Therapy“ den Fall einer Frau, die sie in ihrem Beitrag Bea nannte. Bei Bea wurde Psoriasis Vulgaris, auch als Plaque-Psoriasis bezeichnet, diagnostiziert. Plaque-Psoriasis gilt als die häufigste klinische Form der Schuppenflechte. Auf der Haut zeigen sich erhabene, scharf und unregelmäßig begrenzte, rötliche Plaques mit silbriger Schuppung. Von Schuppenflechte betroffene Menschen leiden wegen der sichtbaren Merkmale auf der Haut erheblich unter Stigmatisierung und Diskriminierung.

Die krankhaften Gewebsveränderungen zeigten sich bei Bea schon seit ihrem Teenager-Alter. Etwa 30 % ihrer Hautfläche waren betroffen. Sie war bei verschiedenen Dermatologen in Behandlung, doch eine Besserung trat nicht ein.

Bea lebte bei ihrer Mutter, jedoch war das Verhältnis der beiden zueinander zerrüttet. Es war von Streitereien geprägt.

Während der ersten Sitzung konnte sich Bea an das erste Auftreten der Erkrankung im Alter von 14 Jahren erinnern. Die Frage, was in dieser Zeit passiert war, brachte zutage, dass es zwischen Beas Eltern am Tag zuvor eine äußerst heftige Auseinandersetzung gab, die schließlich zur Trennung der Eltern führte. Bea versteckte sich unter dem Wohnzimmertisch.

Während der Sitzung hatte Bea das Gefühl, dass ein Teil ihrer Seele sich noch immer unter dem Wohnzimmertisch befand. Sie verspürte den tiefen Wunsch, ihre Eltern anzuschreien, damit diese ihre Auseinandersetzung beenden würden, konnte dies jedoch nicht. Bea gelang es, bildlich gesprochen, diesen Teil ihrer Seele zurückzuholen.

Nach dieser Erfahrung wurde Bea in den Mutterleib zurückgeführt, um ihre eigene Geburt zu erleben. Die Therapeutin fragte Bea, weshalb ihre Seele die Erfahrung benötigte, gerade diese Mutter zu haben. Beas Antwort lautete, dies sei so gewesen, um ihre Mutter bedingungslos lieben zu lernen.

Im weiteren Verlauf der Rückführung erlebte sich Bea als Frau im Mittelalter, in einem Dorf irgendwo in Europa lebend (die Klientin lebt in Argentinien). Sie ist Heilerin und verwendet dazu Kräuter. Bea beschreibt ein besonderes Ereignis: Da sie einen anderen Mann liebt, fordert eine Dame aus der gehobenen Gesellschaft der Kommune die Heilerin auf, einen Gifttrank zuzubereiten, mit dessen Hilfe der Ehegatte dieser Frau umgebracht werden sollte. Die Heilerin widersetzt sich. Die Frau diskreditiert daraufhin die Heilerin, die schließlich vor ein Tribunal gebracht wird. Sie empfindet Angst, wird zu Boden gestoßen. Die Berührung mit dem Boden verursacht krankhafte Gewebeveränderungen und Hautabschürfungen. Die Heilerin wird verbrannt.

Die Therapeutin befragte Bea, was sie empfand als sie verbrannt wurde. Bea empfand sich als erstickt und ihre Seele als an diesem Ort gefangen. Bea wurde aufgefordert, der Verleumderin ins Gesicht zu schauen und ihr all das zu sagen, was sie damals nicht sagen konnte. In den Augen der Frau, die sie zur Zubereitung des Gifttranks aufgefordert hatte, erkannte sie den Blick ihrer Mutter. Sie forderte von der Verleumderin ihre Energie zurück, die ihr genommen wurde, als die Verleumdung zu ihrem Tod führte. Die Seele der Verleumderin erfüllte die Forderung.

Nachdem Bea wieder in das Hier und Jetzt zurückgekehrt war, drückte sie aus, dass sie ein tiefes Gefühl des Friedens empfände. Eine Woche nach der Rückführung erhielt die Therapeutin einen Anruf. Bea tönte sehr glücklich. Die krankhaften Gewebeveränderungen waren auf wundersame Weise verschwunden. Ihre Haut war rein.

Die Therapeutin empfand aus ihrer Sicht, dass der heftige Streit ihrer Eltern die unbewusste Erinnerung an den Konflikt mit der Frau auslöste, die Beas Tod im früheren Leben verursachte. Für dieses Leben sei Bea vor die schwierige Herausforderung gestellt worden, ihre Mutter bedingungslos zu lieben.

Auch fünf Jahre später war bei Bea keine Rückkehr der Schuppenflechte festzustellen. Sie benötigt folglich keine Medikamente und kann ein normales Leben führen. Mit ihrer leiblichen Mutter konnte sie sich versöhnen. Sie hat das Empfinden, dass nicht nur ihre Haut, sondern auch ihre Seele geheilt ist.

Diese Schilderung legt das Gewicht auf die therapeutische Validierung. Wenn Symptome verschwinden, gilt dies als Indiz dafür, dass eine Rückführung in eine oder mehrere frühere Inkarnationen erfolgreich war und sich der Klient gewissermaßen selbst heilen konnte.

Folgerungen

Die bisher geschilderten Fälle einer Rückführung in eine oder mehrere frühere Inkarnationen weisen darauf hin, insbesondere und insofern sich geschilderte Ereignisse überprüfen lassen, dass Reinkarnationserfahrungen möglich sind. Das Konzept der unsterblichen Seele, des unsterblichen individuellen Selbst wird gestützt. Dieses Konzept ist im Hinduismus verwurzelt. Auch die Esoterik kennt das Konzept der unsterblichen Seele, die als Überseele, als Individualität, bezeichnet wird.

Der Buddhismus, ebenfalls eine Erfahrungsreligion, lehrt zwar die Reinkarnation, jedoch wird nur ein „karmischer Impuls“ weitergegeben. Nach Buddhas Auffassung besitzt ein Individuum keinen ewigen Wesenskern, der durch alle Reinkarnationen wandert. Die Offenbarungsreligionen (Judentum, Christentum, Islam) lehnen das Konzept der Reinkarnation ab.

In rein „technischer“ Betrachtung wird, dem Konzept der Reinkarnation zufolge, mit jeder Inkarnation das individuelle Selbst gewissermaßen stetig erweitert. Da jede Inkarnation einen neuen physischen Körper und eine neue Persönlichkeit (Bezeichnung in der Esoterik) hervorbringt, muss beim physischen Tod das dann um eine Inkarnation erweiterte individuelle Selbst in den extrauniversalen Existenzraum migrieren. Dieses individuelle Selbst besitzt allerdings keinen Geistleib.

Mit Beginn einer neuen Inkarnation wird gewissermaßen das individuelle Selbst wieder in einen Mutterleib „eingepflanzt“. Das individuelle Selbst der aktuellen Inkarnation gleicht jedoch anfangs, bildlich gesprochen, einem unbeschriebenen Blatt. Es soll sich unabhängig von früheren Inkarnationen weiterentwickeln. Die Erinnerungen an frühere Inkarnationen bis zurück zur allerersten sind im Unterbewusstsein vorhanden.

Die zuvor geschilderten Fälle geben allerdings einen Hinweis darauf, dass ein Mensch nicht unbedingt vom Ballast früherer Inkarnationen befreit ist. Wenn sich Symptome zeigen, die mit einer früheren Inkarnation in Beziehung stehen, sind die Inkarnationen nicht wirklich voneinander getrennt. Eine aktuelle Inkarnation kann eben doch „belastet“ sein.

Das Konzept der Reinkarnation wirft eine Reihe von Fragen auf, insbesondere auch im Hinblick auf Genetik. Diese Fragen werden im Teil „Queranalyse“ eingehender behandelt.

Ich bin Dieter Jenz, Begleiter, Berater und Coach mit Leidenschaft. Über viele Jahre hinweg habe ich einen reichen Schatz an Kompetenz und Erfahrung erworben. Meine Themen sind die "4L": Lebensaufgabe, Lebensplanung, Lebensnavigation und Lebensqualität.