Jammern bringt nichts

Was bringt es, zu jammern? Ich erinnere mich an mehrere Gespräche mit einem Mann mittleren Alters, nennen wir ihn Michael (dies ist natürlich nicht sein richtiger Name). Immer wieder klagte er mit fast weinerlicher Stimme über die Verhältnisse, dass er wenig – in seinen Augen zu wenig – verdiene, dass er an verschiedenen körperlichen Beschwerden leide, dass er sich nicht das leisten könne was er sich wünsche.

Er ging noch weiter und forderte ein. Er wolle auch einmal eine Kreuzfahrt machen wie andere. Er wolle sich auch das leisten können was andere sich leisten könnten. Er wolle auch groß einkaufen können. Und so ging es weiter.

Auf der Suche nach Verantwortlichen für seine Lebensumstände bekamen alle ihr „Fett“ ab, die Politiker, die Manager, kurzum alle. Bei sich sah er praktisch keine Verantwortung für seine Lebensumstände. Er klagte immerzu und war fast nicht zu bremsen.

Während er sich ständig darauf konzentrierte, was er alles nicht hatte, was er nicht konnte, was ihm alles verwehrt blieb, versuchte ich seine Aufmerksamkeit darauf zu lenken, was er alles hatte und was er alles konnte. Ich wies ihn u.a. darauf hin, dass er ja schließlich ein Haus besitze, dass er einen Arbeitsplatz habe und seinen Unterhalt selbst verdienen könne, und dass er im Gegensatz zu anderen Menschen körperlich nicht eingeschränkt sei.

Alle Versuche, ihm das Positive ins Bewusstsein zu rufen, schienen fehlzuschlagen. Ständig fiel er wieder in das Klagen und Anklagen zurück. Das Positive ignorierte er einfach.

Ging es Michael durch das ständige Klagen in irgendeiner Hinsicht besser? Keineswegs! Er steckte in seiner Spirale fest und ich hatte den Eindruck, dass er sich daraus auch nicht lösen wollte. Bei alledem war Michael auch noch einsam. Er hatte niemanden (mehr), der sich sein dauerndes Lamentieren noch anhören wollte.

Jammern und Klagen bringen mich nicht weiter. Dadurch ändere ich nicht das Geringste an meiner Situation. Im Gegenteil: ich habe eine negative Ausstrahlung auf andere Menschen. Ich mache mich selbst einsam, denn über kurz oder lang will sich niemand mehr mein Jammern anhören. Meine Lebensfreude geht gegen Null.

Wenn ich wirklich etwas ändern will, muss ich damit beginnen, an mir zu arbeiten. Ich muss mit meinem Denken und mit meiner Einstellung beginnen, muss meine Verantwortung für mich selbst annehmen und wahrnehmen. Es liegt in meiner Selbstverantwortung, wie ich mein Denken und dann auch mein Handeln steuere. Und mit meiner Einstellung zum Leben entscheide ich, welchen Weg ich gehe.

Was kostet es mich, auf mein Denken und meine Einstellung Acht zu haben? Es kostet mich Energie, vielleicht sogar viel Energie. Ich muss mich immer wieder korrigieren, muss mich selbst wieder „in die Spur“ zurückbringen. Aber verlieren werde ich garantiert nichts. Ich werde gewinnen, Lebensfreude gewinnen!

Ich bin Dieter Jenz, Begleiter, Berater und Coach mit Leidenschaft. Über viele Jahre hinweg habe ich einen reichen Schatz an Kompetenz und Erfahrung erworben. Meine Themen sind die "4L": Lebensaufgabe, Lebensplanung, Lebensnavigation und Lebensqualität.