Verbundenheit und Liebe schaffen Brücken … Wunden heilen lassen

„Verbundenheit und Liebe schaffen Brücken, sie können Gräben überwinden und seelische und sogar körperliche Wunden heilen lassen.“

Christian Firus
Verbundenheit und Liebe schaffen Brücken, C. Firus - Gestaltung: privat
Gestaltung: privat

Dr. med. Christian Firus (geb. 1965) ist Facharzt für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Psychiatrie und Traumatherapie. Die Behandlung von Traumata zählt zu den Schwerpunkten in der therapeutischen Arbeit.

Verbundenheit und Liebe schaffen Brücken

In seinem Buch „Der lange Schatten der Kindheit – Seelische Verletzungen und Traumata überwinden“ beschreibt der Autor sehr anschaulich, welche hohen Stellenwert Verbundenheit und Liebe in unserem Leben haben. Mitgefühl mit uns selbst und unseren Mitmenschen stößt offenkundig Selbstheilungskräfte an und aktiviert außerdem unseren inneren Arzt. Mit Bezug auf ein Buch von F. Benedetti („The patient’s brain. The neuroscience behind the doctor-patient relationship“) erwähnt er, dass Operationswunden schneller verheilen und dass sich sogar die Blutzuckerwerte positiv verändern. Der Hintergrund: eine freundliche Zugewandtheit zwischen Arzt und Patient.

Gute Beziehungs- und Bindungserfahrungen sind für unser seelisches wie körperliches Wohlbefinden extrem wichtig. Für das Zusammenleben von Menschen spielt das Bindungshormon Oxytocin eine wichtige Rolle. Es stärkt beispielsweise das Vertrauen in andere Menschen, reduziert Angst und Stress, dämpft Aggressionen und macht uns empathisch. Unter dem Einfluss dieses Hormons sinkt der Pegel von Stresshormonen und die Konzentration von Serotonin (auch als „Glückshormon“ bekannt) steigt.

Oxytocin kann man nicht kaufen. Was aber kann man selbst dazu beitragen, den „Pegel“ von Verbundenheit und Liebe zu erhöhen? Ein Weg führt über ein intensiveres soziales Miteinander, beispielsweise über eine ehrenamtliche Tätigkeit. Menschen, die sich ehrenamtlich engagieren, fühlen sich glücklicher und gesünder als ihre Mitmenschen, die ohne soziales Engagement sind. Oder ganz allgemein: freundschaftliche Berührungen, kleine Geschenke als Aufmerksamkeiten, der Telefonanruf zwischendurch, eine zugewandte Haltung den Mitmenschen gegenüber, tragen dazu bei, mehr Verbundenheit und Liebe zu erleben.

Ja, wir können etwas tun. Wenn die Hypophyse, die Hirnanhangdrüse, Oxytocin ausschüttet, sind wir besser fähig, vertrauensvolle Beziehungen zu anderen Menschen aufzubauen und zu bewahren. Wir können im Streit behutsamer miteinander umgehen und uns schneller wieder vertragen. Und so können wir die brückenschaffende Wirkung von menschlicher Verbundenheit und Liebe ganz praktisch erfahren.

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Ich bin Dieter Jenz, Begleiter, Berater und Coach mit Leidenschaft. Über viele Jahre hinweg habe ich einen reichen Schatz an Kompetenz und Erfahrung erworben. Meine Themen sind die "4L": Lebensaufgabe, Lebensplanung, Lebensnavigation und Lebensqualität.