Archiv der Kategorie: Ermutigung und Inspiration

Worte der Ermutigung und Inspiration in den Alltag integrieren. Zitate,  Aphorismen, Lebensweisheiten als Impulse und Gedankenanstöße zum Nachdenken und Nachspüren.

Als ich aus der Zelle durch die Tür in Richtung Freiheit ging …

„Als ich aus der Zelle durch die Tür in Richtung Freiheit ging, wusste ich, dass ich meine Verbitterung und meinen Hass zurücklassen musste, oder ich würde mein Leben lang gefangen bleiben.“ Nelson Mandela

Als ich aus der Zelle, N. Mandela - Gestaltung: privat
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Nelson Mandela (1918-2013) war ein führender südafrikanischer Aktivist und Politiker im Jahrzehnte langen Widerstand gegen die Apartheid. Von 1994 bis 1999 war er der erste schwarze Präsident seines Landes. Er gilt als herausragender Vertreter im Freiheitskampf gegen Unterdrückung und soziale Ungerechtigkeit in Südafrika und war wichtigster Wegbereiter des versöhnlichen Übergangs von der Apartheid zu einem gleichheitsorientierten, demokratischen Staatswesen. 1993 wurde ihm deshalb der Friedensnobelpreis verliehen. Schon zu Lebzeiten wurde er weltweit für viele Menschen zum politischen wie auch moralischen Vorbild.

Einen Gefangenen freilassen – sich selbst

Nelson Mandela engagierte sich seit 1944 für den African National Congress (ANC) und wandte ich gegen die Apartheidpolitik. Wegen seiner politischen Aktivitäten musste er von 1963 bis 1990 insgesamt 27 Jahre als politischer Gefangener in Haft verbringen.

Wenige Tage nach seiner am 11. Februar 1990 erfolgten Freilassung leitete Nelson Mandela in einer Rede öffentlich seine Politik der Versöhnung ein, indem er alle Menschen, die sich von der Apartheid gelöst hatten, zur Mitarbeit an einem „nichtrassischen, geeinten und demokratischen Südafrika mit allgemeinen, freien Wahlen und Stimmrecht für alle“ einlud.

Auch wenn man ein Gefängnis verlässt, aber Verbitterung und Hass mitnimmt, bleibt man dennoch ein Gefangener, so die bemerkenswerte Erkenntnis Mandelas. Die uneingeschränkte physische Bewegungsfreiheit ist wiedergewonnen, die psychische jedoch nicht. Bindungen bestehen weiterhin und können wohl nur durch bewusstes Loslassen gelöst werden.

Auch in anderen Zusammenhängen lösen sich Menschen, beispielsweise aus gescheiterten Beziehungen, die auch wie ein Gefängnis anmuten können. Was bedeutet es dann, Verbitterung und Hass nicht mitzunehmen? Reicht ein Zurücklassen, oder ist mehr notwendig? Verzeihen oder gar vergeben?

Heißt Zurücklassen einfach nicht mehr daran denken? Dies ist oft leichter gesagt als getan. Wie wäre es, vielleicht nach einer gewissen Zeit, die man einfach benötigt, den einseitigen Schritt des Verzeihens oder gar des Vergebens zu machen? Würde man sich dann selbst als Gefangenen freilassen?

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Jeder erleidet irgendwann einmal Rückschläge …

„Jeder erleidet irgendwann einmal Rückschläge. Es ist unmöglich, im Leben ohne sie auszukommen – es sei denn, ihr lebt extrem vorsichtig und vermeidet sie. Aber dann war euer Leben umsonst – und automatisch ein einziger Rückschlag.“ Joanne K. Rowling

Jeder erleidet irgendwann einmal Rückschläge, J.K. Rowling - Gestaltung: privat
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Joanne K. Rowling (geb. 1965) ist eine britische Schriftstellerin. Mit einer Reihe von Romanen um den Zauberschüler Harry Potter wurde sie berühmt. Außerdem ist sie als Drehbuchautorin und Produzentin aktiv.

Ein Rückschlag ist nicht das Ende

Joanne K. Rowling erlebte mehrere Rückschläge. Bevor sich Bloomsbury Publishing schließlich dazu entschloss, den ersten Harry-Potter-Band mit einer Startauflage von 500 Exemplaren zu verlegen, lehnten ein Dutzend britische Verlage das Manuskript ab. Aus heutiger Sicht dürfte dies einer teuersten Fehler der Literaturgeschichte gewesen sein, denn die Reihe der Harry-Potter-Bücher erreichte weltweit eine Auflage von mehreren hundert Millionen.

Über ihre Erfahrungen des Scheiterns und der Rückschläge sagte sie: „Das Scheitern lehrte mich Dinge über mich, die ich anders nie hätte lernen können.“ 2008 lud die Harvard University Joanne K. Rowling dazu ein, die Commencement Speech (Abschlussrede am Ende des Studiums) zu halten. Sie sprach darüber, warum Rückschläge gut sind und das Zitat stammt aus dieser Rede.

Der Weg zum Erfolg verläuft nur selten immer gerade. Manchmal ist es notwendig oder wird sogar durch Umstände erzwungen, einen Schritt zur Seite oder vielleicht sogar auch zurück zu machen. Dies bedeutet aber keineswegs, dass der Weg zum angestrebten Ziel versperrt ist.

Gerade Menschen mit geringem Selbstvertrauen neigen zu Versagensängsten. Sie konzentrieren sich darauf, möglichst keine Fehler zu machen. Bei neuen Aufgaben fühlen sie sich so als wären diese übermächtig und schrecken deshalb vor neuen Herausforderungen zurück. Dies führt jedoch dazu, dass sie so die Chance verpassen, ihre Fähigkeiten unter Beweis zu stellen. Ihnen fehlt der Mut, wobei jedoch Mut auch bedeutet, Fehler mit einzukalkulieren und sie zu akzeptieren.

Erfolge ohne Rückschläge sind äußerst selten. Wichtig ist es, nicht aufzugeben. Auch der US-amerikanische Erfinder und Unternehmer Thomas Alva Edison erlebte sehr viele Rückschläge. Von ihm ist überliefert: „Ich bin nicht gescheitert – ich habe 10.000 Wege entdeckt, die nicht funktioniert haben.“ Aber er entdeckte auch Wege, die funktioniert haben. Im Lauf seines Lebens reichte er über 1000 Patentanträge ein.

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Entwickle dich zu dem einmaligen …

„Entwickle dich zu dem einmaligen, unverwechselbaren, unaustauschbaren Menschen, der in dir angelegt ist.“ Pindar

Entwickle dich zu dem einmaligen, Pindar - Gestaltung: privat
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Pindar (latinisiert Pindarus, um 522-446 v. Chr.) war ein griechischer Dichter. Er zählt zum Kanon der neun Lyriker, d. h.. h Autoren, die von den Gelehrten des hellenistischen Alexandria eines kritischen Studiums für wert befunden wurden.

Sich zum unverwechselbaren, unaustauschbaren Menschen entwickeln

Ist nicht jeder Mensch schon von der ersten Zellteilung an ein unverwechselbares „Einzelexemplar“? Schließlich werden jedem werdenden Menschen von seinen Eltern Anlagen mitgegeben, die sich im Lauf der geistigen und seelischen Entwicklung als Persönlichkeitseigenschaften mit herausbilden. Einstellungen, Interessen, Wertorientierungen, Überzeugungen, das Selbstbild, das Sozial- und Kommunikationsverhalten entwickeln sich im sozialen Umfeld des Elternhauses und finden ihren Ausdruck.

Es wäre ein Trugschluss, anzunehmen, dass sich ein Mensch ohne Bezug zu seinen Vorfahren entwickeln kann. Mittlerweile kann durch wissenschaftliche Erkenntnisse in der Epigenetik der Bindungsforschung, aber auch in der Familien- und Traumatherapie, belegt werden, dass belastende und traumatische Erfahrungen früherer Generationen an die jeweils nachfolgende Generation weitergegeben werden. Diese transgenerationale Weitergabe von Belastungen und Traumata kann sich als individuelle Hypothek im Leben eines Menschen herausstellen.

Bedeutet dies, dass einem Menschen von Beginn an Grenzen auferlegt sind, die sich während des Lebens nicht mehr überschreiten lassen? Sicherlich nicht. Jeder Mensch kann sich dafür entscheiden, aus den Fußtapfen der Vorfahren herauszutreten, und sich im Verlauf seines weiteren Lebens individuell zu entwickeln.

Pindar hatte zu seiner Zeit noch keinen Zugang zu wissenschaftlichen Erkenntnissen der Epigenetik, der Neurobiologie usw. Deshalb waren nicht von den Vorfahren übernommene Hypotheken in seinem Blickfeld, sondern das Potenzial, das jeder Mensch hat.

Jeder Mensch ist schon von Beginn an einmalig, unverwechselbar und unaustauschbar. Er hat das Potenzial, diese Einmaligkeit im Lauf seines Lebens durch Weiterentwicklung seiner Fähigkeiten- und Kompetenzenbündel zur vollen Blüte zu bringen, zum Wohl seiner Mitmenschen und auch für sich selbst. Wie jeder weiß, ist Entwicklung kein Selbstläufer, sondern erfordert Initiative, Willen und Beharrlichkeit. Aber der Lohn der Mühe wird immer wieder sichtbar sein.

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Die wichtigste Stunde ist immer die Gegenwart …

„Die wichtigste Stunde ist immer die Gegenwart, der bedeutendste Mensch immer der, der dir gerade gegenübersteht, und das notwendigste Werk ist immer die Liebe.“ Meister Eckhart

Die wichtigste Stunde ist immer die Gegenwart, Eckhart - Gestaltung: privat
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Meister Eckhart (auch Eckehart, Eckhart von Hochheim, um 1260-1328) war ein einflussreicher spätmittelalterlicher Theologe und Philosoph. Er leistete einen wichtigen Beitrag zur Gestaltung der deutschen philosophischen Fachsprache. Mit seinem Gedankengut hatte er beträchtlichen Einfluss auf die spätmittelalterliche Spiritualität im deutschen und niederländischen Raum.

Im Hier und Jetzt leben

Dieter tobte mit seinem Enkel auf dem großen Bett. Sein Enkel liebte dieses Toben und beide hatten ihren Spaß. Sie genossen den Augenblick.

Als Dieter etwas später am Tag über die schöne Zeit mit seinem Enkel sinnierte, wurde ihm etwas wehmütig zumute. Leider konnte er seine Enkelkinder aufgrund der geografischen Distanz nicht oft sehen. Würde es ihm gelingen, seinen immer größer werdenden Enkel beim nächsten Mal noch hochzuheben, um ihn dann so richtig auf das weiche Kissen plumpsen zu lassen? Würden sie wieder gemeinsam toben können?

Diesen Gedanken schob Dieter bewusst beiseite. Beide hatten die Gelegenheit des Augenblicks genutzt und Beziehung und Begegnung erlebt. Dieter hätte diese Zeit auch anders nutzen können, aber dann hätte er viel verpasst.

Die Gegenwart zählt! Vergangenheit ist vergangen, Zukunft ist noch nicht da.

Die Vergangenheit lässt sich nachträglich nicht mehr ändern. Nichts lässt sich mehr ungeschehen machen. Fehlern und Versäumnissen nachzugrübeln oder sich darüber zu ärgern führt zu nichts. Auch ein Zurückträumen in eine rosige Vergangenheit kann zwar Erinnerungen wieder ins Gedächtnis zurückholen, aber ein Wiederholen schöner Zeiten ist nicht mehr möglich.

Die Zukunft kann zwar geplant werden, aber es gibt keine Garantie, dass man Zukunft noch erlebt. Ein Unfall, ein Herzinfarkt, was immer es sei, kann die Zukunft plötzlich versperren. Dann wäre es unklug, das Leben gewissermaßen für später aufzubewahren, in der Erwartung, das Beste käme ja noch.

Gegenwart, Beziehung in der Gegenwart, Liebe im Tun und in Beziehungen – das Hier und Jetzt ausleben. Was für eine Herausforderung?

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Wenn uns auf Erden etwas mit Zins und Zinseszinsen …

„Wenn uns auf Erden etwas mit Zins und Zinseszinsen zurückbezahlt wird, so ist es unsere Menschenliebe. Ungeliebt durchs Leben gehen, ist mehr als Missgeschick, es ist Schuld.“ Marie von Ebner-Eschenbach

Wenn uns auf Erden etwas, M. v. Ebner-Eschenbach - Gestaltung: privat
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Marie Freifrau Ebner von Eschenbach (1830-1916) war eine mährisch-österreichische Schriftstellerin. Mit ihren psychologischen Erzählungen gilt sie als eine der bedeutendsten deutschsprachigen Erzählerinnen des 19. Jahrhunderts.

Von „Menschenliebezinsen“ leben

Franz (nicht sein richtiger Name) war sehr beliebt. Er hatte eine freundliche, aufgeschlossene Art. Seine Menschenfreundlichkeit und sein Respekt anderen Menschen gegenüber waren spürbar. Man konnte wahrnehmen, dass er seine Mitmenschen liebte und ernstnahm.

Welche Anerkennung er genoss und wie viele Menschen sich ihm in irgendeiner Weise verbunden wusste, wurde bei seiner Beisetzung sichtbar. Viele Menschen waren gekommen, um sich von ihm zu verabschieden.

Franz erntete während seines Lebens für seine Menschenliebe Zins und Zinseszinsen. Er erfuhr Zuneigung in seiner Familie, in seinem Freundes- und Bekanntenkreis. Man hörte ihm gerne zu und genoss seine Gegenwart. Er wurde nicht als Last, sondern als Bereicherung empfunden.

Menschenverächter, auch als Misanthrophen bezeichnet, werden hingegen, was die Zuneigung anderer Menschen anbelangt, ziemlich leer ausgehen. Sie werden (gerne) benutzt, um bei Bedarf irgendwelche Vorteile oder Vergünstigungen zu erlangen. Aber von Herzen geliebt werden sie nicht. Sie gehen ziemlich ungeliebt durchs Leben.

Von dem Philosophen Arthur Schopenhauer ist seine Einstellung „Die Menschen sind wesentlich böse, wesentlich unglücklich, wesentlich dumm“ überliefert. Wie können mit einer solchen Einstellung bereichernde Beziehungen entstehen?

Mit unserer Einstellung ändern wir andere Menschen nicht. Anderen Menschen, zumindest außerhalb der Familie, ist unsere Einstellung oft sogar ziemlich gleichgültig. Man leidet nur selbst, wenn es an Menschenliebe fehlt.

Wir haben es selbst in der Hand, es ist eine individuelle Entscheidung, wie wir unsere Mitmenschen sehen. Wenn wir ihnen mit Menschenliebe begegnen, fällt es uns viel leichter, Beziehungen zu knüpfen. Dann wird man nicht ungeliebt durchs Leben gehen. Und man wird auch nicht gewissermaßen an sich selbst schuldig werden, weil man wertvolle Begegnungschancen verpasst hat.

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Die Fähigkeit, das Wort Nein auszusprechen …

„Die Fähigkeit, das Wort Nein auszusprechen, ist der erste Schritt zur Freiheit.“ Nicolas Chamfort

Die Fähigkeit, das Wort Nein auszusprechen, N. Chamfort - Gestaltung: privat
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Nicolas Chamfort, geboren als Sébastien-Roch Nicolas (1741-1794) war ein französischer Schriftsteller in der Zeit der Aufklärung und der Französischen Revolution. Er beteiligte sich zu Beginn der Französischen Revolution am Sturm auf die Bastille. Als er gegen Ende der Revolution erneut festgenommen werden sollte, unternahm er einen Suizidversuch, an dessen Folgen er verstarb.

Wann ist Freiheit wirklich Freiheit?

Der Begriff „Freiheit“ ist vielschichtig. In dem in der ZEIT erschienen Artikel „Was heißt Freiheit?“ beleuchtet Tim Reiß in einem kleinen geschichtlichen Abriss verschiedene Bedeutungsinhalte. Andere Zeiten, andere Bedeutungsinhalte.

In unserem Jahrhundert wird der Begriff „Freiheit“ jedoch auch pervertiert. Werbefachleute haben daran einen nicht unerheblichen Anteil. Wenn beispielsweise suggeriert wird, dass ein Kredit finanzielle Freiheit bedeutet, wird gleichzeitig verschwiegen, dass ein Kredit eben auch zurückbezahlt werden muss. In Wirklichkeit nimmt ein Kreditnehmer in Kauf, dass er eine Zeitlang an anderer Stelle sparen muss, um die Kreditraten nebst Zinsen zu bedienen (es sei denn, er kann gleichzeitig sein Einkommen erhöhen). Seine finanzielle Dispositionsfreiheit wird eingeschränkt. Da er Zinsen zahlen muss, kostet diese Art von „Freiheit“ in Wirklichkeit mehr Geld. Hätte der Kreditnehmer Geld angespart, hätte er keinen Kredit benötigt. Und die Kreditzinsen, die schließlich immer deutlich höher als die Guthabenzinsen sind, wären nicht angefallen. Kurzum: Freiheit bedeutet in diesem Fall eben auch Abhängigkeit vom Kreditinstitut.

Und die eigene individuelle Freiheit? Jeder Mensch definiert faktisch für sich selbst, was für ihn Freiheit bedeutet. Für den einen bedeutet Freiheit, einfach nach Lust und Laune und dem Augenblick folgend das tun zu können, was man will. Für den anderen bedeutet sie, das tun zu können, was er aus seinem Inneren heraus wirklich möchte. Und für einen Dritten bedeutet sie wieder etwas anderes.

Versuchungen, sich vereinnahmen zu lassen und sich in Abhängigkeiten zu verstricken und Freiheit einzubüßen, gibt es zur Genüge. Freiheit macht es manchmal sogar notwendig, sich selbst etwas zu versagen und konsequent „Nein“ zu sagen. Von der anderen Seite aus betrachtet, kann ein „Nein“ auch der erste Schritt zur Freiheit sein.

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Du selbst zu sein …

„Du selbst zu sein, in einer Welt die dich ständig anders haben will, ist die größte Errungenschaft.“ Ralph Waldo Emerson

Du selbst zu sein, R.W. Emerson - Gestaltung: privat
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Ralph Waldo Emerson (1803-1882), war ein US-amerikanischer Philosoph und Schriftsteller. Er engagierte sich für soziale Reformen, wie beispielsweise das Frauenwahlrecht. Außerdem sprach er sich gegen die Sklaverei aus.

Wer bin ich?

Robert (nicht sein richtiger Name) hatte immer mal wieder darüber nachgedacht: Wer bin ich eigentlich? Aber immer wieder hatte er diese Frage weggeschoben. Sein Interesse daran, eine Antwort zu finden, war nicht sonderlich ausgeprägt. Es schien ihm einfach nicht wichtig genug. Er stürzte sich in das Leben und genoss es. Warum auch nicht?

Er hatte seine Träume. Und er war gerne mit seinen Freunden zusammen. Und dann waren da Ausbildung und Beruf. Das Leben hielt ihn auf Trab.

Immer wieder mal nahm er wahr, dass andere sein Leben mehr oder weniger subtil beeinflussen wollten. Um es krass auszudrücken: Andere wollten ihn gerne „vor ihren Karren spannen“. Sie wollten sein Verhalten, seine Meinung beeinflussen oder auch, dass er Aufgaben übernahm.

Was wollte er selbst? Wofür brannte er? Wofür war er sich zu schade? Wofür stand er mit ganzem Herzen ein? Oder wollte er einfach nur das tun, was andere auch tun, und sich damit dem Konformismus ergeben?

Er nahm beispielsweise wahr, wie intensiv er Werbebotschaften ausgesetzt war. Von Facebook erhielt er ständig E-Mails mit Aufforderungen, seinen „Freundeskreis“ zu erweitern. Seine Frau wurde beispielsweise von Payback fast täglich, und sogar manchmal mehrmals täglich, mit E-Mails bedacht. Kurzum: er wurde mit Handlungsaufforderungen (im Marketing-Deutsch „Call-to-Action“ genannt) gewissermaßen zugeschüttet. Sollte etwa Geld ausgeben sein Lebenssinn und „Konsument“ seine Rolle im Leben sein? Wollte er sich wirklich von anderen ständig seine Zeit stehlen lassen?

Robert machte sich auf den Weg zu sich selbst. Und er wollte keine Macht mehr über sich an andere abgeben. „Ich bin nicht auf der Welt, um so zu sein, wie du mich gerne hättest / wie ihr mich gerne hättet.“, so lautete sein neues Credo.

Für Robert bedeutete dies allerdings nicht den Weg in Selbstsucht und Rücksichtslosigkeit anderen gegenüber. Wohl aber bedeutete es, intensiver auf sich selbst zu achten.

Ralph Waldo Emerson wusste, wovon er sprach. In manchem galt er zu seiner Zeit als Querdenker und stellte sich gegen gesellschaftliche Normen.

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Mach das Beste aus dir …

„Mach das Beste aus dir, etwas Besseres kannst du nicht tun.“ Ralph Waldo Emerson

Mach das Beste aus dir, R.W. Emerson - Gestaltung: privat
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Ralph Waldo Emerson (1803-1882), war ein US-amerikanischer Philosoph und Schriftsteller. Er engagierte sich für soziale Reformen, wie beispielsweise das Frauenwahlrecht. Außerdem sprach er sich gegen die Sklaverei aus.

Was ist das Beste?

Torsten (nicht sein richtiger Name) nahm sich vor, in seinem Leben Erfolg zu haben. Doch so leicht fiel es ihm nicht, Erfolg für sich konkret zu beschreiben. Sollte er Erfolg an seinem Bankkonto messen, an seinem beruflichen Erfolg, an der Qualität seiner Beziehungen …? Was macht ein Leben erfolgreich? Und wie kann ein Mensch das Beste aus sich machen?

Eines ist von vornherein klar: es gibt kein objektives Maß für „das Beste“. Die Frage „Was ist das Beste“ lässt sich nur ganz und gar individuell beantworten. Die bedeutet auch: nicht das was andere Menschen für einen wollen, ist das Beste. Das Beste ist das, was man für sich selbst erkennt.

Was sind die eigenen Stärken und Schwächen? Was ist die persönliche Berufung, die sich dann in einer Lebensaufgabe ausgestalten kann? Bei manchen Menschen kristallisiert sich die persönliche Berufung schon sehr früh im Leben heraus. Andere Menschen haben keine Klarheit. Sie können sich vortasten, indem sie sich über ihre Stärken klar werden und ergründen, wofür sie sich wirklich begeistern können.

Ergänzend kann überlegt werden, wie man in Erinnerung bleiben möchte. Dies bedeutet, das Leben gewissermaßen vom Ende her zu denken. Auch so kann man sich der Antwort nähern, was das Beste für einen ist, und wie dann der Weg aussehen könnte, wie man das Beste aus sich machen kann.

Die Antwort auf die Frage „Was ist das Beste“ hat schon in der Gegenwart ihren Anker. Was ist jetzt – genau in diesem Augenblick – das Beste? Man braucht nicht in großen Bezügen zu denken, sondern kann sich auf das „Hier und Jetzt“ konzentrieren. Auch dies ist ein Anfang auf dem Weg, Klarheit zu gewinnen.

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Nur was ich annehme kann ich verändern

„Nur was ich annehme kann ich verändern.“ Carl Gustav Jung

Nur was ich annehme, C.G. Jung - Gestaltung: privat
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Carl Gustav Jung (1875-1961), war ein Schweizer Psychiater und der Begründer der analytischen Psychologie. In dieser von ihm begründeten analytischen Psychotherapie ist die Auseinandersetzung mit unbewussten Aspekten der Psyche, wie sie z. B. in den psychischen und somatischen Krankheitssymptomen, in Träumen, Fantasien und Symbolen zum Ausdruck kommen, ein wichtiger Bestandteil.

Annehmen und dann verändern

Franziska (nicht ihr richtiger Name) machte sich große Vorwürfe. In der Vergangenheit hatte sie Weichen falsch gestellt. Sie verlor ihre Wohnung und musste ausziehen. Sie verfing sich völlig in dieser misslichen Situation. „Hätte ich doch nur …“, so oder ähnlich tauchte sie immer wieder in ihre Selbstvorwurfspirale ein. Sie zeigte Anzeichen einer Depression und erlebte sich selbst als minderwertig.

Mit der Anregung, „Ja“ zu ihrer Situation zu sagen und sie anzunehmen, die Realität zu akzeptieren, konnte sie sich zuerst überhaupt nicht anfreunden. Sie wollte sich gewissermaßen immer wieder an sich selbst dafür rächen, dass sie diesen Fehler begangen hatte und in diese Situation geraten war. Eine weitere Anregung für sie war, sich selbst zu vergeben, um sich damit sich von der Last, für ihren Fehler büßen zu müssen, zu befreien. Mit anderen Worten: Selbstvergebung bricht den Zusammenhang zwischen Schuld und Sühne auf. Wenn Schuld vergeben wird, ist keine Sühne mehr erforderlich.

Immer wieder beschäftigt sich Franziska mit der jetzt nicht mehr veränderbaren Vergangenheit. Dadurch hemmt sie sich selbst und schneidet sich gewissermaßen von ihrer Gegenwart und Zukunft ab. Sie benötigt Energie, um stets wieder neu in das Hier und Jetzt zurück zu finden, um dann wieder nach vorne schauen zu können.

Das Annehmen einer Situation nimmt eine Last bzw. macht sie wenigstens deutlich leichter. Dann ist es möglich, den Blick konzentrierter nach vorne zu richten und Wege zur Veränderung zu erkennen und konsequent zu erschließen. Und dann werden Fortschritte erlebbar. Energie wird nicht mehr absorbiert, sondern für das Gestalten der Gegenwart und Zukunft eingesetzt.

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Das einzig Wichtige im Leben …

„Das einzig Wichtige im Leben sind die Spuren der Liebe, die wir hinterlassen, wenn wir gehen.“ Albert Schweitzer

Das einzig Wichtige im Leben, A. Schweitzer - Gestaltung: privat
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Albert Schweitzer (1875-1965) war ein deutsch-französischer Arzt, Philosoph, evangelischer Theologe, Organist, Musikwissenschaftler und Pazifist. Schweitzer, der „Urwaldarzt“, gründete 1913 ein Krankenhaus in Lambaréné im zentralafrikanischen Gabun. Er veröffentlichte theologische und philosophische Schriften, Arbeiten zur Musik, insbesondere zu Johann Sebastian Bach, sowie autobiographische Schriften.

Gehen geschieht immer wieder

Wie oft gehen wir im Leben? Sicher, es gibt das eine „große Gehen“, wenn ein Leben zu Ende geht und ein Mensch stirbt. Aber vorher gibt es viele „kleine Gehen“, wenn wir Menschen begegnen und sie auch wieder verlassen. Während einer typischen Lebensspanne kommen und gehen wir sehr oft, gewiss mehrere tausend Male. Bei jedem Ankommen, bei jedem Da sein, und auch bei jedem Weggehen, hinterlassen wir Spuren. Doch welche Spuren hinterlassen wir?

Es liegt völlig in unserer Hand, welche Spuren wir hinterlassen. Jeder ist für sich alleine verantwortlich. Die Spuren beim Weggehen hinterlassen den letzten Eindruck, und dies im doppelten Sinn. Man kann einfach nicht wissen, ob einer Begegnung noch eine weitere folgen wird.

Niemand zwingt einen beispielsweise, nach einer Auseinandersetzung laut brüllend zu gehen und die Tür hinter sich zuzuwerfen. Es gibt Möglichkeiten, die Kontrolle zu bewahren. Dies bedeutet nicht, bei einer Auseinandersetzung nachzugeben oder immer „auf gute Stimmung zu machen“. Wie wir auf etwas reagieren und wie wir unser Weggehen gestalten, liegt völlig in unserer Hand.

Albert Schweitzer geht sogar so weit, Spuren der Liebe als das einzig Wichtige im Leben zu bezeichnen. Nicht Macht und/oder Geld sind seiner herausfordernden Ansicht nach das einzig Wichtige im Leben, sondern es ist Liebe. Wie man Liebe für sich in Begegnungen und beim Weggehen konkret ausgestaltet, ist eine Frage der Beziehung, der Situation und der eigenen Persönlichkeit.

Wie möchte man in Erinnerung behalten werden, wenn man geht – bei einmaligen Begegnungen, bei Routinebegegnungen, beim letzten Weggehen? Welche Lebensspuren möchte man hinterlassen?

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