Archiv der Kategorie: Ermutigung und Inspiration

Worte der Ermutigung und Inspiration in den Alltag integrieren. Zitate,  Aphorismen, Lebensweisheiten als Impulse und Gedankenanstöße zum Nachdenken und Nachspüren.

Man muss sich durch die kleinen Gedanken …

„Man muss sich durch die kleinen Gedanken, die einen ärgern, immer wieder hindurch finden zu den großen Gedanken, die einen stärken.“ Dietrich Bonhoeffer, deutscher Theologe.

Man muss sich durch die kleinen Gedanken, D. Bonhoeffer - Gestaltung: privat
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Dietrich Bonhoeffer (1906-1945) war ein deutscher Theologe, profilierter Vertreter der Bekennenden Kirche, einer Oppositionsbewegung evangelischer Christen, und am Widerstand gegen den Nationalsozialismus beteiligt.

Von den kleinen Gedanken zu den großen Gedanken

Es sind in der Tat die „kleinen“ Gedanken, die einen immer wieder beschäftigen und auf Trab halten. „Gehen wir heute Abend ins Kino?“, „Kannst du den Kleinen morgen früh in den Kindergarten bringen?“ oder „Heute war Sabine so komisch“, all das hat seinen Platz im täglichen Leben. Aber diese Gedanken beschäftigen uns oft nur für eine kurze Zeit.

Und was sind dann „große Gedanken“? Hier geht es um die Langfristperspektive. „Was gibt meinem Leben Sinn?“, „Was soll in meinem Leben Priorität haben?“ oder „Welche Spuren möchte ich hinterlassen?“ sind Beispiele für große Gedanken.

Welche großen Gedanken stärken? Diese Frage löst weitere aus, so beispielsweise: „Was stärkt mich in meinem Leben?“, „Was begeistert mich?“, „Was gibt mir Kraft und Energie, auch eine schwierige Zeit durchzustehen?“.

Woran orientieren sich nun die großen Gedanken? Sie mögen mit der Lebensaufgabe verknüpft sein, die dem Leben Orientierung und Struktur verleiht. Beispielweise mag sich der Arzt bei allem „Klein-Klein“ im täglichen Praxisbetrieb sagen: „Ich trage mit meiner Lebensaufgabe dazu bei, dass Menschen wieder gesund werden, und das erfüllt mich“.

Wenn man (noch) keine Lebensaufgabe hat, könnten sie sich am Lebenssinn orientieren. Was aber, wenn man den Sinn des Lebens für sich noch nicht durchdacht und beschrieben hat?

Wenn nun gar nichts da ist, woran sich die großen Gedanken stärkend orientieren können, dann könnte man dies als Impuls werten. Als Impuls, für sich einen Lebenssinn zu finden, und daran ausgerichtet, vielleicht eine Lebensaufgabe. Das macht widerstandsfähiger in den kleinen und großen Krisenzeiten des Lebens. Außerdem wird es leichter, Prioritäten zu setzen und sich abzugrenzen, wenn andere Menschen einen für ihre Interessen vereinnahmen wollen.

Die großen Gedanken stärken tatsächlich! Beispielsweise kann aus einem „nicht“ ein „noch nicht“ werden. Die Leben wird schließlich nicht mehr in einer Kurzfrist-, sondern mehr in einer Langfristperspektive betrachtet. „Ich habe … noch nicht erreicht, aber der Einsatz lohnt sich, und ich bin auf Kurs“, könnte so ein stärkender Gedanke sein.

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Inspiration, Motivation, Ermutigung – Impulse Folge 3

Impulse zur Inspiration, Motivation, Ermutigung – wir können sie jeden Tag gut gebrauchen. Diese Impulse bilden die Folge 3 einer Reihe, die in unregelmäßigen Zeitabständen fortgesetzt wird.

Wir können Impulse auf uns wirken lassen und gewinnen dadurch eine neue Perspektive. Wir geben ihnen Raum, etwas in Angriff zu nehmen, eine Einstellung zu ändern, kurzum unser Leben aktiv zu gestalten. Wir erkennen, dass wir nicht Opfer der Umstände sind, sondern im wahrsten Sinne „Designer“ unsers Lebens. Inspiration, Motivation, Ermutigung – Impulse Folge 3 weiterlesen

Ein Mensch, der seine Lebensaufgabe gefunden hat …

„Ein Mensch, der seine Lebensaufgabe gefunden hat, findet darin Gründe, die das Leben lohnen und mit Freude erfüllen, ganz gleich, auf welche Hindernisse und Schwierigkeiten er stoßen oder was für Schweres ihm zugemutet werden mag.“ Jean Monbourquette, kanadischer Psychologe und Theologe

Ein Mensch, der seine Lebensaufgabe, J. Monbourquette - Gestaltung: privat
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Jean Monbourquette (1933-2011) war ein kanadischer Tiefenpsychologe, klinischer Psychologe und Theologe. Außerdem war er Autor mehrerer Bücher, von denen einige in andere Sprachen übersetzt wurden.

Die Lebensaufgabe inspiriert und gibt Kraft

Viele Menschen haben sich noch nie Gedanken darüber gemacht, ob sie eine Lebensaufgabe haben, und falls ja, welche dies sein könnte. Aber irgendwann im Leben stellt sich bei vielen mehr oder weniger direkt so oder ähnlich die Frage: „Was ist eigentlich meine Lebensaufgabe?“ oder auch – im Blick auf das bisherige Leben – „Bin ich vielleicht an meiner Lebensaufgabe vorbei gegangen?“

Manchmal ist der Einwand zu hören: „Brauche ich überhaupt eine Lebensaufgabe?“ Rein „technisch“ gesehen brauchen Menschen keine Lebensaufgabe. Menschen kommen im Leben auch ohne Lebensaufgabe zurecht, können privat glücklich und beruflich erfolgreich sein.

In eine ähnliche Richtung geht die Frage: „Muss ich überhaupt meine Lebensaufgabe herausfinden?“ Von „müssen“ kann sicherlich nicht die Rede sein. Es lohnt sich aber, der Frage nach der Lebensaufgabe nachzugehen. Wenn die Lebensaufgabe klar ist, dann verleiht sie dem Leben Struktur und Zielstrebigkeit, aber auch Widerstandskraft. Wir übernehmen Verantwortung für uns selbst, bestimmen unser Leben selbst und lassen uns nicht Ziele und Aufgaben von anderen vorgeben.

Die Lebensaufgabe steht nicht auf einem Zettel, der vom Himmel langsam vor die Füße schwebt. Wir müssen sie selbst herausfinden. Aber der Lohn ist die Mühe wert. Wir leben dann, wenn wir sie gefunden haben, nicht nur zielorientierter, sondern können uns auch besser abgrenzen. Wenn wir auf Widerstände stoßen, haben wir mehr Energie, sie zu überwinden. Und wir verhelfen uns selbst zu deutlich mehr Lebensqualität und Erfüllung. Und wir unterstützen uns selbst dabei, unsere Potenziale zu entfalten.

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Die Zukunft bauen, heißt die Gegenwart bauen …

„Die Zukunft bauen, heißt die Gegenwart bauen. Es heißt, ein Verlangen erzeugen, das dem Heute gilt. Das dem Heute angehört und auf die Zukunft gerichtet ist.“ Antoine de Saint-Exupéry, französischer Pilot und Schriftsteller

Die Zukunft bauen, heißt die Gegenwart bauen, A. de Saint-Exupery - Gestaltung: privat
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Antoine de Saint-Exupéry (1900-1944) war ein französischer Pilot und Schriftsteller. In Frankreich gehört er seit Langem zu den meistgelesenen Autoren. Seine märchenhafte Erzählung „Der kleine Prinz“ zählt mit über 140 Millionen verkauften Exemplaren zu den erfolgreichsten Büchern der Welt.

Er überlebte mehrere Flugzeugabstürze, fiel aber seinem letzten Absturz zum Opfer. In seinen Büchern reflektiert er seine Erlebnisse als Pionier der Luftfahrt und damit verbundene Grenzerfahrungen, wie Einsamkeit und Lebensgefahr.

Die Zukunft im Heute bauen

Von diesem Zitat lassen sich sicherlich in erster Linie zukunftsorientierte Menschen ansprechen. Diese sind, der Einordnung des US-amerik. Psychologen Philip Zimbardo zufolge, zielstrebig und deshalb auch meist beruflich erfolgreich. In ihre aktuellen Handlungen beziehen sie immer auch Erwartungen über die Zukunft mit ein. Außerdem achten sie auf ihre Gesundheit. Allerdings sind sie in der Gegenwart oft genussunfähig. Sie leben eben gewissermaßen schon in der Zukunft, achten nicht mehr so sehr auf das, was heute ist.

Erkenntnissen der Psychologie zufolge ist es dem Menschen nur in der Gegenwart möglich, die Welt und sein Inneres, das Selbst, wahrzunehmen und damit in Kontakt zu treten. Deshalb wird die Gegenwart auch als das „Hier-und-jetzt“ bezeichnet, um sie für Patienten im Kontext von Psychotherapie und Selbsterfahrung plastischer zu beschreiben.

So kann ein Verlangen erzeugt werden, das dem Heute gilt und gehört, aber auf die Zukunft gerichtet ist. Und was ist das dann für ein Verlangen? Möglichkeiten gibt es viele: Ein Verlangen, den Horizont zu erweitern und die eigenen Grenzen auszudehnen, ein Verlangen, Spuren zu hinterlassen, ein Verlangen, für die Menschheit Positives zu bewirken …

Das Verlangen wird sofort umgesetzt. Die Gegenwart wird gebaut, und damit auch die Zukunft – mit aller Energie, mit allem Optimismus und in hoffnungsvoller Erwartung.

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Die Wirklichkeit beginnt in deinem Kopf …

„Die Wirklichkeit beginnt in deinem Kopf. Du schaffst sie jeden Tag aufs Neue. Wenn du ein Ziel mit jeder Faser deines Herzens anstrebst, hat das Schicksal gar keine andere Wahl, als es dich erreichen zu lassen. Denn du hast mehr Energie in dir, als du dir in deinen kühnsten Träumen vorstellen kannst.“ Thomas Sautner, österreichischer Schriftsteller, aus „Fuchserde“.

Die Wirklichkeit beginnt in deinem Kopf, T. Sautner - Gestaltung: privat
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Thomas Sautner (geb. 1970) ist ein österreichischer Schriftsteller. Heute ist er als Essayist, Romanschriftsteller und Maler tätig.

Sein Erstlingsroman „Fuchserde“ handelt von den Jenischen, einem fahrenden Volk, und hat als Schauplatz das österreichische Waldviertel. Zeitlich ist das Geschehen in der Zeit der Machtergreifung der Nationalsozialisten angesiedelt.

Energie aus dem Herzen

Es klingt zu schön, um wahr zu sein: Die Wirklichkeit beginnt im Kopf. […] Wenn man ein Ziel mit jeder Faser seines Herzens anstrebt, dann wird das Ziel auch erreicht. Ist das nur ein netter Gedanke eines Romanschriftstellers, dem sämtliche künstlerischen Freiheiten zustehen? Oder hat dieser Gedanke auch durch Erkenntnisse der Psychologie untermauerte Substanz?

In der Psychotherapie wird die Visualisierung eingesetzt, um beispielsweise auf eine Verhaltensänderung hinzuarbeiten und neues Verhalten gewissermaßen einzuüben. Wenn wir uns vorstellen können, ein Ziel erreichen zu können, dann verleiht uns das einen Schub. Das Ziel wird leichter erreichbar. Desto öfter und lebendiger wir uns vorstellen, das Ziel erreicht zu haben, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass das Ziel erreicht wird. Außerdem stärken wir dadurch unsere Kreativität auf dem Weg zum Ziel und motivieren uns selbst zum Durchhalten.

Darüber hinaus lenken wir unsere Selbstgespräche, die wir jeden Tag führen, in eine von uns gewünschte Richtung, auf das Ziel hin. Selbstgespräche gewinnen einen positiven und motivierenden Charakter.

Stetig wiederholte Visualisierung ist auch ein Lernprozess. Wir verankern etwas im Gehirn. Erkenntnissen der Hirnforschung zufolge muss das, was man lernen möchte, buchstäblich unter die Haut gehen. Der Neurobiologe Gerald Hüther drückt dies so aus: es muss zu einer Aktivierung der emotionalen Zentren im Hirn kommen. Dadurch werden neuroplastische Botenstoffe freigesetzt.

Und wenn wir dann ein Ziel mit jeder Faser unseres Herzens anstreben – und uns vorstellen, das Ziel erreicht zu haben? Welchen Schub kann uns diese Vorstellung geben? Welche Energie kann das in uns freisetzen?

„Die Wirklichkeit beginnt in deinem Kopf. Du schaffst sie jeden Tag aufs Neue …“ – stimmt!

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Was immer du tun kannst …

„Was immer du tun kannst oder träumst, es zu können, fang damit an! Mut hat Genie, Kraft und Zauber in sich.“ Johann Wolfgang von Goethe, deutscher Dichter, Naturforscher und Politiker.

Was immer du tun kannst, J.W. v. Goethe - Gestaltung: privat
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Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832) war ein deutscher Dichter, Naturforscher und Politiker. Nicht nur in Deutschland gilt er als einer der bedeutendsten Schöpfer deutschsprachiger Dichtung.

Mut zum Anfangen

Tun können – tun wollen: manchmal besteht zwischen beidem eine tiefe Kluft. Was ist der Grund, etwas, was man tun kann, nicht tun zu wollen? Die Gründe sind vielschichtig. Vielleicht bestehen wirtschaftliche Zwänge, Einkommen erwirtschaften zu müssen, um über die Runden zu kommen. Für das, was man gerne tun möchte, bleibt dann wenig Zeit übrig. Und dann ist man möglicherweise zu müde, um nach einem anstrengenden Arbeitstag noch Muse für etwas Anderes zu finden.

Davon träumen, etwas zu können, und dies dann wollen und konsequent damit anfangen? Hier ist die Hürde noch höher. Wie kann man denn wissen, dass man das tatsächlich können wird, was man sich erträumt? Der Weg geht letztlich nur über das Ausprobieren, unterfüttert von der Erwartung, es auch schaffen zu können.

Die Erwartung, es wirklich schaffen zu können, erfordert wiederum Vertrauen in die eigene Stärke, ein gesundes Selbstwertgefühl. Jeder Mensch verfügt von Geburt an über ein Fähigkeiten- und Kompetenzenbündel. Fähigkeiten und Kompetenzen werden von den Eltern vererbt, bleiben aber selbstverständlich nicht auf diesem Stand. Sie können im Lauf des Lebens kontinuierlich weiterentwickelt werden.

Selbst neue Fähigkeiten und Kompetenzen lassen sich erlernen. Wenn man sich genügend Zeit gibt, in kleinen Schritten vorgeht und sich kleine Ziele setzt, lassen sich sogar schwierige Fähigkeiten aneignen. Und natürlich darf die Motivation nicht fehlen.

Dann ist Mut notwendig, mit etwas Neuem tatsächlich anzufangen. Wenn dieser Mut aufgebracht wird, ist auch die dem Mut innewohnende Kraft zu spüren. Und auch, wie Goethe es ausdrückt, das Genie und der Zauber des Muts.

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Mach den ersten Schritt im Vertrauen …

„Mach den ersten Schritt im Vertrauen. Du brauchst nicht den ganzen Weg zu sehen. Mach einfach den ersten Schritt.“ Martin Luther King jr., US-amerikanischer Baptistenpastor und Bürgerrechtler

Mach den ersten Schritt im Vertrauen, M. Luther King jr - Gestaltung: privat
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Martin Luther King Jr. (1929-1968) war ein US-amerikanischer Baptistenpastor und Bürgerrechtler. Zwischen Mitte der 1950er und Mitte der 1960er Jahre war er der bekannteste Sprecher der US-amerikanischen Bürgerrechtsbewegung der Afroamerikaner (Civil Rights Movement). Sein Engagement für soziale Gerechtigkeit wurde 1964 mit dem Friedensnobelpreis gewürdigt. Bei einem Attentat auf ihn wurde er 1968 erschossen.

Einfach den ersten Schritt gehen

Wie verführerisch ist es, so lange zu warten, bis der ganze Weg sichtbar wird. Wenn man dann genau weiß, was auf einen zukommt, kann man sich ja beruhigt auf den Weg machen. Es gibt ja schließlich keine Überraschungen mehr.

Das reale Leben hält leider sehr wenige kalkulierbare Wege bereit. Nahezu alles ist einem schnellen Wandel unterworfen. Immer wieder wird es notwendig, sich auf etwas Neues einzulassen. Nahezu niemand mehr verbringt sein gesamtes Berufsleben bei nur einem Arbeitgeber. Ganze Wirtschaftszweige verlieren an Bedeutung oder verschwinden nahezu gänzlich. Neue Wirtschaftszweige entstehen gewissermaßen über Nacht.

Globalisierung, Digitalisierung und Künstliche Intelligenz sind Schlagworte unserer Zeit. Lebenslanges Lernen und lebenslanges Anpassen an neue oder veränderte Gegebenheiten sind gefordert.

Aber warum wandelt sich alles derart schnell? Weil einzelne Menschen Chancen erkannt haben, etwas Neues zu schaffen. Sie haben Potenziale erkannt, neue Modelle sozialer Interaktion, neue Geschäftsmodelle, erdacht und umgesetzt. Viele waren erfolgreich, aber auch viele sind gescheitert.

Die ständige Veränderung verursacht aber auch Verwerfungen in der Gesellschaft. Soziale Missstände und Ungerechtigkeiten entstehen oder treten immer schärfer zutage. An manchen alten Mustern wird eisern festgehalten. Manche Menschen erkennen die Notwendigkeit, sich zu engagieren, damit sich etwas ändert, sei es im Kleinen oder im Großen. Martin Luther King jr. setzte sich seinerzeit für die Aufhebung der Rassentrennung in den Südstaaten der USA ein.

Und auf der ganz persönlichen Ebene? Vielleicht ist da die Idee, etwas zu bewegen, etwas zu wagen. Man sieht die Chance, fasst einen Weg ins Auge, aber man zögert, weil eben auch Risiken bestehen. Wird man es schaffen? Wird man durchhalten können? Und wird es sich dann so erfüllen, wie man das erhofft und geplant hat? Wird sich die ganze Mühe am Ende lohnen?

Vielleicht gewinnen die Bedenken die Übermacht. Und dann lässt man die Chancen verstreichen und geht noch nicht einmal den ersten Schritt.

Weshalb nicht wenigstens den ersten Schritt im Vertrauen auf die eigenen Kompetenzen und Fähigkeiten und die eigene Stärke gehen? Es muss ja kein Riesenschritt sein. Ein kleiner Schritt mit messbaren Zielen genügt. Wenn Ziele nicht erreicht werden, besteht ja immer noch die Möglichkeit, das Ganze zu beenden. Aber dann hat man es wenigstens versucht.

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Inspiration, Motivation, Ermutigung – Impulse Folge 2

Impulse zur Inspiration, Motivation, Ermutigung – wir können sie jeden Tag gut gebrauchen. Diese Impulse bilden die Folge 2 einer Reihe, die in unregelmäßigen Zeitabständen fortgesetzt wird.

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Der Mensch ist ein zielstrebiges Wesen …

„Der Mensch ist ein zielstrebiges Wesen, aber meistens strebt er zu viel und zielt zu wenig.“ Günter Radtke, deutscher Pressezeichner, Illustrator und Maler

Der Mensch ist ein zielstrebiges Wesen, G. Radtke - Gestaltung: privat
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Günter Radtke (1920-2018) war ein deutscher Pressezeichner, Illustrator und Maler. Außerdem gilt er als Mitbegründer des seit 1948 erscheinenden Wochenmagazins „Stern“. 50 Jahre lang blieb er dessen Chefillustrator.

Zielen und Streben miteinander vereinen

Wo kann Streben und Zielen am besten zur Deckung kommen? Spontan fällt das Bogenschießen dazu ein. Man strebt danach, ins Zentrum der Zielscheibe zu treffen.

Natürlich wäre es auch möglich, zu streben und dabei das Zielen zu vernachlässigen. Vielleicht wäre ein Zufallstreffer genau in das Zentrum dabei, wenn man einfach eine Serie von Pfeilen in die Gegend abschießen würde. Die Wahrscheinlichkeit ist jedoch äußerst gering.

Zielen ohne danach zu streben, auch zu treffen, ist natürlich ebenfalls vorstellbar. Dann gewinnt das Bogenschießen den Charakter eines netten Zeitvertreibs. Trifft man, ist es schön, wenn nicht, ist es auch nicht tragisch.

Und das reale Leben? Wohl niemand möchte sein ganzes Leben lang „strebend sich bemüh’n“, ohne zu wissen, wofür das Ganze eigentlich gut sein soll. Sich abrackern, aber nicht so richtig wissen, für was und wozu?

Andererseits: wer würde sein Leben als netten Zeitvertreib betrachten?  Es möchte wohl auch niemand sein Leben einfach dem Zufall überlassen, möchte in den Tag hinein leben. Niemand könnte erwarten, dass sich alles gewissermaßen wie von selbst und ganz optimal fügt, so dass das Leben als eine einzige „Panoramawanderung“ von einem Höhepunkt zum nächsten empfunden wird.

Wie lässt sich die Eigenschaft „zielstrebig“ im Leben umsetzen? Zuerst muss das Ziel klar sein. Erst dann kann dieses Ziel angestrebt werden. Aber passt das Ziel auch für mich? Habe ich das für mich richtige bzw. stimmige Ziel? Es lohnt sich, darüber intensiv nachzudenken, bevor die Weichen für das weitere Leben gestellt werden.

Aber selbst wenn schon einige Lebensjahre vergangen sind und bewusst wird, dass man nicht zum für sich richtigen Ziel unterwegs war, kann man immer noch umsteuern. Man kann sich neu orientieren und sich ein neues Ziel vornehmen.

Und wie findet man heraus, was das individuell stimmige Ziel ist? Ein erfolgversprechender Weg besteht darin, sich intensiv mit den Themen Berufung und Lebensaufgabe zu beschäftigen.

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Wer sein Leben so einrichtet …

„Wer sein Leben so einrichtet, dass er niemals auf die Schnauze fliegen kann, der kann nur auf dem Bauch kriechen.“ Heinz Riesenhuber, deutscher Politiker

Wer sein Leben so einrichtet, H. Riesenhuber - Gestaltung: privat
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Heinz Riesenhuber (geb. 1935) ist ein deutscher Politiker. Er war von 1976 bis 2017 Mitglied des Deutschen Bundestages. Von 1982 bis 1993 war er Bundesminister für Forschung und Technologie in der vom damaligen Bundeskanzler Helmut Kohl geführten Bundesregierung.

Doch lieber etwas wagen?

Wie könnte ein Leben aussehen, bei dem man niemals auf die Schnauze fliegen kann? Vielleicht etwa so: man hat keinen besonderen Ehrgeiz, sucht sich eine Arbeitsstelle, die einem ein sicheres Auskommen bietet. Natürlich sollten feste Arbeitszeiten möglich sein und die Tätigkeit sollte nicht zu sehr anstrengen. Schwierige Entscheidungen sollten möglichst nicht gefordert sein. Und außerdem sollte es möglich sein, das gesamte Arbeitsleben bis zum Eintritt in das Rentnerdasein bei demselben Arbeitgeber zu verbringen.

Im Privatleben ist auch eher Beständigkeit angesagt. Der Freundes- und Bekanntenkreis bleibt weitgehend stabil. Man bleibt beim Gewohnten, hat wenig Interesse, über den Tellerrand zu schauen. Sich überraschen lassen, Menschen aus anderen Kulturen zu begegnen, sich selbst kontinuierlich weiterbilden, ist weniger angesagt. Neues wird eher als Bedrohung denn als Chance empfunden.

Wer so im übertragenen Sinne auf dem Bauch kriecht, atmet den Staub ein und verurteilt sich selbst dazu, immer nach oben schauen zu müssen. Aber die Antriebskraft, die Motivation, sich aufzurichten und seine Chancen zu nutzen, fehlt.

Eigentlich schade, sich dann gegen Ende des Lebens eingestehen zu müssen, die vielen Möglichkeiten, die sich immer wieder boten, nicht genutzt zu haben. Und auch: letzten Endes unter seinen Möglichkeiten geblieben zu sein, seine Potenziale nicht genutzt zu haben.

Das Scheitern ist erspart geblieben. Wer schon auf dem Bauch kriecht, kann schließlich nicht mehr abstürzen.

Ist es nicht eine erschütternde Vorstellung? Die Vorstellung, auf dem Bauch zu kriechen und seine Potenziale nicht zu nutzen?

Natürlich kann der scheitern, der etwas wagt, und kann vielleicht tief fallen. Aber ist es nicht eine faszinierende Vorstellung, etwas zu wagen, alle seine Fähigkeiten und Energien einzusetzen und etwas bewegen zu können?

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