Begegne dem, was auf dich zukommt, nicht mit Angst … Hoffnung.Lesezeit: 8 Min.

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„Begegne dem, was auf dich zukommt, nicht mit Angst, sondern mit Hoffnung.“

Franz von Sales
Begegne dem was auf dich zukommt, nicht mit Angst, sondern mit Hoffnung. F. v. Sales - Gestaltung: privat
Gestaltung: privat

Franz von Sales (1567-1622) war Fürstbischof von Genf, Ordensgründer, Mystiker und Kirchenlehrer. In zahlreichen Schriften betonte er die Verbindung von Religiosität und weltlicher Kultur, von Humanismus und Christentum.

Eine Entscheidung muss getroffen werden

Bei Horst (Name geändert) wurde eine Spinalkanalstenose, eine Verengung des Rückenmarkskanals, diagnostiziert. Eine Magnetresonanztomographie (MRT) ließ keine Zweifel. Der behandelnde Neurochirurg empfahl eine Operation. Eine konservative Behandlung durch Physiotherapie erachtete er nicht als wirklich hilfreich.

Durch die Verengung des Spinalkanals entsteht ein Druck auf die Nerven, der zu Schmerzen, Gefühlsstörungen oder Lähmungserscheinungen führen kann. Bei Horst traten Schmerzen und Gefühlsstörungen, jedoch (noch) keine Lähmungserscheinungen auf.

Verständlicherweise war Horst unsicher. Sollte er sich eine zweite Meinung einholen? Zunächst kam ihm sein Hausarzt in den Sinn, der zwar kein Orthopäde war, den er aber aufgrund seines Erfahrungshintergrunds (auch als Sportarzt) für sehr kompetent hielt. Als er mit anderen über seinen Gedanken sprach, hörte er eine Meinung, die ihn aufhorchen ließ. Der Hausarzt habe bei einem anderen Fall, einem Bandscheibenvorfall, zu lange gezögert und keine Operation für notwendig gehalten. Bei der Operation, die dann schließlich doch durchgeführt worden sei, weil die Schmerzen nicht mehr auszuhalten waren, habe sich dann herausgestellt, dass die Operation gerade noch rechtzeitig erfolgt sei. Wäre nicht operiert worden, wären schwere Schädigungen zu erwarten gewesen. Also wandte sich Horst nicht an seinen Hausarzt.

Horst befragte einen Physiotherapeuten, den er schon länger kannte. Er schilderte ihm den Befund des Neurochirurgen. Der Physiotherapeut kannte aus seinen vielen Berufsjahren eine Vielzahl von Patienten mit Rückenleiden und war natürlich auch mit der menschlichen Anatomie bestens vertraut. Nach dem Risiko einer fehlgeschlagenen Operation befragt, meinte der Physiotherapeut etwas salopp, dass es schon vorkommen könne, dass dem Chirurgen mal das Messer ausrutsche. Diese Aussage half Horst auch nicht weiter.

Als nächstes ging Horst daran, im Internet zu recherchieren. Er wollte sich ein eigenes Bild verschaffen. Seine Recherche zu Operationsrisiken konnte bei Horst durchaus Ängste auslösen. Operationen an der Wirbelsäule zählen zu den schwierigsten chirurgischen Eingriffen, denn am Rückenmark und an der Wirbelsäule liegen wichtige Nerven eng beieinander. Schmerzen und Lähmungen zählen zu den möglichen Komplikationen eines Eingriffs.

Was die Narkose anbelangte, erschloss sich für Horst, dass Operationen heutzutage sehr sicher geworden sind. Aber trotzdem stirbt einer von hunderttausend Menschen, die unter Narkose operiert werden. Horst wollte natürlich nicht gerade diese eine Person sein. Er wollte auch nicht nach der Operation an einem Delir leiden, einem Zustand geistiger Verwirrung mit Störungen des Bewusstseins, des Denkvermögens und der Aufmerksamkeit. Das Risiko für ein Delir liegt deutlich höher. Während einer Narkose werden die Hirnströme zwischen verschiedenen Bereichen des Gehirns unterbrochen. Mit dem Abklingen der Narkose muss die Kommunikation zwischen den verschiedenen Hirnregionen wieder hergestellt werden. Gelingt dies nicht vollumfänglich, sind kognitive Schäden eine wahrscheinliche Folge.

Hinsichtlich des Operationsrisikos konkret befragt, erklärte der Neurochirurg, dass eine anschließende Gehunfähigkeit nicht völlig ausgeschlossen werden könne. So sei beispielsweise eine Einblutung nicht auszuschließen, wodurch das Rückenmark mit möglicherweise schwerwiegenden neurologischen Folgen komprimiert werden könne. Dies sei aber in den vergangenen zehn Jahren nur zwei Mal vorgekommen und die Einblutung habe rechtzeitig erkannt werden können, bevor ein neurologischer Schaden eingetreten sei.

Der Neurochirurg schätzte das Risiko einer Gehunfähigkeit aufgrund einer Komplikation bei der Operation als geringer ein als aufgrund eines unglücklichen Sturzes. Diese Aussage des Neurochirurgen überraschte Horst nicht, denn mit einer Operation würde er für die Klinik natürlich auch Einnahmen erwirtschaften.

Horst hatte sich ein Bild gemacht, so gut er es eben konnte. Eigentlich war klar, wie die Entscheidung ausfallen sollte. Doch eine Unsicherheit blieb.

Der Zug nähert sich unaufhaltsam

Bei Horst näherte sich, bildlich ausgedrückt, der Zug unaufhaltsam. Er konnte nicht beliebig lange zögern und musste eine Entscheidung treffen.

Sollte er doch auf die Operation verzichten, weiter mit hinsichtlich der Intensität wahrscheinlich zunehmenden Beschwerden leben und ein Risiko eingehen? Dieses hätte darin bestanden, bei einem unglücklichen Sturz möglicherweise die Gehfähigkeit zu verlieren und für den Rest des Lebens im Rollstuhl sitzen zu müssen. Wie hoch wäre dieses Risiko? Oder sollte er der Empfehlung des Neurochirurgen folgen, sich auf die Operation einlassen und – wenn sie gelungen war – sich selbst zusprechen zu können, das Mögliche für sich getan zu haben? Aber dieser Zuspruch würde auch bei einem Misslingen der Operation gelten. Dann wäre die Aussage: Ich habe wenigstens mit Hilfe der Operation versucht, die Beschwerden zu lindern.

Im Leben gibt es mancherlei Situationen, in denen sich der Zug unaufhaltsam nähert. Der Zeitpunkt, bis zu dem etwas getan oder eine Entscheidung getroffen werden muss, rückt immer näher heran.

Vielleicht befindet sich das Unternehmen, in dem man angestellt ist, wirtschaftlich in „schwerem Fahrwasser“ und kommt um Umstrukturierungsmaßnahmen nicht herum. Es muss sich von Mitarbeitern mit einer betriebsbedingten Kündigung trennen, weil die Weiterbeschäftigung wegen dringender betrieblicher Erfordernisse nicht möglich ist. Man ist selbst unter den Betroffenen. Der letzte Arbeitstag naht unaufhaltsam. Man ist nicht mehr der Jüngste. Man muss sich beruflich neu orientieren.

Vielleicht hat man ein Haus oder eine Wohnung gekauft und sich dabei finanziell übernommen. Plötzlich ist man unverschuldet arbeitslos geworden. Oder was als Eigenleistung erbracht werden sollte, ist auf einmal aus Krankheitsgründen nicht mehr möglich. Oder man stellt fest, dass wegen gestiegener Zinsen nach Ablauf der Zinsbindungsfrist die monatliche Belastung auf ein nicht mehr verkraftbares Maß ansteigen wird. Als einzige Möglichkeit bleibt der rechtzeitige Verkauf.

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Ausweichen – nicht möglich

Es kommt etwas auf einen zu und der Begegnung damit kann man nicht ausweichen. Man ist gezwungen, sich mit dem, was da auf einen mit absoluter Sicherheit zukommt, auseinanderzusetzen. Ein Ausweichen wäre zwar möglich, aber dann müsste man sprichwörtlich davonlaufen. Auch ein Suizid, als denkbar schlechteste Reaktion, wäre ein Davonlaufen.

Welche Gefühle löst der unaufhaltsam nahende Zug, der Zwang zur Auseinandersetzung, in einem aus? Ohnmacht, Hilflosigkeit, Wut, Frustration – oder Angst? Schließlich weiß man oft nicht, wie es danach weitergeht, nachdem man sich mit etwas auseinandergesetzt und eine Entscheidung getroffen hat. Wird Horst nach der Operation vielleicht doch im Rollstuhl sitzen? Hat man bei der gut überlegten beruflichen Umorientierung vielleicht doch den falschen Weg eingeschlagen? Hätte es doch noch andere Möglichkeiten gegeben, das Haus oder die Wohnung zu halten?

Vielleicht kam ein Ereignis auch ganz plötzlich. Man konnte nicht ausweichen und hatte auch überhaupt keine Zeit, sich darauf einzustellen. Jetzt ist man mit einer Situation konfrontiert und weiß nicht, wie es weitergehen könnte. Das Bevorstehende mag einem wie ein Berg vorkommen, einen schier überwältigen. Wie soll man es schaffen? Ist es nicht nur zu verständlich, dass man mit Angst in die Zukunft blickt?

Angst oder Hoffnung – man hat die Wahl

Angst kann in eine Erstarrung führen. Es mag schwerfallen, noch klare Gedanken zu fassen. Der Blick kann sich derart auf das Problem fokussieren und verengen, dass mögliche Alternativen oder Lösungen nicht (mehr) gesehen werden. Das „ich schaffe es nicht“ oder „es wird schlecht für mich ausgehen“ verdrängt das „ich kann es schaffen“ oder „es kann gut für mich ausgehen“. Angst führt von der Hoffnung weg. Vielleicht beginnt das „Kopfkino“ und in der eigenen Vorstellung wird die Befürchtung bereits zur Realität.

Muss es wirklich so kommen, wie man es befürchtet? Man könnte genauso gut ein positives Szenario auf die Zukunft projizieren. Es geht ja um eine Zukunft, die noch nicht zur Gegenwart geworden ist. Es ist noch nicht entschieden, wie es weitergeht und am Ende ausgeht. Wieso sollte die Angst siegen und nicht die Hoffnung?

Gutes und Sinnvolles tun – ganz praktisch

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Hoffnung stärkt den Mut zu sich selbst

Angst kann die Zukunft nicht ändern, Hoffnung auch nicht. Aber wenn man sich an die Hoffnung bindet, kann man die eigenen Ressourcen wirksam werden lassen. Bestimmt hat man auch früher schon schwierige Situationen gemeistert. Wie hat man das gemacht?

Wenn man beispielsweise von einer betriebsbedingten Kündigung bedroht ist, kann man sich darauf besinnen, was man im Beruf alles schon geleistet und geschafft hat. Und man kann sich darauf besinnen, dass man es immer wieder geschafft hat, mit neuen Entwicklungen Schritt zu halten, Herausforderungen zu bewältigen. Man kann sich seine Stärken bewusst machen, wie beispielsweise Lernfähigkeit, Durchhaltevermögen oder Zielorientiertheit.

Die Hoffnung stärkt den Mut zu sich selbst. Der Neurologe und Psychiater Viktor Frankl drückte es so aus: „Erst der Mut zu sich selbst wird den Menschen seine Angst überwinden lassen.“ Und er stellt sogar noch eine weitergehende provozierende Frage: „Muss man sich denn auch alles von sich gefallen lassen? Kann man nicht stärker sein als die Angst?“

Bestimmt hat man auch in der Vergangenheit schon in den verschiedensten Situationen Mut zu sich selbst bewiesen. „Ich gehe jetzt diesen Weg“ und „Ich kann das schaffen“ verband Mut, Hoffnung und Zuversicht. Und man hat festgestellt, dass man einiges geschafft hat.

Wenn doch die Angst siegen würde, wäre Hoffnungslosigkeit nicht weit. Doch Hoffnungslosigkeit hat den Charakter der vorweggenommenen Niederlage. Karl Jaspers, Psychiater und Philosoph, drückte es treffend so aus: „Die Hoffnungslosigkeit ist schon die vorweggenommene Niederlage. Sie ist nicht erlaubt, solange der Mensch noch etwas zu tun vermag.

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Ich bin Dieter Jenz, Begleiter, Berater und Coach mit Leidenschaft. Über viele Jahre hinweg habe ich einen reichen Schatz an Kompetenz und Erfahrung erworben. Meine Themen sind die "4L": Lebensaufgabe, Lebensplanung, Lebensnavigation und Lebensqualität.