Die Hoffnung ist wie eine Kletterpflanze. Sie braucht etwas, woran …

„Die Hoffnung ist wie eine Kletterpflanze. Sie braucht etwas, woran sie sich festhalten kann.“

Dieter Jenz
Die Hoffnung ist wie eine Kletterpflanze, D. Jenz - Gestaltung: privat
Gestaltung: privat

Woran kann sich die Hoffnung festhalten?

Hoffnung bezeichnet eine von Zuversicht bestimmte innerliche Ausrichtung, die mit einer positiven Erwartungshaltung einhergeht. Ob sich Zuversicht und Erwartung tatsächlich erfüllen, darüber kann keine Gewissheit bestehen. Hoffnung ist keine Gewissheit.

Die Hoffnung formt sich oft in eine bildliche Vorstellung. Wenn jemand beispielsweise auf eine Karriere als Schriftsteller hofft, hat er ein bestimmtes Bild oder eine bestimmte Szene vor Augen. Vielleicht sieht er sich in einer Buchhandlung vor einer Bestseller-Liste stehen. Sein Buch hat es auf Platz 1 geschafft und voller innerem Stolz liest er seinen Buchtitel und seinen Namen. Oder er sieht sich bei einer Lesung. Der Saal ist voller Menschen. Beifall brandet auf, als er seine Lesung beendet.

Das innere Bild, die innere Szene, sind das Etwas, an dem sich die Hoffnung wie eine Kletterpflanze festhalten kann. Kletterpflanzen benötigen je nach Art eine Fassade, eine Mauer, ein Rankgerüst oder einen Baum, an dem sie sich festhalten und wachsen können. Sinngemäß benötigt die Hoffnung das innere Bild, die innere Szene, zum Festhalten.

Hoffnung stärkt das Durchhaltevermögen

Hoffnung, getragen von einem positiven Selbstbild, stärkt die Motivation, auf ein bestimmtes Ziel zuzusteuern und es zu erreichen. Und sie stärkt das Durchhaltevermögen. Meist erfüllt sich die Hoffnung nicht sofort, sondern es müssen zuerst Hindernisse überwunden werden. Dann sind Durchhaltevermögen und ein langer Atem gefragt.

Sebastian Fitzek, der erfolgreichste deutsche Thriller-Autor, benötigte dieses Durchhaltevermögen. Sein Erstlingswerk „Die Therapie“ (2006) wurde von 13 Verlagen abgelehnt. Es musste drei Mal umgeschrieben werden, bis sich ein Verlag fand, der das Manuskript annahm und das Buch verlegten wollte. Die Ausdauer wurde belohnt, denn „Die Therapie“ wurde als bestes Krimi-Debüt für den Friedrich-Glauser-Preis nominiert und entwickelte sich zum Bestseller.

Wenn sich die Hoffnung festhalten kann, fällt es auch leichter, mit Widerständen und Rückschlägen umzugehen. Für einen Schriftsteller sind es beispielsweise die Kritiker in den Redaktionen der Medien. Deren Urteil mag die Hoffnung auf eine steile Karriere dämpfen. Wie geht man damit um, wenn man vernichtende Kritik erfährt? Ist dann die Hoffnung schon dahin? Oder kann man es aushalten und lässt sich nicht von der Hoffnung abbringen?

Auch Sebastian Fitzek begegnete vernichtender Kritik. Beispielsweise fand der Kritiker im ARD-Beitrag „Druckfrisch“ (27. November 2015), in dem der Pädophilie-Krimi „Das Joshua-Profil“ besprochen wurde, keine schmeichelhaften Worte. Fitzek sei ein „talentloser, klischeeverhafteter und – mit Verlaub – dummer Autor“, der „die Nulllinie der deutschen Gegenwartsliteratur“ markiere. Dieser vernichtenden Kritik standen jedoch auf der anderen Seite viele wohlwollende Kritiken gegenüber.

Hoffnung wächst an Bestätigungen

Die Hoffnung wächst an den kleinen und großen Bestätigungen, die man immer wieder erfährt. Ein „hat mir gut gefallen“ oder „gut gemacht“ nährt die Zuversicht, stärkt die Motivation, die Widerstandskraft gegen Rückschläge, und das Durchhaltevermögen. Die Hoffnungspflanze wächst. Und die Hoffnung hilft, das Ziel zu erreichen, das innere Bild, die innere Szene Realität werden zu lassen.

Gibt es eine Gewähr, dass das angestrebte und mit Hoffnung unterlegte Ziel erreicht wird? Sicherlich nicht! Aber mit Hoffnung im Rücken ist die Wahrscheinlichkeit sehr viel höher.

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Ich bin Dieter Jenz, Begleiter, Berater und Coach mit Leidenschaft. Über viele Jahre hinweg habe ich einen reichen Schatz an Kompetenz und Erfahrung erworben. Meine Themen sind die "4L": Lebensaufgabe, Lebensplanung, Lebensnavigation und Lebensqualität.