Es kommt darauf an, das Hoffen zu lernen.

„Es kommt darauf an, das Hoffen zu lernen.“

Ernst Bloch
Es kommt darauf an das Hoffen, E. Bloch - Gestaltung: privat
Gestaltung: privat

Ernst Bloch (1885-1977) war ein deutscher Philosoph. Sein im amerikanischen Exil verfasstes und als Hauptwerk bezeichnetes Buch „Das Prinzip Hoffnung“ fand große Aufmerksamkeit. Nach seiner Übersiedelung aus der DDR in die BRD wurde er an der Universität Tübingen zu einem Stichwortgeber der studentischen Proteste im Deutschland der sechziger Jahre. Er gilt als einer der wichtigsten deutschen Philosophen des 20. Jahrhunderts.

Das Hoffen lernen?

Erik (Name geändert) befindet sich in einer schwierigen Situation. Er muss eine neue Wohnung suchen. Als Beschäftigter einer Service-Gesellschaft am Flughafen verdient er nicht sonderlich viel. Im dichtbesiedelten Umfeld des Flughafens ist es nicht leicht, eine bezahlbare Wohnung für die Familie zu finden. Lange hat er schon gesucht, aber noch immer nichts Geeignetes finden können. Er ist verständlicherweise verzweifelt.

Soll er in größerer Entfernung zum Flughafen auf dem Land eine Wohnung suchen? Dafür müsste er einen langen Weg zum Arbeitsplatz, aber eben auch höhere Fahrtkosten, in Kauf nehmen. Oder wäre es doch besser, nahe am Arbeitsplatz zu wohnen und sich mit einer sehr kleinen Wohnung zu begnügen? Doch es ist ihm bisher auch nicht gelungen, die geeignete kleine Wohnung zu finden.

Erik hat wenig bis gar keine Hoffnung, etwas Geeignetes zu finden. Die Verzweiflung nimmt überhand. Doch die übermächtige Verzweiflung macht nichts besser. Ob er verzweifelt ist oder nicht, an der Situation selbst ändert sich nichts. Doch die Verzweiflung nimmt ihm seine Lebensfreude.

Könnte Erik der Verzweiflung Hoffnung entgegenstellen? Dafür müsste er bewusst hoffen lernen. Wie könnte er ganz praktisch hoffen lernen? An der Situation der Wohnungsknappheit für Personen mit geringerem Einkommen ändert sich objektiv gesehen nichts. Und auch an seiner Einkommenssituation ändert sich nichts. Aber für Erik würde sich etwas in seinem Denken ändern.

Den „Hoffnungsmuskel“ trainieren

Statt „Mit meinem Gehalt werde ich nie eine Wohnung finden!“ würde er sich sagen: „Die geeignete Wohnung habe ich noch nicht gefunden. Vielleicht finde ich sie heute.“. Sein Denken, dass er mit seinem Gehalt nie eine Wohnung finden wird, ist nur bis zum heutigen Tag wahr. Aber es ist trotz der schwierigen Wohnungssituation nicht gesagt, dass es immer so bleiben wird. Dann kann er genauso gut auf die Hoffnung setzen: „Vielleicht finde ich sie heute.“.

Lernen ist ein Prozess. Erik wird nicht in einem Tag seine Denkrichtung ändern. Es besteht eine ständige Gefahr, wieder in bisherige Denkgewohnheiten zurückzufallen. Hoffnungsgedanken müssen deshalb ständig und bewusst eingeübt werden. Erik trainiert dann gewissermaßen seinen „Hoffnungsmuskel“.

Wenn in Erik die Hoffnung stärker wird, wirkt sich dies auf seine Ausstrahlung aus. Und er drängt die Verzweiflung zurück. Eine asiatische Weisheit drückt es so aus: „Wenn die Hoffnung aufwacht, legt sich die Verzweiflung schlafen.

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Ich bin Dieter Jenz, Begleiter, Berater und Coach mit Leidenschaft. Über viele Jahre hinweg habe ich einen reichen Schatz an Kompetenz und Erfahrung erworben. Meine Themen sind die "4L": Lebensaufgabe, Lebensplanung, Lebensnavigation und Lebensqualität.