Gönne dir einen Augenblick der Ruhe und du begreifst, wie närrisch du …

„Gönne dir einen Augenblick der Ruhe und du begreifst, wie närrisch du herumgehastet bist.“

Laotse
Gönne dir einen Augenblick der Ruhe, Laotse - Gestaltung: privat
Gestaltung: privat

Laotse (auch andere Schreibweisen, wie z. B. Laozi, sind bekannt) war ein legendärer chinesischer Philosoph und gilt als Begründer des Daoismus. Er soll im 6. Jahrhundert v. Chr. gelebt haben, jedoch wird grundsätzlich infrage gestellt, ob er wirklich existiert hat.

Der Daoismus ist eine chinesische Philosophie und Weltanschauung. Ein zentrales Thema des Daoismus ist die Suche nach Unsterblichkeit.

Im Hamsterrad gefangen?

Muss es für viele Menschen nicht wie ein Ding der Unmöglichkeit klingen, sich einen Augenblick der Ruhe zu gönnen? Viele Tage sind vom Morgen bis zum Abend durchgetaktet und man kommt kaum damit hinterher, alles zu schaffen. Abends fällt man todmüde ins Bett. Und am nächsten Tag geht es wieder weiter. Man fühlt sich im sprichwörtlichen Hamsterrad gefangen.

Man fragt sich: Gibt es einen Weg, dem Hamsterrad zu entkommen? Um dafür Möglichkeiten zu erkennen, braucht man Abstand. Bei einem einfachen und sturen „Weiter so“ ändert sich nichts.

Keine Zeit zum Innehalten?

Eine kleine Geschichte illustriert das Dilemma, in dem man sich sehr schnell wiederfinden kann. Ob die Geschichte wahr ist oder nicht, spielt keine Rolle.

Ein Wanderer begegnet einem Holzfäller, der gerade einen riesigen Haufen Holz hackt. Er schaut ihm interessiert zu. Dem Holzfäller rinnt der Schweiß von der Stirn. Er ist schon ganz nassgeschwitzt und sieht ziemlich erschöpft aus. Der Wanderer hat den Eindruck, dass die Axt ziemlich stumpf sein muss.

Nach einer Weile fragt er den Holzfäller, warum er sich denn nicht die Zeit nehme, seine Axt zu schärfen, wo sie doch erkennbar stumpf sei. Der Holzfäller deutet, ganz außer Atem, nur auf den noch immer riesigen Holzhaufen und antwortet:

„Sehen Sie den Haufen nicht? Ich habe keine Zeit dafür!“

Sehr wahrscheinlich hätte man dem Holzfäller sehr zugeraten, seine Arbeit sofort zu unterbrechen. Wenn er innehalten und einige Minuten zum Schärfen der Axt investieren würde, dann würde er anschließend ein Mehrfaches der für das Schärfen aufgewendeten Zeit einsparen. Er wäre mit seiner Arbeit schneller fertig.

Abraham Lincoln (1809-1865), 16. Präsident der USA, hatte wohl ein ähnliches Bild vor Augen. Er drückte es so aus: „Wenn ich acht Stunden Zeit hätte, um einen Baum zu fällen, würde ich sechs Stunden die Axt schleifen.“. Natürlich braucht man zum Schleifen einer Axt keine sechs Stunden. Er wollte wohl zuspitzen, wie wichtig es ist, das, was man tut oder tun will, gut vorzubereiten und klug zu handeln.

Ein Augenblick der Ruhe – gönnen oder zwingen?

Kann man sich eine Arbeitsunterbrechung gönnen oder muss man sich dazu zwingen, weil man mit dem Verstand erkannt hat, dass es so nicht weitergehen sollte? Wenn man es sich gönnt, drückt man damit vorbeugende Selbstfürsorge aus. Muss man sich dazu zwingen, gesteht man sich ein, dass einem die Verhältnisse keine andere Wahl lassen. Man steht vielleicht kurz vor dem Zusammenbruch und erkennt schmerzlich, dass man etwas für sich tun muss.

Gönnen bedeutet aktives vorbeugendes Handeln, bevor es zu spät ist. Wenn man bereit ist, sich eine Unterbrechung zu gönnen, kann man viel schneller den Kurs ändern und dadurch Zeit gewinnen. Und vielleicht erkennt man auch, dass man unnütz und womöglich auch närrisch herumgehastet ist.

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Ich bin Dieter Jenz, Begleiter, Berater und Coach mit Leidenschaft. Über viele Jahre hinweg habe ich einen reichen Schatz an Kompetenz und Erfahrung erworben. Meine Themen sind die "4L": Lebensaufgabe, Lebensplanung, Lebensnavigation und Lebensqualität.