Geliebt zu werden macht uns stark. Zu lieben macht uns mutig.

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„Geliebt zu werden macht uns stark. Zu lieben macht uns mutig.“

Laotse
Geliebt zu werden macht uns stark, Laotse - Gestaltung: privat
Gestaltung: privat

Laotse (auch andere Schreibweisen, wie z. B. Laozi, sind bekannt) war ein legendärer chinesischer Philosoph und gilt als Begründer des Daoismus. Er soll im 6. Jahrhundert v. Chr. gelebt haben, jedoch wird grundsätzlich infrage gestellt, ob er wirklich existiert hat.

Der Daoismus ist eine chinesische Philosophie und Weltanschauung. Ein zentrales Thema des Daoismus ist die Suche nach Unsterblichkeit.

Geliebt werden – ein Geschenk

Werner (*) und Christiane (*) sind schon seit über 40 Jahren miteinander verheiratet. Werner ist jeden Tag froh und dankbar, dass er mit Christiane zusammenleben darf. Sie war die Frau seines Lebens, als er sie lieben lernte, und sie ist es bis heute geblieben.

Von Christiane hört er immer mal wieder, dass sie ihn liebt. Und sie zeigt es ihm auch. Werner freut sich sehr darüber. Ihm ist bewusst, dass er etwas sehr Schönes erleben darf: geliebt werden. Er hat kein Anrecht darauf, geliebt zu werden, es ist ein Geschenk. Und zu wissen, geliebt zu werden, auch mit seinen Schattenseiten, macht ihn stark.

Die Ehe verlief bei weitem nicht immer auf Höhenwegen. Die beiden durchlebten auch heftige Krisen. Aber sie blieben zusammen – weil sie es beide wollten.

Wie macht Liebe stark?

Liebe verbindet Menschen miteinander. Dies kann in die Ehe münden, wie bei Werner und Christiane. Oder es mag bei einer Partnerschaft bleiben, bei der zwei Menschen ein gemeinsames Leben führen. Oder es mag eine Freundschaft sein, in der zwei Menschen eine platonische Verbindung miteinander pflegen. Beispielsweise verbindet Werner eine tiefe Freundschaft mit Bernd (*), die über die Jahre hinweg gewachsen ist und sich immer weiter vertieft hat. Die beiden haben Vertrauen zueinander gefunden und reden mittlerweile eigentlich über alles miteinander außer über die Sexualität in ihren jeweiligen ehelichen Beziehungen. Darüber hinaus kann auch Nächstenliebe Menschen miteinander verbinden.

Auf Liebe gegründete Beziehungen fokussieren nicht in erster Linie auf Leistung und auch nicht auf das körperliche Erscheinungsbild. Welchen Sinn hätte es, auf Leistung zu schauen? Schließlich nimmt die Leistungsfähigkeit mit zunehmendem Alter ab. Würde dann auch die Liebe abnehmen? Und welchen Sinn hätte es, sich auf das körperliche Erscheinungsbild zu konzentrieren? Mit zunehmendem Alter verändert sich dieses.

Es geht vor allem um das Sein, in dem die Liebe ihren Ausdruck findet. Menschen teilen etwas ganz Persönliches und Authentisches miteinander. Man ist gewissermaßen im Hier und Jetzt über das „Herz“ miteinander verbunden. Und man wünscht sich, dass dies auch in Zukunft so bleibt.

Das Selbstwertgefühl wird gestärkt

In einer von gegenseitiger Liebe getragenen Beziehung tragen beide auf gewissermaßen natürliche Weise zum Wachstum des Selbstwertgefühls des jeweils anderen bei. Sie zeigen einander, dass sie sich lieben und dass der Andere mit allen seinen Stärken und Schwächen bedingungslos angenommen wird. In der Beziehung kann jeder sagen: „Ich werde bedingungslos angenommen und geliebt und bin für den Anderen wertvoll!“.

In einer auf drei Jahre angelegten Studie der Universität Bern ** mit über 9.000 Teilnehmern im Alter zwischen 15 und 37 Jahren konnte Folgendes gezeigt werden: bei Teilnehmerinnen und Teilnehmern, die eine neue Partnerschaft begannen, zeigte sich ein deutlicher Anstieg im Selbstwertgefühl, wenn die Partnerschaft mindestens ein Jahr lang andauerte. Im Vergleich dazu führte eine kurze Partnerschaft von geringer Beziehungsqualität zu keiner Veränderung des Selbstwertgefühls.

Ein starkes Selbstwertgefühl beeinflusst zudem die Beziehungszufriedenheit. In der Studie heißt es dazu: „Während ein hohes Selbstwertgefühl die Beziehungszufriedenheit fördert und die Häufigkeit und Intensität von Beziehungskonflikten reduziert, führt ein niedriges Selbstwertgefühl zu einer schlechteren Beziehungsqualität und so im Extremfall dazu, dass die Beziehung zerbricht.“.

Eine weitere Erkenntnis aus früheren Studien der Universität Bern ist, dass Menschen mit gering ausgeprägtem Selbstwertgefühl beispielsweise dazu neigen, in übertriebener Art und Weise Bestätigung beim Partner zu suchen. In schwierigen Situationen neigen sie dazu, sich vorschnell oder zu sehr vom Partner zurückzuziehen. Dadurch bedingt ergibt sich ein negativer Einfluss auf die Beziehungszufriedenheit des Partners. Menschen mit einem starken Selbstwertgefühl können demgegenüber häufig den Anderen emotional gut unterstützen und so die Partnerschaft stärken.

Die Zuversicht wird gestärkt

In jeder Beziehung kommt es unweigerlich zu Unstimmigkeiten und Konflikten. Wie gehen Menschen in einer von Liebe getragenen Beziehung damit um? Sehen sie eher auf die Probleme und Schwierigkeiten oder sind sie eher zuversichtlich und suchen nach Lösungsmöglichkeiten?

Ein Zusammenhang zwischen einem gesunden Selbstwertgefühl und der Zuversicht, Probleme und Schwierigkeiten meistern zu können, ist unverkennbar. Menschen mit einem gesunden Selbstwertgefühl trauen sich in einer Beziehung eher, auch über heikle Dinge zu reden. Dadurch machen sie sich verletzlich. Aber gleichzeitig besteht das Vertrauen, dass Verletzlichkeit nicht zum Nachteil ausgenutzt wird, und dass der emotionale Rückhalt des Anderen immer noch da ist. Beispielsweise vertrauen sie darauf, dass sie nicht „verdammt“ werden, wenn etwas einzugestehen ist.

Auf dieser Basis fällt es leichter, den Blick weniger auf Dinge zu richten, die schiefgehen können. Und es fällt leichter, gemeinsam Lösungsmöglichkeiten zu suchen und auf diese zu schauen. In der Konsequenz hilft die Liebe dabei, zuversichtlicher durch das Leben zu gehen.

Weshalb macht Lieben mutig?

Wenn man mutig ist, traut man sich, sich in eine mit Unsicherheit verbundene Situation zu begeben. Mut erfordert Entschlusskraft und gleichzeitig auch Besonnenheit. Mut ohne Besonnenheit wäre eine Art Tollkühnheit und unvernünftig, denn dann wird das Risiko nicht kalkuliert.

Im Allgemeinen setzt Mut einen freien Willensentschluss voraus. Es kann aber durchaus Situationen geben, in denen man mehr oder weniger dazu gezwungen wird, mutig zu sein. Wenn man beispielsweise in einem brennenden Gebäude eingeschlossen ist und nur noch der Sprung aus dem Fenster als einzige Rettungsmöglichkeit bleibt, steht man vor der Alternative: entweder mutig springen oder an Ort und Stelle sterben. Glücklicherweise sind derartige Dilemmasituationen seltene Ausnahmefälle.

Es fällt leichter, mutig zu sein, wenn man zuversichtlich sein kann, dass der Mut belohnt wird. Und Mut aus Liebe fällt noch leichter. Dann ist der Mut mit der Zuversicht verknüpft, dass die Beziehung an Tiefe gewinnt und der Mut dadurch belohnt wird.

Wenn Zuversicht dominiert, kann man sogar den Mut aufbringen, eigene Grenzen zu überwinden, dem Anderen zu vertrauen und sich dadurch auch verletzlich zu machen. Erich Fromm, Psychoanalytiker, Philosoph und Sozialpsychologe, formulierte es so: „Liebe heißt, dass wir uns dem Anderen ganz ohne Garantie ausliefern.“.

Welche Rolle spielt das gegenseitige Vertrauen?

Liebe bedeutet stärkste Zuneigung und Wertschätzung des Anderen, getragen von inniger und tiefer Verbundenheit. Und man ist füreinander da. Wäre dann denkbar, dass Liebe ohne gegenseitiges Vertrauen auskommen kann?

Vertrauen steht in engem Zusammenhang mit Begriffen wie Ehrlichkeit, Offenheit, Aufrichtigkeit, Loyalität, Sicherheit, Zuverlässigkeit und Verbindlichkeit. Kann beispielsweise Vertrauen bestehen, wenn man sich nicht darauf verlassen kann, dass der Andere ehrlich ist und bei der Wahrheit bleibt? Hildegard Knef, Schauspielerin, Chansonsängerin und Autorin, bezog sich auf die Ehrlichkeit in einer Freundschaft: „Die Freundschaft, die von der Lüge lebt, stirbt an der ersten Wahrheit.“. Ihre Aussage lässt sich auch auf Ehe und Partnerschaft, aber auch generell auf zwischenmenschliche Beziehungen anwenden. Auch das bekannte Sprichwort: „Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht, und wenn er auch die Wahrheit spricht.“ deutet darauf hin, welchen Wert Ehrlichkeit in zwischenmenschlichen Beziehungen hat.

Ist der Liebe der Boden entzogen, wenn das Vertrauen fehlt? Wäre dann überhaupt noch von Liebe zu sprechen? Ohne gegenseitiges Vertrauen prägen eher die Begriffe Angst und Ungewissheit eine Beziehung. Liebe und Angst oder Liebe und Ungewissheit sind jedoch nicht miteinander vereinbar. Darüber hinaus schafft Liebe ohne Vertrauen unweigerlich eine Distanz mit der Folge, dass sich in einer Beziehung keiner wohlfühlt.

In zwischenmenschlichen Beziehungen ist gegenseitiges Vertrauen im übertragenen Sinne die „härteste Währung“. Deshalb ist Vertrauen etwas überaus Kostbares. Es lohnt sich, alles daran zu setzen, um das gegenseitige Vertrauen zu stärken und zu bewahren.

Einer Person zu vertrauen macht verletzlich. Das Vertrauen könnte schließlich enttäuscht werden. Wer Enttäuschungen ausschließen will, wird nicht wirklich vertrauen können. Andererseits, wer vertrauen will, muss auch mit Verletzungen rechnen. Vertrauen erfordert deshalb Mut, sich verletzlich zu machen.

Vertrauen lässt Freiraum

Die Liebe engt den Anderen nicht ein – sie lässt ihm Freiraum. Jeder Mensch braucht seinen Freiraum, ob in einer Ehe, einer Partnerschaft oder in einer Freundschaft. Gegenseitiges Vertrauen ist der Schlüssel, dem Anderen Freiraum zu gewähren.

Wie verhielte es sich beispielsweise, wenn Christiane alleine in Urlaub fahren wollte? Würde Werner darauf vertrauen können, dass Christiane ihm treu bleibt? Vielleicht ergäbe es sich, dass Christiane einen anderen Mann kennenlernt, der ihr auch durchaus sympathisch ist. Wenn Werner zu Christiane Vertrauen hat, wird er sich ihrem Wunsch nicht entgegenstellen.

Ein Vertrauensbruch muss nicht das Ende bedeuten

In der Beziehung mit Werner wurde Christianes Vertrauen sehr verletzt. Werner ließ sich gegen Christianes Willen auf spekulative Finanztransaktionen ein und erlitt einen erheblichen finanziellen Verlust. Er meinte es gut, wollte das gemeinsame Vermögen vermehren, scheiterte damit aber. Als „die Scherben zusammengekehrt“ wurden, stand Christiane vor der Entscheidung, ob sie Werner weiterhin vertrauen wollte. Sie entschied sich für das Vertrauen. Ganz schön mutig!

Christiane machte sich ihre Entscheidung keineswegs leicht. Hinter ihnen als Paar lagen schon über dreißig Ehejahre. In dieser Zeit war eine solide Vertrauensbasis entstanden. Und ihre Liebe zu Werner stand nicht infrage. Das gewachsene Vertrauen gab ihr auch die Gewissheit, dass Werners Bitte, ihm zu verzeihen, ehrlich gemeint war. Und so verzieh sie ihm. Die beiden blieben zusammen – der Vertrauensbruch bedeutete nicht das Ende der Beziehung. Christiane hält Werner seinen Vertrauensbruch heute nicht mehr vor. Die „dunkle Wolke“ ist Teil der gemeinsamen Geschichte, aber jetzt überschattet sie die Beziehung nicht mehr.

* Name(n) geändert

** Luciano, E. C., & Orth, U. (2016). Transitions in romantic relationships and development of self-esteem. Journal of Personality and Social Psychology. Advance online publication. http://dx.doi.org/10.1037/pspp0000109

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