Die größte Ehre, die man einem Menschen antun kann … Vertrauen

„Die größte Ehre, die man einem Menschen antun kann, ist die, dass man zu ihm Vertrauen hat.“

Matthias Claudius
Die größte Ehre, die man einem Menschen, M. Claudius - Gestaltung: privat
Gestaltung: privat

Matthias Claudius (1740-1815) war ein deutscher Dichter, Schriftsteller und Journalist. Sein Werk umfasst vornehmlich Erzählungen und Gedichte. Besonders bekannt wurde das Abendlied „Der Mond ist aufgegangen“.

Wie weit kann Vertrauen reichen?

Bernd und Elli (Namen jeweils geändert) sind schon seit über 30 Jahren glücklich miteinander verheiratet. Bernd nähert sich dem Ruhestandsalter. Elli ist einige Jahre jünger und hat noch einige Arbeitsjahre vor sich.

Auf dem gemeinsamen Bankkonto hat dich eine bedeutende Summe angesammelt. Bernd überlegt, ob er nicht mit einem Teil des Geldes spekulieren könnte, um das Konto weiter anwachsen zu lassen. Der Gedanke wird zur Tat.

Leider hat Bernd keine gute Hand. Er verliert Geld. Mit der Zeit wird es immer mehr. Elli möchte natürlich wissen, wie sich die Dinge entwickeln. Bernd will die Verluste aufholen, möchte Zeit gewinnen und beginnt damit, die Lage zu beschönigen. Er erzählt Elli nicht die ganze Wahrheit.

Entgegen Bernds Erwartung wachsen die Verluste sogar noch weiter an. Der Kontostand sinkt beträchtlich. Die Situation belastet ihn sehr. Er zieht sich immer mehr zurück. Und natürlich ist auch Elli sehr beunruhigt. Instinktiv spürt sie, dass große Gefahr droht, nicht nur für das Bankkonto, sondern auch für die eheliche Beziehung.

Sie wendet sich an einen gemeinsamen Freund, der bei einer Bank beschäftigt ist. Sie wünscht sich einen Rat, wie sie mit der Situation umgehen soll. Ihre große Sorge ist, dass Bernd einer Art Spielsucht erlegen sein könnte. Auch eine Beratungsstelle sucht sie auf. Dort beruhigt man sie eher.

Die Situation eskaliert

Schließlich eskaliert die Situation. Elli setzt Bernd gewissermaßen „die Pistole auf die Brust“ und fordert ihn auf, die Verluste zu realisieren und dem Ganzen ein Ende zu setzen. Bernd sieht sich vor die Wahl gestellt, weiterzumachen wie bisher und seine Ehe aufs Spiel zu setzen oder seine Beziehung mit Elli zu retten. Bernd entscheidet sich für die Beziehung und realisiert die Verluste, eine bedeutende Summe.

Wie sollte Elli sich künftig verhalten, was das gemeinsame Konto anbelangte? Der Freund, den Elli ins Vertrauen gezogen hatte, riet ihr, den Kontozugang für Bernd bis auf Weiteres zu sperren. Elli folgte diesem Rat nicht.

Elli und Bernd sprachen intensiv über die Situation. Sie vereinbarten gemeinsam, dass in Zukunft keine risikoreichen Geldgeschäfte mehr getätigt werden. Bernd begann eine Psychotherapie, die er bis zum geplanten Ende durchhielt.

Und die Beziehung?

Die Beziehung war einer sehr starken Belastung ausgesetzt. Konnte Elli ihrem Ehemann noch vertrauen? Sie entschied sich bewusst dafür, ihm zu vertrauen, dass er sich an die gemeinsam getroffene Vereinbarung hält.

Wie ging es Bernd? Er war „am Boden zerstört“ und überlegte, seine Frau zu verlassen. Er dachte, dass es ihr ohne ihn besser ginge. Bernd ging in Richtung eines verdeckten Suizids. Doch seine Überlegung wurde nicht zur Tat.

Die Beziehung zwischen Bernd und Elli ist trotz alledem nicht zerbrochen. Zweifellos hat sich die Beziehung verändert. Sie ist in gewisser Hinsicht reifer geworden. Sowohl für Elli als auch für Bernd war die Beziehung wichtiger als Geld. Das war und ist der gemeinsame Nenner.

Heute ist Bernd überaus dankbar, dass Elli ihm das Vertrauen in der für beide sehr schwierigen Zeit nicht entzogen hat.

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Ich bin Dieter Jenz, Begleiter, Berater und Coach mit Leidenschaft. Über viele Jahre hinweg habe ich einen reichen Schatz an Kompetenz und Erfahrung erworben. Meine Themen sind die "4L": Lebensaufgabe, Lebensplanung, Lebensnavigation und Lebensqualität.