Da wird es hell in unserem Leben, wo man für das Kleinste danken lernt.

„Da wird es hell in unserem Leben, wo man für das Kleinste danken lernt.“

Friedrich von Bodelschwingh (der Ältere)
Da wird es hell in unserem Leben, F. v. Bodelschwingh - Gestaltung: privat
Gestaltung: privat

Friedrich von Bodelschwingh der Ältere (1831-1910) war ein deutscher evangelischer Pastor und Theologe. Als Verwalter eines Gutshofes wurde er erstmalig mit der Not der landlosen Bevölkerung konfrontiert. Der Wunsch, Menschen zu helfen, bestimmte seinen weiteren Lebensweg. 1872 wurde er Leiter der Evangelischen Heil- und Pflegeanstalt für Epileptische bei Bielefeld, die er in den Folgejahren stetig erweiterte.

Danken als Lernprozess?

Dankbar sein – wofür? Ist Dankbarkeit nicht überflüssig in einer Zeit und in einer Gesellschaft, die alles als selbstverständlich betrachtet? Wenn alles selbstverständlich ist, wofür sollte man überhaupt noch dankbar sein? Ist Dankbarkeit dann nicht sogar ein Zeichen von Schwäche?

Vieles erscheint tatsächlich als selbstverständlich, ist es aber in Wirklichkeit nicht. Gesundheit, Arbeitsplatz, gesichertes Einkommen, … – alles andere als selbstverständlich.

Ermutigung und Inspiration: Übersicht aufrufen

Ein Schicksalsschlag kann ganz plötzlich Dunkelheit in ein Leben bringen. Friedrich von Bodelschwingh erlebte eine dunkle Zeit in seinem Leben. Er musste zusammen mit seiner Frau innerhalb von nur zwei Wochen den Tod aller vier Kinder an Diphterie erleben.

Manche Menschen zerbrechen daran, wenn ein schlimmes Ereignis eintritt. Über ihr Leben legt sich eine Dunkelheit. Doch muss diese Dunkelheit für den Rest des Lebens bleiben? Wie kann sie wieder aufgebrochen werden?

Ein Mittel, das Friedrich von Bodelschwingh in seinem Leben für sich anwandte, war Dankbarkeit. Dankbarkeit lenkt den Blick auf das Gute und Schöne im Leben, das eben schon in den kleinsten Dingen auch da ist, auch wenn man es nicht bewusst wahrnimmt.

Vielleicht muss Dankbarkeit erst wieder erlernt werden. Vielleicht hat man Dankbarkeit nie gelernt oder man hat sie verlernt.

Wofür kann man dankbar sein? Dankbar sein kann man für alles, worauf man keinen Anspruch hat. Mit einem Mal weitet sich der Blick und es fällt einem sehr viel ein, wofür man persönlich dankbar sein kann. Da gibt es die ganz kleinen Dinge, die Begebenheiten, die man bisher nicht beachtet hat. Sie werden bewusst und ein Gefühl der Dankbarkeit stellt sich ein. Der Gesichtsausdruck verändert sich und spiegelt etwas von der Helligkeit wider, die durch Dankbarkeit in das Leben hineinkommt. Es wird (wieder) hell im Leben.

Friedrich von Bodelschwingh geht sogar noch einen Schritt weiter. Auch dieses Zitat ist von ihm überliefert: „Wer danken gelernt hat, der ist gesund geworden.“.

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Ich bin Dieter Jenz, Begleiter, Berater und Coach mit Leidenschaft. Über viele Jahre hinweg habe ich einen reichen Schatz an Kompetenz und Erfahrung erworben. Meine Themen sind die "4L": Lebensaufgabe, Lebensplanung, Lebensnavigation und Lebensqualität.