Ich beobachte mich und verstehe dadurch die anderen.

„Ich beobachte mich und verstehe dadurch die anderen.“

Laotse
Ich beobachte mich und verstehe dadurch, Laotse - Gestaltung: privat
Gestaltung: privat

Laotse (auch andere Schreibweisen, wie z. B. Laozi, sind bekannt) war ein legendärer chinesischer Philosoph und gilt als Begründer des Daoismus. Er soll im 6. Jahrhundert v. Chr. gelebt haben, jedoch wird grundsätzlich infrage gestellt, ob er wirklich existiert hat.

Der Daoismus ist eine chinesische Philosophie und Weltanschauung. Ein zentrales Thema des Daoismus ist die Suche nach Unsterblichkeit.

Was bringt es, sich selbst zu beobachten?

Karl (nicht der richtige Name) reagierte in manchen Situationen gereizt. Zwischenmenschliche Beziehungen litten darunter. Er nahm es manchmal selbst wahr, manchmal aber auch nicht. Aber seine Ehefrau wies ihn gelegentlich mehr oder weniger dezent darauf hin. Darüber erfreut war er nicht, erlebte er doch die Wahrnehmungen und Bemerkungen seiner Frau als Kritik, mit der er nicht immer gut umgehen konnte.

Sollte er sich selbst beobachten, um aus der gefühlten Endlosschleife von Wahrnehmung und gefühlter Kritik auszubrechen? Wenn er sich nicht selbst beobachtete, würde sich nichts ändern. Würde er sich aber selbst beobachten, gäbe er sich die Chance, seinen Auslösern und Antreibern auf die Spur zu kommen. Was genau ist es, das ihn gereizt macht? Wenn er dies herausfinden würde, könnte er sein Verhalten leichter kontrollieren und steuern. Er würde sich selbst etwas Gutes tun.

Ermutigung und Inspiration: Übersicht aufrufen

Karl spürt Widerstand bei sich und steht vor einer Hemmschwelle, die er erst überwinden muss. Er möchte nicht so gerne in sich hineinschauen. Da ist eine latente Angst, etwas in sich zu entdecken, was ihm nicht gefällt. Schmerzliche Erinnerungen und alte Wunden könnten wieder ins Bewusstsein treten. Eine dunkle Seite seiner Persönlichkeit könnte (wieder) zum Vorschein kommen. Oder er würde sich wieder einmal bewusst, dass er sich doch nicht so unter Kontrolle hat, wie er das möchte.

Die Neigung, Selbstbeobachtung und daraus folgender Selbstreflexion aus dem Weg zu gehen, ist bei Karl vorhanden. Aber dadurch würde er sich die Chance nehmen, sich mit all den verschiedenen Facetten und Anteilen, die in ihm stecken, zu erleben. Sein Bild von sich bliebe unvollständig.

Es gibt noch ein weiteres Hindernis: die Gefahr, sich selbst etwas vorzumachen. Wird es Karl gelingen, wirklich ehrlich zu sich selbst zu sein? Mit Selbstbetrug kommt er schließlich nicht weiter!

Ehrlich gegenüber sich selbst sein

Wenn er es schafft, sich selbst und dabei ehrlich zu beobachten, gestattet er sich, auch die ungeliebten Facetten und Anteile wahrzunehmen. Kurzum: er wird sich selbst besser kennenlernen. Und wenn er sich selbst kennt, kann er leichter authentisch bleiben. Er kann sich besser abgrenzen. Wenn er Entscheidungen zu treffen hat, wird es ihm leichter fallen, Entscheidungen zu treffen, die für ihn stimmig und gut sind. Und es wird ihm leichter fallen, selbstbestimmt zu leben. Karl entwickelt sich als Persönlichkeit weiter und wird ausgeglichener. Er wird auch zufriedener.

Für Karl wird es hilfreich sein, sich „Zweitmeinungen“ von Menschen einzuholen, die ihm gegenüber wohlgesonnen und ehrlich sind. Auf diese Weise gleicht er Selbst- und Fremdbild miteinander ab. Es könnte ja sein, dass er sich ungerechtfertigt selbst abwertet und sich „in Grund und Boden“ verdammt. Andere ihm vertraute Menschen nehmen ihn vielleicht viel positiver wahr. Dann ist es für Karl wichtig, dies zu wissen. Vielleicht hat Karl aber ein zu positives Bild von sich selbst. Auch dann ist für Karl die Fremdwahrnehmung wichtig.

Andere verstehen lernen – Ich beobachte, ich reflektiere, ich verstehe

„Ich beobachte mich und verstehe dadurch die anderen.“. Wenn Karl seine eigenen Verhaltensweisen kennt, sich selbst liebevoll begegnen und annehmen kann, dann kann er auch andere besser verstehen. Er wird barmherziger und nachsichtiger mit ihnen umgehen können – und kann andere besser annehmen, so wie sie sind.

Andere Menschen sind ebenfalls unvollkommen und haben ihre ganz eigenen „Macken“. Sie sind noch nicht am Ende ihrer Persönlichkeitsentwicklung angekommen. Sie können sich also ebenfalls durch Selbstbeobachtung und Selbstreflexion weiterentwickeln. Das können sie, wenn sie denn wollen. Eigentlich sind all dies Selbstverständlichkeiten, aber man macht sie sich meist nicht bewusst.

Wenn Karl sich selbst kennt und auch andere verstehen kann, kann er seine Beziehungen zu anderen Menschen verbessern. Seine Beziehungsfähigkeit wächst und er wird eine neue Qualität der Beziehungen mit anderen Menschen erleben.

Außerdem interessant:

Ich bin Dieter Jenz, Begleiter, Berater und Coach mit Leidenschaft. Über viele Jahre hinweg habe ich einen reichen Schatz an Kompetenz und Erfahrung erworben. Meine Themen sind die "4L": Lebensaufgabe, Lebensplanung, Lebensnavigation und Lebensqualität.