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Wenn du deprimiert bist, lebst du in der Vergangenheit …

„Wenn du deprimiert bist, lebst du in der Vergangenheit. Wenn du besorgt bist, lebst du in der Zukunft. Wenn du in Frieden bist, lebst du in der Gegenwart.“

Wenn du deprimiert bist, Laotse - Gestaltung: privat
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Laotse (auch andere Schreibweisen, wie z. B. Laozi, sind bekannt) war ein legendärer chinesischer Philosoph und gilt als Begründer des Daoismus. Er soll im 6. Jahrhundert v. Chr. gelebt haben, jedoch wird grundsätzlich infrage gestellt, ob er wirklich existiert hat.

Der Daoismus ist eine chinesische Philosophie und Weltanschauung. Ein zentrales Thema des Daoismus ist die Suche nach Unsterblichkeit. Wenn du deprimiert bist, lebst du in der Vergangenheit … weiterlesen

50 Zitate zur Inspiration und Motivation – Eine Zwischenbilanz

Zitate zur Inspiration und Motivation – jetzt hat die Sammlung erläuterter Zitate (endlich) die 50-er-Marke erreicht.

Zitate Aphorismen Lebensweisheiten Kluge Worte - Gestaltung: privat
Gestaltung: privat

Ohne Zweifel: Zitate haben eine gewisse Sprengkraft in sich. Mit wenigen Worten können sie Jahre oder Jahrzehnte an Lebenserfahrung komprimiert wiedergeben. Mitunter drücken sie „große Wahrheiten“ aus, kleiden Erlebtes, Durchlebtes in wenige Worte. Sie bringen Wesentliches auf den Punkt. Und sie können sogar heutige Menschen dazu bringen, für sich eine Erkenntnis zu gewinnen, die sie zu einer Richtungsänderung in ihrem eigenen Leben treibt. 50 Zitate zur Inspiration und Motivation – Eine Zwischenbilanz weiterlesen

Wirklich oben bist du niemals – Endpunkt oder Übergang?

„Wirklich oben bist du niemals.“ Reinhard Karl

Wirklich oben bist du niemals, R. Karl - Gestaltung: privat
Gestaltung: privat

Reinhard Karl (1946-1982), war ein deutscher Alpinist, Fotograf und Schriftsteller. Er durchkletterte 1969 zusammen mit Hermann Kühn die Eiger-Nordwand in damals sehr guten anderthalb Tagen. 1978 bestieg er als erster Deutscher den Mount Everest in einer Seilschaft mit Oswald Oelz. Er hatte sich der österreichischen Expedition angeschlossen, mit der Reinhold Messner und Peter Habeler den Berg erstmals ohne zusätzlichen Sauerstoff bestiegen. 1982 kam er im Alter von 35 Jahren am Cho Oyu, einem Achttausender im Himalaya, in einer Eislawine ums Leben.

Die Frage nach dem Gipfel

Schon bei seiner Besteigung des Mount Everest schlug Reinhard Karl nachdenkliche Töne an. Er schreibt: „Wir machen Gipfelfotos für das Familienalbum: Ich, der Gipfelsieger. Ich, der Übermensch. Ich, das atemlose Wesen. Ich, der Reinhard auf einem Schneehaufen. Langsam kommen mir die Kälte, der Wind und meine Erschöpfung zu Bewusstsein. Langsam kommt nach der Freude die Traurigkeit, ein Gefühl der Leere: Eine Utopie ist Wirklichkeit geworden. Ich ahne, dass auch der Everest nur ein Vorgipfel ist, den wirklichen Gipfel werde ich nie erreichen.“

Reinhard Karl bewegt sich in seinen Gedanken nicht mehr in der realen Welt. Der Mount Everest ist schließlich der höchste Berg der Erde. Höher kann es nicht mehr gehen. Wer den Mount Everest bestiegen hat, der hat alles erreicht. Mehr gibt es nicht.

Doch Reinhard Karl befindet sich gedanklich auf einer philosophischen Ebene. In seinem Buch “Erlebnis Berg: Zeit zum Atmen” stößt der Leser auf den Abschnitt „Unterwegs nach Hause“. Er schreibt von Türen, die sich in den Bergen öffnen. Sein Bergsteigen war eine Suche. Es war eine Suche nach der Erfahrung, wirklich angekommen zu sein, nicht mehr weiter wollen zu müssen, am Ende der Sehnsucht angelangt zu sein, in einem Frieden, der bleibt.

Auf Gipfeln spürte er immer, dass er nicht bleiben kann. Und er spürte, dass sich die Augenblicke dort nicht konservieren lassen. Diese Erfahrung fasste er in einem prägnanten Satz zusammen: „Wirklich oben bist du niemals“.

Gipfeljagd – etwas für Jeden

Nur sehr wenige Menschen sind als Bergsteiger zu hohen Gipfeln unterwegs. Sehr viel mehr sind es jedoch, die nach anderen Gipfeln streben: Gipfeln des beruflichen Erfolgs, Gipfeln sportlicher Höchstleistungen, Gipfeln der gesellschaftlichen Bedeutung und Anerkennung, oder welche Gipfel es auch sein mögen. Daran ist nichts Verkehrtes.

Wohl jeder Mensch möchten in seinem Leben Gipfel erklimmen, kleine oder große. Das Leben soll nicht einfach so dahingelebt werden. Es soll Spuren hinterlassen. Und wenn es Spuren hinterlassen soll, dann ist Anstrengung notwendig. Zu einem Gipfel unterwegs sein bedeutet zwangsläufig Anstrengung.

Es fällt nicht schwer, sich vorzustellen, wie anstrengend für Reinhard Karl etwa der Aufstieg zum Mount Everest war. Da waren die Kälte, der geringe Sauerstoffgehalt der Luft, der schneidende Wind, die schwindenden Kräfte. Und da war wahrscheinlich auch die Angst vor einem Fehltritt, der trotz üblicher Sicherungen zu einem möglicherweise tödlichen Absturz führen könnte.

Für andere Menschen bedeutet Aufstieg zum Gipfel vielleicht enormen Zeit- und Krafteinsatz. Man arbeitet den ganzen Tag intensiv, nützt jede Minute und geht schließlich doch als letzter aus dem Büro nach Hause. Auch in der Freizeit arbeitet man weiter und ist für andere erreichbar. Man leistet überaus viel auf dem Weg nach oben. Und man spürt Widrigkeiten. Der Kälte des Mount Everest entspricht vielleicht der wahrnehmbare Neid der Kolleginnen und Kollegen. Und der geringe Sauerstoffgehalt der Luft entspricht vielleicht der geringen Anzahl wirklicher Freunde, die ein Top-Manager typischerweise hat, je höher er auf der Karriereleiter vorankommt. Und die Angst ist auch da, die Angst, dass ein kleiner Fehltritt einen beruflichen wie sozialen Absturz auslösen kann. Oder es mag die Angst sein, es trotz aller Anstrengung nicht bis zum beruflichen Gipfel zu schaffen.

Und wenn man dann auf dem Gipfel angekommen ist, dann machen wir wie Reinhard Karl die Erfahrung, dass wir auf einem Gipfel nicht bleiben können. Immer wieder müssen wir uns von Gipfeln verabschieden und weiterziehen. Ob wir wollen oder nicht – wir werden nicht gefragt.

Keine berufliche Karriere ist von Dauer. Irgendwann kommt der Zeitpunkt, der letzte Arbeitstag, an dem die privaten Sachen in eine Kiste gepackt werden und man sich zum letzten Mal auf den Heimweg macht.

Was geschieht, wenn man sich gegen das Karriereende stemmt? Da sind beispielsweise die Unternehmenslenker, die ihr Unternehmen mit viel Herzblut und Krafteinsatz aufgebaut haben und die meinen, ohne sie ginge es nicht. Sie arbeiten weiter, auch wenn sie schon längst in ihren Siebzigern sind. Sie bekommen aber meist nicht mit, dass sie geschickt umgangen und die wirklich wichtigen Entscheidungen längst von anderen getroffen werden. Sie haben den Gipfel verlassen, zwar nicht in der eigenen Wahrnehmung, aber in der Wahrnehmung anderer.

Ein anderes Beispiel: das Zeitfenster für sportliche Höchstleistungen ist relativ gering. Beispielsweise schaffen es die wenigsten Profi-Fußballspieler in ihrer Karriere, über das 37. Lebensjahr hinaus Spitzenleistungen zu erbringen. Wenn keine Spitzenleistung mehr möglich ist, wird ein Fußballspieler nicht mehr aufgestellt oder kommt nur noch als Einwechselspieler zum Zug. Die Entscheidung, wann der Leistungsgipfel verlassen wurde, liegt in der Hand des Trainers.

Manchmal können wir selbst bestimmen, wann wir einen Gipfel wieder verlassen. Manchmal bestimmen es andere.

Gipfel sind nur Übergänge

Auch Gipfel, so Reinhard Karls Erkenntnis, sind nur Übergänge. Türen, Schwellen, an denen sich manchmal Wege öffnen, in unbekannte Räume. Und Blicke ins Weite können und dabei neues, bisher Ungesehenes ins Blickfeld holen. Ein Horizont, jenseits des gewohnten, tut sich auf.

Reinhard Karl beschreibt es so: „Die Berge scheinen unzählige Türen zu haben. Wenn man eine Tür öffnet, steht man unzählige weitere. Es ist unmöglich, alle Türen zu öffnen. Doch hinter jeder Tür vermutet man etwas Neues. Früher dachte ich, wenn du diesen Berg bestiegen hast, das muss das Höchste, das Größte sein, da oben auf deinem Traumberg zu sein, das Bergglück. Bei dieser immer länger dauernden Suche habe ich nur den Endpunkt im Auge gehalten. Das war die Jagd nach den schwierigsten Kletterrouten und den höchsten Bergen. Danach gab ich es auf. Das, was ich suchte, war so unantastbar wie ein Regenbogen.“

So ergibt „Wirklich oben bist du niemals“ oder, etwas umformuliert: „Wirklich auf dem Gipfel bist du nie“, einen tiefen Sinn. Man kann zwar physisch oben bzw. auf dem Gipfel sein, aber es ist nur eine Teilwahrheit. Eigentlich steht man vor einer Tür zu etwas neuem.

Und nun?

Wenn man einen Gipfel erklimmen, aber dort nicht bleiben kann, was könnte dann die Konsequenz für das Leben sein? Wäre es sinnlos, sich Gipfel vorzunehmen? Wäre es besser, in den Niederungen zu bleiben, auf Anstrengungen zu verzichten und ein unauffälliges, profilloses Leben zu führen? Nein, das kann es wohl auch nicht sein!

Eine Fokusänderung – Gipfel als Übergang, nicht als Endpunkt

Weshalb sollte man nicht nach dem oder den Gipfeln streben? Auf einem Gipfel zu sein ist ja gerade etwas Wunderschönes. Die Sicht auf den Gipfel, sie ist entscheidend.

Wenn ein Gipfel als Übergang und nicht als Endpunkt verstanden wird, verändert sich alles. Wir sprechen dann nicht mehr von „dem einen Gipfel“, sondern von „einem Gipfel.“ Das Leben ist schließlich so viel mehr als ein einziger Gipfel. Wir ordnen ein und weiten den Blick. Dies bedeutet jedoch nicht, dass wir für einen Gipfel, den wir erklimmen wollen, nicht alles geben. Wir machen uns lediglich bewusst: „Du steuerst auf einen Übergang zu, nicht auf einen Endpunkt“.

Gipfelerlebnisse sind Glückserlebnisse, zumindest in den allermeisten Fällen. Man macht sich bewusst: „Du hast es geschafft!“ und man genießt das Erreichte. Vielleicht stößt man einen Jubelschrei aus. Es wäre schließlich unsinnig, unter höchster Anstrengung einen Gipfel zu besteigen und dann nicht innezuhalten und die Aussicht zu genießen.

Transformation in den Alltag

Glückserlebnisse prägen sich im Gedächtnis ein. Man erinnert sich gerne an sie. Situationen werden wieder präsent. Man kann beispielsweise wieder nachspüren, wie die Oberschenkelmuskulatur beim Aufstieg schmerzte, wie sich das klatschnasse Hemd anfühlte, wie … und dass das alles die Anstrengung wert war. Und Bilder vom Gipfel schieben sich wieder vor das geistige Auge.

Jeden Tag kann es Gipfelerlebnisse geben. Man erklimmt zwar nicht jeden Tag einen Berggipfel, aber es gibt immer wieder Gelegenheiten, zu sich selbst zu sagen: „Du hast es geschafft!“ oder „Mir ist etwas gelungen“. Man kann den Moment genießen und sich dann auf den Weg zum nächsten Gipfel machen. Meistens sind es kleine Gipfelerlebnisse, aber sie sind nicht weniger wert als große.

Vielleicht ist beispielsweise die abgegebene Steuererklärung eines dieser Gipfelerlebnisse im Alltag. Man hat stunden-, vielleicht tagelang, die ganzen Belege gesammelt und erfasst. Man hat alles geprüft und schließlich die Steuererklärung abgegeben. Jetzt ist für dieses Jahr geschafft, was getan werden musste, und Zeit, es sich bewusst zu machen.

Diese kleinen Gipfelerlebnisse oder Glücksmomente bereichern den Tag. Im Leben „hier und jetzt“ lassen sie sich bewusst machen.

Den Blick weiten – weg vom Leistungsgedanken

Gibt es Momente, wo man zu sich selbst sagen kann: „Jetzt gerade fehlt nichts!“? Ja, solche Momente kann es geben und es gibt sie. Da ist vielleicht die Zeit, die man mit einem geliebten Menschen verbringt. Man empfindet, dass im Moment nichts fehlt, rein gar nichts. Alles andere ist ausgeblendet. Da bestehen vielleicht gerade finanzielle Engpässe oder es läuft im Beruf nicht so gut, aber all dies ist im Moment nicht wichtig. Im Moment fehlt nichts, denn die geliebte Person ist ja da.

Es wird bewusst, dass man ja selbst keine „Leistung“ eingebracht hat, dass es in einer Beziehung nicht um Leistung geht. In der zwischenmenschlichen Begegnung wird einem etwas geschenkt. Zuneigung lässt sich nicht erzwingen, sie ist ein Geschenk.

Intensiv leben

Gipfelerlebnisse und Glücksmomente machen das Leben zu einem intensiven Leben. Je mehr wir im „hier und jetzt leben“ und unsere Gipfelerlebnisse und Glücksmomente auskosten, desto intensiver leben wir. Und „intensiv leben“ war auch, so wird ihm nachgesagt, eine Maxime von Reinhard Karl.

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Als ich aus der Zelle durch die Tür in Richtung Freiheit ging …

„Als ich aus der Zelle durch die Tür in Richtung Freiheit ging, wusste ich, dass ich meine Verbitterung und meinen Hass zurücklassen musste, oder ich würde mein Leben lang gefangen bleiben.“ Nelson Mandela

Als ich aus der Zelle, N. Mandela - Gestaltung: privat
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Nelson Mandela (1918-2013) war ein führender südafrikanischer Aktivist und Politiker im Jahrzehnte langen Widerstand gegen die Apartheid. Von 1994 bis 1999 war er der erste schwarze Präsident seines Landes. Er gilt als herausragender Vertreter im Freiheitskampf gegen Unterdrückung und soziale Ungerechtigkeit in Südafrika und war wichtigster Wegbereiter des versöhnlichen Übergangs von der Apartheid zu einem gleichheitsorientierten, demokratischen Staatswesen. 1993 wurde ihm deshalb der Friedensnobelpreis verliehen. Schon zu Lebzeiten wurde er weltweit für viele Menschen zum politischen wie auch moralischen Vorbild.

Einen Gefangenen freilassen – sich selbst

Nelson Mandela engagierte sich seit 1944 für den African National Congress (ANC) und wandte ich gegen die Apartheidpolitik. Wegen seiner politischen Aktivitäten musste er von 1963 bis 1990 insgesamt 27 Jahre als politischer Gefangener in Haft verbringen.

Wenige Tage nach seiner am 11. Februar 1990 erfolgten Freilassung leitete Nelson Mandela in einer Rede öffentlich seine Politik der Versöhnung ein, indem er alle Menschen, die sich von der Apartheid gelöst hatten, zur Mitarbeit an einem „nichtrassischen, geeinten und demokratischen Südafrika mit allgemeinen, freien Wahlen und Stimmrecht für alle“ einlud.

Auch wenn man ein Gefängnis verlässt, aber Verbitterung und Hass mitnimmt, bleibt man dennoch ein Gefangener, so die bemerkenswerte Erkenntnis Mandelas. Die uneingeschränkte physische Bewegungsfreiheit ist wiedergewonnen, die psychische jedoch nicht. Bindungen bestehen weiterhin und können wohl nur durch bewusstes Loslassen gelöst werden.

Auch in anderen Zusammenhängen lösen sich Menschen, beispielsweise aus gescheiterten Beziehungen, die auch wie ein Gefängnis anmuten können. Was bedeutet es dann, Verbitterung und Hass nicht mitzunehmen? Reicht ein Zurücklassen, oder ist mehr notwendig? Verzeihen oder gar vergeben?

Heißt Zurücklassen einfach nicht mehr daran denken? Dies ist oft leichter gesagt als getan. Wie wäre es, vielleicht nach einer gewissen Zeit, die man einfach benötigt, den einseitigen Schritt des Verzeihens oder gar des Vergebens zu machen? Würde man sich dann selbst als Gefangenen freilassen?

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Jeder erleidet irgendwann einmal Rückschläge …

„Jeder erleidet irgendwann einmal Rückschläge. Es ist unmöglich, im Leben ohne sie auszukommen – es sei denn, ihr lebt extrem vorsichtig und vermeidet sie. Aber dann war euer Leben umsonst – und automatisch ein einziger Rückschlag.“ Joanne K. Rowling

Jeder erleidet irgendwann einmal Rückschläge, J.K. Rowling - Gestaltung: privat
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Joanne K. Rowling (geb. 1965) ist eine britische Schriftstellerin. Mit einer Reihe von Romanen um den Zauberschüler Harry Potter wurde sie berühmt. Außerdem ist sie als Drehbuchautorin und Produzentin aktiv.

Ein Rückschlag ist nicht das Ende

Joanne K. Rowling erlebte mehrere Rückschläge. Bevor sich Bloomsbury Publishing schließlich dazu entschloss, den ersten Harry-Potter-Band mit einer Startauflage von 500 Exemplaren zu verlegen, lehnten ein Dutzend britische Verlage das Manuskript ab. Aus heutiger Sicht dürfte dies einer teuersten Fehler der Literaturgeschichte gewesen sein, denn die Reihe der Harry-Potter-Bücher erreichte weltweit eine Auflage von mehreren hundert Millionen.

Über ihre Erfahrungen des Scheiterns und der Rückschläge sagte sie: „Das Scheitern lehrte mich Dinge über mich, die ich anders nie hätte lernen können.“ 2008 lud die Harvard University Joanne K. Rowling dazu ein, die Commencement Speech (Abschlussrede am Ende des Studiums) zu halten. Sie sprach darüber, warum Rückschläge gut sind und das Zitat stammt aus dieser Rede.

Der Weg zum Erfolg verläuft nur selten immer gerade. Manchmal ist es notwendig oder wird sogar durch Umstände erzwungen, einen Schritt zur Seite oder vielleicht sogar auch zurück zu machen. Dies bedeutet aber keineswegs, dass der Weg zum angestrebten Ziel versperrt ist.

Gerade Menschen mit geringem Selbstvertrauen neigen zu Versagensängsten. Sie konzentrieren sich darauf, möglichst keine Fehler zu machen. Bei neuen Aufgaben fühlen sie sich so als wären diese übermächtig und schrecken deshalb vor neuen Herausforderungen zurück. Dies führt jedoch dazu, dass sie so die Chance verpassen, ihre Fähigkeiten unter Beweis zu stellen. Ihnen fehlt der Mut, wobei jedoch Mut auch bedeutet, Fehler mit einzukalkulieren und sie zu akzeptieren.

Erfolge ohne Rückschläge sind äußerst selten. Wichtig ist es, nicht aufzugeben. Auch der US-amerikanische Erfinder und Unternehmer Thomas Alva Edison erlebte sehr viele Rückschläge. Von ihm ist überliefert: „Ich bin nicht gescheitert – ich habe 10.000 Wege entdeckt, die nicht funktioniert haben.“ Aber er entdeckte auch Wege, die funktioniert haben. Im Lauf seines Lebens reichte er über 1000 Patentanträge ein.

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Entwickle dich zu dem einmaligen …

„Entwickle dich zu dem einmaligen, unverwechselbaren, unaustauschbaren Menschen, der in dir angelegt ist.“ Pindar

Entwickle dich zu dem einmaligen, Pindar - Gestaltung: privat
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Pindar (latinisiert Pindarus, um 522-446 v. Chr.) war ein griechischer Dichter. Er zählt zum Kanon der neun Lyriker, d. h.. h Autoren, die von den Gelehrten des hellenistischen Alexandria eines kritischen Studiums für wert befunden wurden.

Sich zum unverwechselbaren, unaustauschbaren Menschen entwickeln

Ist nicht jeder Mensch schon von der ersten Zellteilung an ein unverwechselbares „Einzelexemplar“? Schließlich werden jedem werdenden Menschen von seinen Eltern Anlagen mitgegeben, die sich im Lauf der geistigen und seelischen Entwicklung als Persönlichkeitseigenschaften mit herausbilden. Einstellungen, Interessen, Wertorientierungen, Überzeugungen, das Selbstbild, das Sozial- und Kommunikationsverhalten entwickeln sich im sozialen Umfeld des Elternhauses und finden ihren Ausdruck.

Es wäre ein Trugschluss, anzunehmen, dass sich ein Mensch ohne Bezug zu seinen Vorfahren entwickeln kann. Mittlerweile kann durch wissenschaftliche Erkenntnisse in der Epigenetik der Bindungsforschung, aber auch in der Familien- und Traumatherapie, belegt werden, dass belastende und traumatische Erfahrungen früherer Generationen an die jeweils nachfolgende Generation weitergegeben werden. Diese transgenerationale Weitergabe von Belastungen und Traumata kann sich als individuelle Hypothek im Leben eines Menschen herausstellen.

Bedeutet dies, dass einem Menschen von Beginn an Grenzen auferlegt sind, die sich während des Lebens nicht mehr überschreiten lassen? Sicherlich nicht. Jeder Mensch kann sich dafür entscheiden, aus den Fußtapfen der Vorfahren herauszutreten, und sich im Verlauf seines weiteren Lebens individuell zu entwickeln.

Pindar hatte zu seiner Zeit noch keinen Zugang zu wissenschaftlichen Erkenntnissen der Epigenetik, der Neurobiologie usw. Deshalb waren nicht von den Vorfahren übernommene Hypotheken in seinem Blickfeld, sondern das Potenzial, das jeder Mensch hat.

Jeder Mensch ist schon von Beginn an einmalig, unverwechselbar und unaustauschbar. Er hat das Potenzial, diese Einmaligkeit im Lauf seines Lebens durch Weiterentwicklung seiner Fähigkeiten- und Kompetenzenbündel zur vollen Blüte zu bringen, zum Wohl seiner Mitmenschen und auch für sich selbst. Wie jeder weiß, ist Entwicklung kein Selbstläufer, sondern erfordert Initiative, Willen und Beharrlichkeit. Aber der Lohn der Mühe wird immer wieder sichtbar sein.

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Die wichtigste Stunde ist immer die Gegenwart …

„Die wichtigste Stunde ist immer die Gegenwart, der bedeutendste Mensch immer der, der dir gerade gegenübersteht, und das notwendigste Werk ist immer die Liebe.“ Meister Eckhart

Die wichtigste Stunde ist immer die Gegenwart, Eckhart - Gestaltung: privat
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Meister Eckhart (auch Eckehart, Eckhart von Hochheim, um 1260-1328) war ein einflussreicher spätmittelalterlicher Theologe und Philosoph. Er leistete einen wichtigen Beitrag zur Gestaltung der deutschen philosophischen Fachsprache. Mit seinem Gedankengut hatte er beträchtlichen Einfluss auf die spätmittelalterliche Spiritualität im deutschen und niederländischen Raum.

Im Hier und Jetzt leben

Dieter tobte mit seinem Enkel auf dem großen Bett. Sein Enkel liebte dieses Toben und beide hatten ihren Spaß. Sie genossen den Augenblick.

Als Dieter etwas später am Tag über die schöne Zeit mit seinem Enkel sinnierte, wurde ihm etwas wehmütig zumute. Leider konnte er seine Enkelkinder aufgrund der geografischen Distanz nicht oft sehen. Würde es ihm gelingen, seinen immer größer werdenden Enkel beim nächsten Mal noch hochzuheben, um ihn dann so richtig auf das weiche Kissen plumpsen zu lassen? Würden sie wieder gemeinsam toben können?

Diesen Gedanken schob Dieter bewusst beiseite. Beide hatten die Gelegenheit des Augenblicks genutzt und Beziehung und Begegnung erlebt. Dieter hätte diese Zeit auch anders nutzen können, aber dann hätte er viel verpasst.

Die Gegenwart zählt! Vergangenheit ist vergangen, Zukunft ist noch nicht da.

Die Vergangenheit lässt sich nachträglich nicht mehr ändern. Nichts lässt sich mehr ungeschehen machen. Fehlern und Versäumnissen nachzugrübeln oder sich darüber zu ärgern führt zu nichts. Auch ein Zurückträumen in eine rosige Vergangenheit kann zwar Erinnerungen wieder ins Gedächtnis zurückholen, aber ein Wiederholen schöner Zeiten ist nicht mehr möglich.

Die Zukunft kann zwar geplant werden, aber es gibt keine Garantie, dass man Zukunft noch erlebt. Ein Unfall, ein Herzinfarkt, was immer es sei, kann die Zukunft plötzlich versperren. Dann wäre es unklug, das Leben gewissermaßen für später aufzubewahren, in der Erwartung, das Beste käme ja noch.

Gegenwart, Beziehung in der Gegenwart, Liebe im Tun und in Beziehungen – das Hier und Jetzt ausleben. Was für eine Herausforderung?

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Wenn uns auf Erden etwas mit Zins und Zinseszinsen …

„Wenn uns auf Erden etwas mit Zins und Zinseszinsen zurückbezahlt wird, so ist es unsere Menschenliebe. Ungeliebt durchs Leben gehen, ist mehr als Missgeschick, es ist Schuld.“ Marie von Ebner-Eschenbach

Wenn uns auf Erden etwas, M. v. Ebner-Eschenbach - Gestaltung: privat
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Marie Freifrau Ebner von Eschenbach (1830-1916) war eine mährisch-österreichische Schriftstellerin. Mit ihren psychologischen Erzählungen gilt sie als eine der bedeutendsten deutschsprachigen Erzählerinnen des 19. Jahrhunderts.

Von „Menschenliebezinsen“ leben

Franz (nicht sein richtiger Name) war sehr beliebt. Er hatte eine freundliche, aufgeschlossene Art. Seine Menschenfreundlichkeit und sein Respekt anderen Menschen gegenüber waren spürbar. Man konnte wahrnehmen, dass er seine Mitmenschen liebte und ernstnahm.

Welche Anerkennung er genoss und wie viele Menschen sich ihm in irgendeiner Weise verbunden wusste, wurde bei seiner Beisetzung sichtbar. Viele Menschen waren gekommen, um sich von ihm zu verabschieden.

Franz erntete während seines Lebens für seine Menschenliebe Zins und Zinseszinsen. Er erfuhr Zuneigung in seiner Familie, in seinem Freundes- und Bekanntenkreis. Man hörte ihm gerne zu und genoss seine Gegenwart. Er wurde nicht als Last, sondern als Bereicherung empfunden.

Menschenverächter, auch als Misanthrophen bezeichnet, werden hingegen, was die Zuneigung anderer Menschen anbelangt, ziemlich leer ausgehen. Sie werden (gerne) benutzt, um bei Bedarf irgendwelche Vorteile oder Vergünstigungen zu erlangen. Aber von Herzen geliebt werden sie nicht. Sie gehen ziemlich ungeliebt durchs Leben.

Von dem Philosophen Arthur Schopenhauer ist seine Einstellung „Die Menschen sind wesentlich böse, wesentlich unglücklich, wesentlich dumm“ überliefert. Wie können mit einer solchen Einstellung bereichernde Beziehungen entstehen?

Mit unserer Einstellung ändern wir andere Menschen nicht. Anderen Menschen, zumindest außerhalb der Familie, ist unsere Einstellung oft sogar ziemlich gleichgültig. Man leidet nur selbst, wenn es an Menschenliebe fehlt.

Wir haben es selbst in der Hand, es ist eine individuelle Entscheidung, wie wir unsere Mitmenschen sehen. Wenn wir ihnen mit Menschenliebe begegnen, fällt es uns viel leichter, Beziehungen zu knüpfen. Dann wird man nicht ungeliebt durchs Leben gehen. Und man wird auch nicht gewissermaßen an sich selbst schuldig werden, weil man wertvolle Begegnungschancen verpasst hat.

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Die Fähigkeit, das Wort Nein auszusprechen …

„Die Fähigkeit, das Wort Nein auszusprechen, ist der erste Schritt zur Freiheit.“ Nicolas Chamfort

Die Fähigkeit, das Wort Nein auszusprechen, N. Chamfort - Gestaltung: privat
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Nicolas Chamfort, geboren als Sébastien-Roch Nicolas (1741-1794) war ein französischer Schriftsteller in der Zeit der Aufklärung und der Französischen Revolution. Er beteiligte sich zu Beginn der Französischen Revolution am Sturm auf die Bastille. Als er gegen Ende der Revolution erneut festgenommen werden sollte, unternahm er einen Suizidversuch, an dessen Folgen er verstarb.

Wann ist Freiheit wirklich Freiheit?

Der Begriff „Freiheit“ ist vielschichtig. In dem in der ZEIT erschienen Artikel „Was heißt Freiheit?“ beleuchtet Tim Reiß in einem kleinen geschichtlichen Abriss verschiedene Bedeutungsinhalte. Andere Zeiten, andere Bedeutungsinhalte.

In unserem Jahrhundert wird der Begriff „Freiheit“ jedoch auch pervertiert. Werbefachleute haben daran einen nicht unerheblichen Anteil. Wenn beispielsweise suggeriert wird, dass ein Kredit finanzielle Freiheit bedeutet, wird gleichzeitig verschwiegen, dass ein Kredit eben auch zurückbezahlt werden muss. In Wirklichkeit nimmt ein Kreditnehmer in Kauf, dass er eine Zeitlang an anderer Stelle sparen muss, um die Kreditraten nebst Zinsen zu bedienen (es sei denn, er kann gleichzeitig sein Einkommen erhöhen). Seine finanzielle Dispositionsfreiheit wird eingeschränkt. Da er Zinsen zahlen muss, kostet diese Art von „Freiheit“ in Wirklichkeit mehr Geld. Hätte der Kreditnehmer Geld angespart, hätte er keinen Kredit benötigt. Und die Kreditzinsen, die schließlich immer deutlich höher als die Guthabenzinsen sind, wären nicht angefallen. Kurzum: Freiheit bedeutet in diesem Fall eben auch Abhängigkeit vom Kreditinstitut.

Und die eigene individuelle Freiheit? Jeder Mensch definiert faktisch für sich selbst, was für ihn Freiheit bedeutet. Für den einen bedeutet Freiheit, einfach nach Lust und Laune und dem Augenblick folgend das tun zu können, was man will. Für den anderen bedeutet sie, das tun zu können, was er aus seinem Inneren heraus wirklich möchte. Und für einen Dritten bedeutet sie wieder etwas anderes.

Versuchungen, sich vereinnahmen zu lassen und sich in Abhängigkeiten zu verstricken und Freiheit einzubüßen, gibt es zur Genüge. Freiheit macht es manchmal sogar notwendig, sich selbst etwas zu versagen und konsequent „Nein“ zu sagen. Von der anderen Seite aus betrachtet, kann ein „Nein“ auch der erste Schritt zur Freiheit sein.

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Du selbst zu sein …

„Du selbst zu sein, in einer Welt die dich ständig anders haben will, ist die größte Errungenschaft.“ Ralph Waldo Emerson

Du selbst zu sein, R.W. Emerson - Gestaltung: privat
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Ralph Waldo Emerson (1803-1882), war ein US-amerikanischer Philosoph und Schriftsteller. Er engagierte sich für soziale Reformen, wie beispielsweise das Frauenwahlrecht. Außerdem sprach er sich gegen die Sklaverei aus.

Wer bin ich?

Robert (nicht sein richtiger Name) hatte immer mal wieder darüber nachgedacht: Wer bin ich eigentlich? Aber immer wieder hatte er diese Frage weggeschoben. Sein Interesse daran, eine Antwort zu finden, war nicht sonderlich ausgeprägt. Es schien ihm einfach nicht wichtig genug. Er stürzte sich in das Leben und genoss es. Warum auch nicht?

Er hatte seine Träume. Und er war gerne mit seinen Freunden zusammen. Und dann waren da Ausbildung und Beruf. Das Leben hielt ihn auf Trab.

Immer wieder mal nahm er wahr, dass andere sein Leben mehr oder weniger subtil beeinflussen wollten. Um es krass auszudrücken: Andere wollten ihn gerne „vor ihren Karren spannen“. Sie wollten sein Verhalten, seine Meinung beeinflussen oder auch, dass er Aufgaben übernahm.

Was wollte er selbst? Wofür brannte er? Wofür war er sich zu schade? Wofür stand er mit ganzem Herzen ein? Oder wollte er einfach nur das tun, was andere auch tun, und sich damit dem Konformismus ergeben?

Er nahm beispielsweise wahr, wie intensiv er Werbebotschaften ausgesetzt war. Von Facebook erhielt er ständig E-Mails mit Aufforderungen, seinen „Freundeskreis“ zu erweitern. Seine Frau wurde beispielsweise von Payback fast täglich, und sogar manchmal mehrmals täglich, mit E-Mails bedacht. Kurzum: er wurde mit Handlungsaufforderungen (im Marketing-Deutsch „Call-to-Action“ genannt) gewissermaßen zugeschüttet. Sollte etwa Geld ausgeben sein Lebenssinn und „Konsument“ seine Rolle im Leben sein? Wollte er sich wirklich von anderen ständig seine Zeit stehlen lassen?

Robert machte sich auf den Weg zu sich selbst. Und er wollte keine Macht mehr über sich an andere abgeben. „Ich bin nicht auf der Welt, um so zu sein, wie du mich gerne hättest / wie ihr mich gerne hättet.“, so lautete sein neues Credo.

Für Robert bedeutete dies allerdings nicht den Weg in Selbstsucht und Rücksichtslosigkeit anderen gegenüber. Wohl aber bedeutete es, intensiver auf sich selbst zu achten.

Ralph Waldo Emerson wusste, wovon er sprach. In manchem galt er zu seiner Zeit als Querdenker und stellte sich gegen gesellschaftliche Normen.

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