Fürchte dich nicht vor der Veränderung, eher vor dem Stillstand.

„Fürchte dich nicht vor der Veränderung, eher vor dem Stillstand.“

Laotse
Fürchte dich nicht vor der Veränderung, Laotse - Gestaltung: privat
Gestaltung: privat

Laotse (auch andere Schreibweisen, wie z. B. Laozi, sind bekannt) war ein legendärer chinesischer Philosoph und gilt als Begründer des Daoismus. Er soll im 6. Jahrhundert v. Chr. gelebt haben, jedoch wird grundsätzlich infrage gestellt, ob er wirklich existiert hat.

Der Daoismus ist eine chinesische Philosophie und Weltanschauung. Ein zentrales Thema des Daoismus ist die Suche nach Unsterblichkeit.

Bleib‘ so wie du bist – wirklich?

„Bleib‘ so wie du bist“, ein so oder ähnlich lautender Wunsch ist bei Geburtstagen oft zu hören. Das „Geburtstagskind“ solle sein freundliches Wesen, seine Zugewandtheit usw.  beibehalten. Der Charakter möge sich nicht verändern. Man hat eine Person liebgewonnen und wünscht sich, dass sie einem, so wie sie ist, noch lange erhalten bleibt.

Vielleicht wird es einem auch selbst so gewünscht: „Bleib‘ so wie du bist“. Aber wäre das wirklich so wünschenswert, so zu bleiben, wie man ist? Damit würde man die Seite bedienen, die andere an einem als sympathisch und nett empfinden. Aber man würde sich in seiner Persönlichkeitsentwicklung für Stillstand entscheiden. Man möchte vielleicht überhaupt nicht der oder die „liebe Nette“ sein und bleiben.

Zur Veränderung verurteilt?

Ist man zur Veränderung verurteilt? Einerseits nein, denn man kann sich tatsächlich dafür entscheiden, keine Veränderung zuzulassen. Dann verändert man seine Ansichten und Einstellungen nicht, man lernt nichts Neues hinzu. Und man schließt sich von neuen Erlebnissen und Erfahrungen aus. Aber man friert auch seine Persönlichkeitsentwicklung ein. Je mehr sich die Welt um einen herum verändert, umso mehr muss man sich abschotten. Am Ende steht die Isolation. Deshalb ist Stillstand in der Persönlichkeitsentwicklung eher etwas zum Fürchten.

Andererseits muss man mit aufgezwungenen Veränderungen leben, zuweilen auch mit sehr unschönen. Der befristete Arbeitsvertrag läuft aus und wird nicht verlängert. Was jetzt? Das Unternehmen muss Personal abbauen und der eigene Arbeitsplatz wird voraussichtlich wegfallen. Was jetzt? Das Mietshaus wird verkauft, ein neuer Eigentümer saniert das Gebäude und kündigt eine Mieterhöhung an. Man kann sie sich nicht leisten. Was jetzt? Und vielleicht wird man mit einer Krankheit konfrontiert. Was jetzt? Beispiele für einschneidende Veränderungen, die einen ungewollt ereilen, gibt es viele.

Wie kann man mit Veränderungen umgehen?

Bevorstehende und bereits eingetretene Veränderungen können Ängste und Sorgen auslösen. Wie soll das alles werden? Die Ungewissheit, was Veränderungen mit sich bringen, kann schlaflose Nächte bereiten. Und dann stellt man sich vor, wie es werden könnte, in dunklen Farben. „Fürchte dich nicht vor der Veränderung“, schön wär‘s. Doch müssen die negativen Vorstellungen und Erwartungen, die Sorgen und Ängste wirklich Realität werden? Wer sagt, dass alles befürchtete Negative über einen tatsächlich hereinbricht, vielleicht auch noch alles auf einmal? Und ist man selbst wirklich hilflos, ein Spielball der Mächte?

Auf manche Veränderungen kann man reagieren, auf manche muss man reagieren. Eigentlich will man nicht, aber man kann zumindest versuchen, die Veränderung anzunehmen. Würde man sich ihr entgegenstellen, würde man an der Situation selbst ja nichts ändern. Also ist es besser, die Veränderung anzunehmen, sich auf sie einzulassen und sich selbst in Bewegung zu versetzen. Dann stellt man fest, dass man nicht (mehr) Gefangener seiner Ängste und Sorgen ist, sondern dass man selbst Freiraum gewinnt. Man kann überlegen, wie man besonnen, aber trotzdem mutig auf die Veränderung reagieren kann. Die Veränderung verliert ihre Schrecken.

Wenn man demgegenüber stillsteht, hat man sich gewissermaßen – hart ausgedrückt – für das Vegetieren entschieden. Nichts geht mehr vorwärts. Man bewahrt den Status Quo und ist geistig immobil. Dann ist Stillstand wirklich zum Fürchten!

Alle Zitate von Laotse
Wer sich am Ziel glaubt, Laotse - Gestaltung: privat
Wer mit wenig nicht glücklich ist, Laotse - Gestaltung: privat
Geliebt zu werden macht uns stark, Laotse - Gestaltung: privat
Neben der edlen Kunst, Laotse - Gestaltung: privat
Wird geladen...
Zitate-Suche *

* Sie können nach Text suchen, der in Zitaten vorkommt (Beispiele: „Glück“, „hoff“)

Außerdem interessant:

Ich bin Dieter Jenz, Begleiter, Berater und Coach mit Leidenschaft. Über viele Jahre hinweg habe ich einen reichen Schatz an Kompetenz und Erfahrung erworben. Meine Themen sind die "4L": Lebensaufgabe, Lebensplanung, Lebensnavigation und Lebensqualität.