In jeder Minute, die du im Ärger verbringst, versäumst du 60 glückliche …

„In jeder Minute, die du im Ärger verbringst, versäumst Du 60 glückliche Sekunden Deines Lebens.“

Albert Schweitzer
In jeder Minute die du im Ärger verbringst, A. Schweitzer - Gestaltung: privat
Gestaltung: privat

Albert Schweitzer (1875-1965) war ein deutsch-französischer Arzt, Philosoph, evangelischer Theologe, Organist, Musikwissenschaftler und Pazifist. Schweitzer, der „Urwaldarzt“, gründete 1913 ein Krankenhaus in Lambaréné im zentralafrikanischen Gabun. Er veröffentlichte theologische und philosophische Schriften, Arbeiten zur Musik, insbesondere zu Johann Sebastian Bach, sowie autobiographische Schriften.

Soll man Ärger einfach unterdrücken?

Tom (Name geändert) baute ein Schränkchen zusammen. In der dazugehörigen Anleitung war der Aufbau eigentlich recht gut beschrieben. Dennoch unterlief ihm ein Fehler, den er erst bemerkte, als das Schränkchen schon zusammengebaut war. Er hatte schlicht ein Teil verkehrt herum montiert. Also blieb nichts anderes übrig, als das Schränkchen wieder auseinander zu bauen und das betreffende Teil richtig herum einzusetzen.

Wie erging es Tom, als er seinen Fehler bemerkte? Er ärgerte sich über sich selbst – verständlicherweise. Doch wie ging es dann weiter?

An seinem Fehler konnte er nichts mehr ändern. Der gehörte zur Vergangenheit. Er hätte sich selbst abwerten können, indem er zu sich selbst etwa Folgendes gesagt hätte: „Ich bin auch zu doof, um selbst die einfachsten Sachen zusammenzubauen.“. Oder er hätte mit sich selbst nachsichtig sein können, etwa so: „Jetzt ist mir das passiert. Es hätte nicht sein müssen. Ich ärgere mich gerade. Aber Fehler können vorkommen. Wenn ich das nächste Mal wieder etwas zusammenbaue, werde ich besser aufpassen.“.

An der Situation an sich ändern beide Umgangsweisen mit sich selbst nichts. Ob Ärger oder nicht: Das Schränkchen muss auseinandergebaut und anschließend, nachdem der Fehler korrigiert wurde, wieder zusammengebaut werden. Aber wenn Tom mit sich selbst nachsichtig ist, bleibt er positiv gestimmt. Tom hat den Ärger nicht einfach unterdrückt. Er hat ihn sich eingestanden und kann das Unvermeidliche, den Auseinanderbau und den erneuten Zusammenbau, gelassener angehen.

Warum kann man glückliche Sekunden versäumen?

Albert Schweitzer erlebte in seinem Krankenhaus in Lambaréné durchaus viel Frust, praktisch jeden Tag. Immer wieder musste er wahrnehmen, dass Patienten beispielsweise verordnete Medikamente nicht einnahmen, dass sie nicht zu Untersuchungen erschienen oder dass sie sich über klare Verbote einfach hinwegsetzten.

Glück hatte für Albert Schweitzer die Bedeutung eines dauerhaften Glücks. Glück war für ihn kein einmaliges Ereignis, wie beispielsweise der Hauptgewinn in einer Lotterie. Vielmehr war Glück mit seiner Berufung und Lebensaufgabe verknüpft. In dem Buch „Selbstzeugnisse“ schrieb er: „Wenn ich es als meine Lebensaufgabe betrachte, die Sache der Kranken unter fernen Sternen zu verfechten, berufe ich mich auf die Barmherzigkeit, die Jesus und die Religion befehlen.“. Entlang dieser Linie äußerte er sich über Glück so: „Leben erhalten ist das einzige Glück.“. Dieser Aufgabe widmete er sich jeden Tag.

Bei allem berechtigten Ärger – hätte er sich ihm hingegeben und hätte er sich von seinem Ärger bestimmen lassen, wären seine Tage anders verlaufen. Vielleicht hätte er sogar irgendwann frustriert aufgegeben. Jedenfalls hätte er dieses Glück, von dem er immer wieder sprach, nicht erleben können. Er hätte jede Menge glückliche Sekunden versäumt.

Alle Zitate von Albert Schweitzer
Jeder Tag bringt seine Geschenke mit, A. Schweitzer - Gestaltung: privat
In jeder Minute die du im Ärger verbringst, A. Schweitzer - Gestaltung: privat
Mit den Jahren runzelt die Haut, A. Schweitzer - Gestaltung: privat
Wir alle müssen darauf vorbereitet, A. Schweitzer - Gestaltung: privat
Wird geladen...
Zitate-Suche *

* Sie können nach Text suchen, der in Zitaten vorkommt (Beispiele: „Glück“, „hoff“)

Außerdem interessant:

Ich bin Dieter Jenz, Begleiter, Berater und Coach mit Leidenschaft. Über viele Jahre hinweg habe ich einen reichen Schatz an Kompetenz und Erfahrung erworben. Meine Themen sind die "4L": Lebensaufgabe, Lebensplanung, Lebensnavigation und Lebensqualität.