Die Hoffnung führt uns weiter als die Furcht.

„Die Hoffnung führt uns weiter als die Furcht.“

Richard von Weizsäcker
Die Hoffnung führt uns weiter als die Furcht, R. v. Weizsäcker - Gestaltung: privat
Gestaltung: privat

Richard Karl Freiherr von Weizsäcker (1920-2015) war ein deutscher Jurist und Politiker. Nach dem zweiten Weltkrieg bekleidete er verschiedene Führungspositionen in Wirtschaft und Politik. Von 1981 bis 1984 war er Regierender Bürgermeister von Berlin. Von 1984 bis 1994 war er der sechste Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland und der erste Bundespräsident des vereinten Deutschlands.

Lieber Hoffnung als Furcht!

Das Zitat stammt aus der Weihnachtsansprache des Jahres 1984. Der damalige Bundespräsident nahm Bezug auf Befürchtungen und Ängste jener Zeit. Das fortwährende militärische Wettrüsten und der Kampf um die 35-Stunden-Woche bei einer Arbeitslosenquote von 9,1 % waren im Jahr 1984 zwei beherrschende Themen.

Jede Zeit hat ihre beherrschenden Themen, wobei manche davon mit mancherlei Befürchtungen verknüpft sind. Im Jahr 2020 ist es die Corona-Pandemie, die zu überaus einschneidenden, noch nie dagewesenen Maßnahmen zwingt.

In einem sehr kurzen Zeitraum kam vieles auf einmal zusammen. Die Gefährdung der Gesundheit für die Gesamtbevölkerung, wenn auch altersmäßig differenziert, löste Maßnahmen aus, die eine drastische Schwächung der Wirtschaftskraft nach sich ziehen.

Wieder einmal sind Menschen vor die Wahl gestellt: Hoffnung oder Furcht?

Was bringt es, sich in Furcht zu verlieren? Zum einen hat Furcht den positiven Effekt, die Wichtigkeit von Schutzmaßnahmen leichter einzusehen und diese auch konsequent zu beachten. Zum anderen hat Furcht eine lähmende Wirkung. Der Blick verengt sich auf die möglichen Folgen für einen selbst: Krankheit, sozialer Abstieg durch verminderte oder gar fehlende Gehälter oder Einnahmen, usw.

„Furcht ist Besorgnis vor etwas Bestimmtem – Angst ist Besorgnis vor etwas Unbestimmtem.“, so drückte es der Philosoph Ernst Bloch aus. Furcht ist nur zu verständlich. Doch ist es wirklich hilfreich, bei der Furcht stehenzubleiben?

Entscheidung für die Hoffnung

Sich der Hoffnung hinzugeben, nicht der Furcht die Kontrolle über sich einzuräumen, verlangt eine bewusste Entscheidung. Hoffnung schützt vor Verzweiflung. „Wenn die Hoffnung aufwacht, legt sich die Verzweiflung schlafen.“, so kleidet es eine asiatische Weisheit in ein Bild.

Wie könnte man die Hoffnung in sich und für sich auf ganz praktische Art und Weise immer wieder nähren? Die Erfahrungen von Viktor Frankl, österreichischer Neurologe und Psychiater, können eine Vorstellung davon geben.

Viktor Frankl musste während des Dritten Reiches über zwei Jahre in verschiedenen Konzentrationslagern verbringen. Rückblickend beschrieb er, dass diejenigen Häftlinge eine bessere Überlebenschance hatten, die jemanden hatten, der auf sie wartet: die Familie, ein geliebtes Kind, einen Partner oder eine wichtige Aufgabe. Die Überlebenschance war höher, wenn sie Hoffnung, einen Sinn oder ein Ziel hatten, das ihnen die Kraft zum Weiterleben gab.

Frankl selbst gab die Vorstellung, in Zukunft Vorlesungen über die Auswirkungen des Lagers auf die Psyche zu halten, die entscheidende Kraft zum Überleben. Schon während seiner Zeit im Konzentrationslager hatte er eine Art „innerer Hoffnungsfilm“ entworfen, der ihn in eine bessere Zukunft versetzte. Er stellte sich vor, in einem warmen, hell erleuchteten Hörsaal über das zu berichten, was er soeben noch durchmachen musste. Genau so erfüllte es sich schließlich.

Auch Émile Coué wusste um die Wirkungen der Vorstellungskraft. Er stellte fest, dass sie Patienten dabei half, gesund zu werden.

Der persönliche „innere Hoffnungsfilm“

Wie könnte der persönliche „innere Hoffnungsfilm“ aussehen, als Mittel, um nicht zu verzagen und sich selbst nicht fallen zu lassen? Der eigenen Kreativität sind keine Grenzen gesetzt.

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Ich bin Dieter Jenz, Begleiter, Berater und Coach mit Leidenschaft. Über viele Jahre hinweg habe ich einen reichen Schatz an Kompetenz und Erfahrung erworben. Meine Themen sind die "4L": Lebensaufgabe, Lebensplanung, Lebensnavigation und Lebensqualität.