Die Liebe will nichts von dem anderen, sie will alles für den anderen.

„Die Liebe will nichts von dem anderen, sie will alles für den anderen.“

Dietrich Bonhoeffer
Die Liebe will nichts, D. Bonhoeffer - Gestaltung: privat
Gestaltung: privat

Dietrich Bonhoeffer (1906-1945) war ein deutscher Theologe, profilierter Vertreter der Bekennenden Kirche, einer Oppositionsbewegung evangelischer Christen, und am Widerstand gegen den Nationalsozialismus beteiligt.

Was will Liebe?

Ein Szenario: Carola lernte kürzlich Alexander kennen. Er ist ihr sofort sympathisch und sie denkt, dass sich eine engere Beziehung entwickeln könnte. Für sie ist es nach einer enttäuschten Liebe wieder ein Herantasten an eine Beziehung. Sie treffen sich einige Male und genießen die Zeit miteinander. Es sind unbeschwerte Stunden.

Carola nimmt sehr bald wahr, dass Alexander sexuelle Wünsche hat. Soweit ist sie jedoch noch nicht. Für sie kommt das zu früh. Sie möchte der neuen Beziehung Zeit zur Entwicklung geben. Außerdem möchte sie nicht erneut enttäuscht werden. Alexander drängt jedoch immer stärker und droht mehr oder weniger unverhohlen mit dem Ende der noch jungen Beziehung, wenn sie auf seine Wünsche nicht eingeht.

Wie soll sie sich verhalten? Wenn sie nachgibt, läuft sie Gefahr, ihre Integrität selbst zu verletzen. Gibt sie nicht nach, könnte es sein, dass Alexander die Beziehung beendet.

Alexander gibt ungewollt viel über sich preis. Er möchte gerne nehmen, aber nicht geben. Geben würde Zeit geben bedeuten. Geben würde bedeuten, dem Anderen Freiraum zu lassen. Und Geben würde bedeuten, dem Anderen Sicherheit zu geben.

Für Bonhoeffer mit seinem Hintergrund als Theologe lag nahe, sich an Jesus Christus als Inbegriff der Liebe zu orientieren. Diese Liebe findet ihren Niederschlag in der Bibel, insbesondere im Neuen Testament, wie beispielsweise „Liebe ist geduldig, Liebe ist freundlich. Sie kennt keinen Neid, sie spielt sich nicht auf, sie ist nicht eingebildet. Sie verhält sich nicht taktlos, sie sucht nicht den eigenen Vorteil, sie verliert nicht die Beherrschung, sie trägt keinem etwas nach.“ (1. Kor. 13, 4-5).

Insofern ist Bonhoeffers Zitat eine Verlängerung dessen, was schon in der Bibel zu lesen ist. Und was das in der Praxis bedeuten kann, lässt sich leicht erschließen: Liebe respektiert den anderen, drängt nicht, setzt nicht unter Druck, setzt kein Ultimatum …

Und Carola? Sie wird für sich weiterkommen, wenn sie darüber nachdenkt: Liebt Alexander mich in meiner Ganzheit oder interessiert er sich in erster Linie für meinen Körper?

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Ich bin Dieter Jenz, Begleiter, Berater und Coach mit Leidenschaft. Über viele Jahre hinweg habe ich einen reichen Schatz an Kompetenz und Erfahrung erworben. Meine Themen sind die "4L": Lebensaufgabe, Lebensplanung, Lebensnavigation und Lebensqualität.