Jedes Werden in der Natur, im Menschen, in der Liebe …

„Jedes Werden in der Natur, im Menschen, in der Liebe muss abwarten, geduldig sein, bis seine Zeit zum Blühen kommt.“

Dietrich Bonhoeffer
Jedes Werden in der Natur, D. Bonhoeffer - Gestaltung: privat
Gestaltung: privat

Dietrich Bonhoeffer (1906-1945) war ein deutscher Theologe, profilierter Vertreter der Bekennenden Kirche, einer Oppositionsbewegung evangelischer Christen, und am Widerstand gegen den Nationalsozialismus beteiligt.

Geduld – Können wir noch warten?

Man kann es oft in der einen oder anderen Form lesen oder hören: Dem modernen Menschen fehlt es an Geduld. Man hat sich anscheinend daran gewöhnt, dass (fast) alles immer sofort verfügbar ist. Man bestellt im Internet und die Ware trifft schon am nächsten Tag ein. Man schreibt etwas, drückt auf „Senden“ (oder ähnlich) und schon können es alle Empfänger weltweit sehen und lesen. Die Aktion-Reaktion-Zyklen verkürzen sich immer mehr.

Bonhoeffer lebte in einer Zeit, in der Aktion-Reaktion-Zyklen noch wesentlich länger waren. Der schnelle Griff zum Telefon war nur sehr wenigen Menschen möglich. Briefe waren das wichtigste Kommunikationsmittel. Und Briefe brauchten Zeit, einerseits zum Schreiben, andererseits auf dem Transportweg.

Zu Bonhoeffers Zeiten lebten in Deutschland sehr viel mehr Menschen von der Landwirtschaft als heute. Und viele Menschen bewirtschafteten einen kleinen Garten ums Haus und bauten Nutzpflanzen an. Den Menschen war bewusst, dass es eine Zeit des Aussäens bzw. des Pflanzens, eine Zeit des Wachsens und Reifens und eine Zeit der Ernte gibt.

In der Natur braucht Wachsen seine Zeit. Kein Landwirt wird an einem Tag säen und schon am nächsten Tag wieder auf sein Feld fahren, um nachzusehen, wie weit sich die Pflanzen schon entwickelt haben. Er muss Geduld haben und abwarten können, bis die pflanzenspezifische Zeit der Ernte gekommen ist.

Entwicklung braucht Zeit und Geduld

Menschen brauchen ebenfalls Zeit, um sich zu entwickeln. Im Werden weit über die Zeit der körperlichen Entwicklung hinaus treffen wir Entscheidungen. Wir treffen Entscheidungen, wie wir unser Leben selbst gestalten. Aber wir treffen auch Entscheidungen, wie wir auf Widrigkeiten und Schicksalsschläge reagieren. Und wir entscheiden, ob wir „blühen“ wollen. Jedoch haben wir es nicht unbedingt selbst in der Hand, wann wir „blühen“. Unsere Mitmenschen nehmen sehr wohl wahr, wenn wir „blühen“ und ob es eine schöne, attraktive „Blüte“ ist.

Und schließlich braucht auch die Liebe Zeit, sich zu entwickeln, an Tiefe zu gewinnen. Ungeduld gleicht einem Landwirt, der am Halm zieht, um das Pflanzenwachstum zu beschleunigen. Es wäre schlichtweg dumm und würde die Gefahr mit sich bringen, dass ein zartes Pflänzchen ausgerissen wird und nie zur Blüte gelangen kann.

Alle Zitate von Dietrich Bonhoeffer
In der Dankbarkeit gewinne ich, D. Bonhoeffer - Gestaltung: privat
Jedes Werden in der Natur, D. Bonhoeffer - Gestaltung: privat
Im normalen Leben wird einem, D. Bonhoeffer - Gestaltung: privat
Die Liebe will nichts, D. Bonhoeffer - Gestaltung: privat
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Ich bin Dieter Jenz, Begleiter, Berater und Coach mit Leidenschaft. Über viele Jahre hinweg habe ich einen reichen Schatz an Kompetenz und Erfahrung erworben. Meine Themen sind die "4L": Lebensaufgabe, Lebensplanung, Lebensnavigation und Lebensqualität.