Nicht der ist reich, der viel hat, sondern der, welcher viel gibt.

„Nicht der ist reich, der viel hat, sondern der, welcher viel gibt.“

Erich Fromm
Nicht der ist reich der viel hat, E. Fromm - Gestaltung: privat
Gestaltung: privat

Erich Fromm (1900-1980) war ein deutsch-US-amerikanischer Psychoanalytiker, Philosoph und Sozialpsychologe. Er versuchte, psychologisches und soziologisches Denken zu verbinden. Für Fromm ist die Freiheit zentrales Kriterium der menschlichen Natur.

Sein Hauptinteresse galt der Erforschung der psychischen Voraussetzungen für ein gelingendes gesellschaftliches Zusammenleben. Seine Beiträge zur Psychoanalyse, zur Religionspsychologie und zur Gesellschaftskritik haben ihn als einflussreichen Denker des 20. Jahrhunderts etabliert.

Wer ist wirklich reich?

Wer würde behaupten, dass beispielsweise Mutter Teresa viel hatte und reich war? Wohl niemand. Mutter Teresa wurde durch ihre wohltätige Arbeit in Indien weltweit bekannt. Mit der von ihr gegründeten Gemeinschaft der Missionarinnen der Nächstenliebe kümmerte sie sich über Jahrzehnte hinweg um Sterbende, Waisen, Obdachlose und Kranke.

In wirtschaftlichen Kategorien war Mutter Teresa arm. In Kategorien der Nächstenliebe kann sie jedoch als reich gelten. Sie besaß so gut wie nichts, aber sie gab viel. Im Grunde gab sie sich selbst und konnte sehr viel Gutes bewirken. Schon zu ihren Lebzeiten nannte man sie einen „Engel der Armen“ oder einen „Engel der Gosse“.

Rund um den Erdball gibt es unzählige Menschen, die im Geben reich sind. Manche besitzen viel und geben von ihrem Überfluss, manche besitzen wie Mutter Teresa nur wenig oder so gut wie nichts. Gleichgültig, ob jemand reich oder arm ist – jeder kann etwas von sich selbst geben.

Was die Zeit anbelangt, ist der Reichtum gleichmäßig verteilt. Jeder Mensch hat 24 Stunden am Tag zur Verfügung, in denen man sein Leben gestalten kann. Die meisten Menschen können über ihre Zeit zumindest teilweise selbstbestimmt verfügen. Dies ist auch eine Form von Reichtum.

Etwas von sich selbst geben

In diesen 24 Stunden kann man etwas von sich selbst geben. Etwas von sich selbst geben zu können, bezeichnet Erich Fromm als Reichtum. Er drückt es etwas drastisch aus: „Der Hortende, der ständig Angst hat, etwas zu verlieren, ist psychologisch gesehen ein Habenichts, ganz gleich, wie viel er besitzt. Wer dagegen die Fähigkeit hat, anderen etwas von sich zu geben, ist reich.“.

Vieles von dem, was man geben kann, kostet nichts. Man kann beispielsweise jemand etwas von seiner Zeit schenken und für einen Nachbarn eine kleine Besorgung übernehmen. Oder man kann eine freundliche Bemerkung machen, beispielsweise der Kassiererin an der Supermarktkasse gegenüber. Oder man kann eine ermutigende E-Mail an jemand schreiben, von dem man weiß, dass er gerade eine neue Arbeitsstelle sucht. Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt.

Wenn man gerne etwas von sich gibt, wie viel es letzten Endes auch sein mag, erlebt sich im übertragenen Sinne als reich und auch als glücklich. Und man kann sich durch sein „vom Herzen“ motiviertes Geben auch in den Herzen der Mitmenschen verankern. Albert Schweitzer drückte es so aus: „Das schönste Denkmal, das ein Mensch bekommen kann, steht in den Herzen der Mitmenschen.

Alle Zitate von Erich Fromm
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