Wer nichts für andere tut, der tut nichts für sich.

„Wer nichts für andere tut, der tut nichts für sich.“

Johann Wolfgang von Goethe
Wer nichts für andere tut, J.W. v. Goethe - Gestaltung: privat
Gestaltung: privat

Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832) war ein deutscher Dichter, Naturforscher und Politiker. Nicht nur in Deutschland gilt er als einer der bedeutendsten Schöpfer deutschsprachiger Dichtung.

Etwas für andere tun – ist es immer so einfach?

Monika (nicht der wirkliche Name) ging es nicht gut. Sie befand sich in einer depressiven Episode. Auf die Idee, etwas für andere zu tun, sich vielleicht ehrenamtlich zu engagieren, um Selbstisolierungstendenzen entgegen zu wirken, wollte sie nicht eingehen. Es war ihr zu viel. Ihre Depression war schon weit fortgeschritten.

Menschen, die sich in einer depressiven Episode befinden, leiden unter deutlich vermindertem Antrieb und verminderter Aktivität. Insbesondere bei einer mittelgradigen oder schweren Depression sind die Fähigkeit zu Freude, das Interesse und die Konzentration erheblich eingeschränkt. Es fällt ihnen deshalb in einer depressiven Episode schwer, für andere etwas zu tun.

Monikas Situation steht deshalb am Anfang dieses Beitrags, weil leicht der Schluss gezogen werden kann: „Wer nichts für andere tut, der tut nichts für sich und braucht sich nicht zu wundern, wenn es ihr bzw. ihm nicht gut geht.“. Diese Schlussfolgerung wäre fatal.

Etwas für sich tun – auf dem Umweg über andere?

Goethes Aussage lässt sich umkehren und etwa so formulieren: „Wer etwas für andere tut, der tut etwas für sich.“. Aber was genau tut man für sich, wenn man für andere etwas tut?

Neurowissenschaftliche Studien legen nahe, dass Freundlichkeit und Mitgefühl unsere Gehirnaktivitäten beeinflussen. Diese beeinflussen wiederum Körper, Seele und Geist und damit auch unser Wohlbefinden. Wenn beispielsweise in der Beziehung zu einem anderen Menschen ein Gefühl tiefer Nähe empfunden wird oder wir uns ganz generell um das Wohl anderer kümmern, reagiert das Gehirn mit der Ausschüttung des Hormons und Neurotransmitters Oxytocin. Oxytocin verringert den Blutdruck und den Kortisolspiegel.

Unter diesem Vorzeichen verwundert nicht, dass sich beispielsweise Menschen, die sich ehrenamtlich engagieren, glücklicher und gesünder fühlen als ihre Mitmenschen, die ohne soziales Engagement sind. Für andere etwas tun, beispielsweise bei der Freiwilligen Feuerwehr, führt in soziale Kontakte und Beziehungen. Und es führt auch zu der Chance, im sozialen Miteinander, im Wirken für eine gemeinsame Sache, ein Gefühl tiefer Nähe zu empfinden.

Man muss nicht unbedingt mehrere Stunden pro Woche etwas für andere tun, um für sich selbst etwas zu tun. Man kann ganz klein anfangen, indem man gelegentlich anderen ein Lächeln schenkt. Mutter Teresa, indische Ordensschwester, die durch ihre Arbeit mit Armen, Obdachlosen, Kranken und Sterbenden, bekannt wurde (für die sie 1979 den Friedensnobelpreis erhielt), hob den Wert eines einfachen Lächelns hervor: „Wir werden nie wissen, wie viel Gutes ein einfaches Lächeln vollbringen kann.“.

Und Monika? Wenn ihre akute depressive Episode mit professioneller Unterstützung Vergangenheit ist, kann sie anderen wieder etwas geben.

Alle Zitate von Johann Wolfgang von Goethe
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Ich bin Dieter Jenz, Begleiter, Berater und Coach mit Leidenschaft. Über viele Jahre hinweg habe ich einen reichen Schatz an Kompetenz und Erfahrung erworben. Meine Themen sind die "4L": Lebensaufgabe, Lebensplanung, Lebensnavigation und Lebensqualität.