Das Wissen um eine Lebensaufgabe …

„Das Wissen um eine Lebensaufgabe hat einen eminent psychotherapeutischen und psychohygienischen Wert. Wer um einen Sinn seines Lebens weiß, dem verhilft dieses Bewusstsein mehr als alles andere dazu, äußere Schwierigkeiten und innere Beschwerden zu überwinden.“ Viktor Frankl, Neurologe und Psychiater.

Das Wissen um eine Lebensaufgabe, V. Frankl - Gestaltung: privat
Gestaltung: privat

Viktor Frankl (1905-1997) war ein österreichischer Neurologe und Psychiater. Er begründete die Logotherapie und Existenzanalyse, die vielfach auch als die „Dritte Wiener Schule der Psychotherapie“ bezeichnet wird.

Erfahrungen

Als Juden wurden er, seine Frau und seine Eltern im September 1942 in das Ghetto Theresienstadt deportiert. Während seine Frau im KZ Bergen-Belsen umkam, erlebte er eine wahre Odyssee durch verschiedene Konzentrationslager.

Seine Eindrücke und Erfahrungen aus dieser Zeit verarbeitete er in dem bald nach seiner Befreiung aus dem Konzentrationslager verfassten Buch „… trotzdem Ja zum Leben sagen – ein Psychologe erlebt das Konzentrationslager“. Während viele andere an dem Erlebten zerbrachen, vertrat Frankl die Auffassung: Es gilt, selbst in schwersten Umständen einen Sinn zu finden.

Frankl machte selbst die Erfahrung, „dass man dem Menschen im Konzentrationslager alles nehmen kann, nur nicht die letzte menschliche Freiheit, sich zu den gegebenen Verhältnissen so oder so einzustellen. Und es gab ein ‚So oder So‘!“. Er erkannte, dass wer ein Wozu im Leben hat, fast jedes Wie ertragen kann.

In seinem Buch beschreibt er, dass diejenigen Häftlinge eine bessere Überlebenschance hatten, die jemanden hatten, der auf sie wartet: die Familie, ein geliebtes Kind, einen Partner oder eine wichtige Aufgabe. Die Überlebenschance war höher, wenn sie Hoffnung, einen Sinn oder ein Ziel hatten, das ihnen die Kraft zum Weiterleben gab.

Weiter heißt es in seinem Buch: „Wehe dem, der kein Lebensziel mehr vor sich sah, der keinen Lebensinhalt mehr hatte, in seinem Leben keinen Zweck erblickte, dem der Sinn seines Daseins entschwand – und damit jedweder Sinn eines Durchhaltens. Solche Leute, die auf diese Weise völlig haltlos geworden waren, ließen sich alsbald fallen.“

Frankl selbst gab die Vorstellung, in Zukunft Vorlesungen über die Auswirkungen des Lagers auf die Psyche zu halten, die entscheidende Kraft zum Überleben. Schon während seiner Zeit im Konzentrationslager hatte er eine Art „innerer Hoffnungsfilm“ entworfen, der ihn in eine bessere Zukunft versetzte. Er stellte sich vor, in einem warmen, hell erleuchteten Hörsaal über das zu berichten, was er soeben noch durchmachen musste. Genau so erfüllte es sich schließlich.

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Dieter Jenz
Ich bin Dieter Jenz, Begleiter, Berater und Coach mit Leidenschaft. Über viele Jahre hinweg habe ich einen reichen Schatz an Kompetenz und Erfahrung erworben. Meine Themen sind die "4L": Lebensaufgabe, Lebensplanung, Lebensnavigation und Lebensqualität.